Der Bundesnachrichtendienst gehört in die Hauptstadt. Nachdem eine Milliarde Euro investiert und peinlicher Baupfusch überwunden wurde, ist der BND endlich in Berlin. 20 Jahre nach dem Umzug der Regierung wurde es auch Zeit. Die gute Nachricht: Berliner Großbauten haben – Flughafen hin oder her – doch eine Chance auf Vollendung.

Die schlechte Nachricht: Der teure BND-Neubau ist nur Stückwerk. Weil man sich in einer deutschen Regierung einfach nicht dazu durchringen kann, konsequent zu sein. So bleibt die Technik-Abteilung in München-Pullach, weil man auf die Bayern politische Rücksicht nimmt, anstatt auch beim BND zusammenzuführen, was zusammengehört. Während Kanzlerin Merkel bei der Einweihung von der großen Cyberbedrohung redet, sitzen Spezialisten 600 Kilometer von Berlin entfernt. Ex-BND-Chef Schindler spricht von einem "Webfehler". Das Ja zum Spagat fiel in seiner Amtszeit. Jetzt mit Kritik zu kommen, ist billig. Und sein Nachfolger Kahl? Der schweigt. Was sonst?