• Spanien: In einigen Städten wie Granada, Sevilla oder auch dem nordspanischen Palencia finden in der Osterzeit Prozessionen verhüllter Büßer durch die Straßen statt. Meist gibt es mehrere Gruppen in unterschiedlich bunten Gewändern, die Bruderschaften genannt werden. Mit ihren hohen, spitzen Hüten erinnern sie Unwissende an den Ku-Klux-Klan, haben damit aber nichts zu tun. Sie verhüllen sich, damit ihre Mitmenschen nicht erkennen, wer unter dem Gewand steckt. Wer viel zu büßen hat, geht barfuß. Den Prozessionen vorausgetragen wird oft die Holzstatue eines gekreuzigten Jesus oder auch eine besonders schöne Statue der Mutter Maria. Die Prozessionen und Feste sind für Nordeuropäer fremdartig, aber sehr sehenswert.
Osterkranz nach griechischem Rezept, geschmückt mit roten Eiern.
Osterkranz nach griechischem Rezept, geschmückt mit roten Eiern. | Bild: Bastetamon - stock.adobe.com
  • Griechenland: In der griechisch-orthodoxen Kirche wird Ostern nach einem anderen Kalender gefeiert. In diesem Jahr ist der Termin des Osterfests erst am 2. Mai. Die Gottesdienste an den Osterfeiertagen dauern Stunden. Anders als bei uns ist es erlaubt und üblich, zwischendurch rein- oder rauszugehen oder auch erst später zu kommen. Gern erfreuen sich die Griechen an Feuerwerk. Auf kleinen Ägäis-Inseln wie Symi werden auch mal ein paar Dynamitstangen von den Bergen gezündet. Auf den Tisch kommt bei vielen Osterlamm, meist am Spieß. Schön anzuschauen sind die Osterkränze (Tsoureki) aus Hefeteig, die ausschließlich mit roten Ostereiern dekoriert werden. Ihre Farbe steht für das Opfer Christi.

Ostern in Irland: Ein keltisches Kreuz im Frühling.
Ostern in Irland: Ein keltisches Kreuz im Frühling. | Bild: Bastetamon - stock.adobe.com
  • Irland: Die Iren sind ein katholisches Völkchen und von daher ist Ostern ihnen heilig. Der Karfreitag wird sehr ruhig verbracht. Am Ostersamstag lassen sich viele ihre Kerzen beim Gottesdienst von der großen Kerze des Priesters entzünden, so, wie es auch bei uns der Brauch ist. Kurios ist die Angewohnheit, am Ostersonntag Heringsbegräbnisse zu veranstalten. Das rührt wohl von der Freude her, dass mit Ostern die zurückliegende Fastenzeit vorbei ist und damit wieder Fleisch, Wurst und Milch auf den Tisch kommen. In der Region Cork befestigte ein Metzgermeister einen toten Hering an einer Stange und trug das arme Tier, das zu allem auch noch beschimpft wurde, durch die Straßen. Schließlich wurde der Hering zurück ins Wasser geworfen.
Spaß im Weißen Haus: Seit über einem Jahrhundert ist es Kindern erlaubt, an Ostern im Garten des Weißen Hauses beim traditionellen Eierrollen mitzumachen.
Spaß im Weißen Haus: Seit über einem Jahrhundert ist es Kindern erlaubt, an Ostern im Garten des Weißen Hauses beim traditionellen Eierrollen mitzumachen. | Bild: Rachel Hendrix
  • USA: Das Land ist von europäischen Einwanderern geprägt, deshalb spielen Osterhase und Ostereier eine große Rolle. In New York findet die Easter Parade statt, bei der Gruppen mit bunten Festwagen und großen, seltsamen Hüten durch die Straßen ziehen. Seit über 100 Jahren hat in der Hauptstadt Washington das „White House Easter Egg Roll“ Tradition. Dabei lassen Kinder Ostereier einen kleinen Hügel hinunterrollen. Alle Teilnehmer erhalten vom Präsidentenpaar signierte Holz-Ostereier. Der Brauch begann in den 1870er-Jahren, und der Kongress wollte das Ganze 1876 verbieten, weil das Gras darunter leide. Präsident Rutherford B. Hayes verfügte aber 1878, dass wenn Kindern dieser Brauch erlaubt werden sollte.
Bitte keine Hasen: In Australien werden Schoko-Bilbys verkauft. Die putzigen Tiere haben lange Hasenohren und winzige kleine schweinerüsselartige Nasen.
Bitte keine Hasen: In Australien werden Schoko-Bilbys verkauft. Die putzigen Tiere haben lange Hasenohren und winzige kleine schweinerüsselartige Nasen. | Bild: Foto - stock.adobe.com
  • Australien: Viele Australier stammen von europäischen Auswanderern ab. Die Osterbräuche gibt es auch „down under“. So werden Eier bemalt, im Garten versteckt und von den Kindern gesucht. Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied: Hasen und Kaninchen sind in Australien äußerst unbeliebt. Denn die Tiere wurden von den Einwanderern zunächst unbedacht ausgesetzt und richteten später großen Schaden in der Natur an. Deshalb hat man statt der Schoko-Osterhasen die Schoko-Bilbys eingeführt. Das niedliche Beuteltier mit den Hasenohren macht sich als Schoko-Wesen auch sehr gut. In Australien ist es zur Osterzeit Herbst. Das Wetter ist angenehm und nicht so heiß. An Weihnachten (im Hochsommer!) können Schokofiguren dann schon mal schmelzen.
Ein Cora-Indianer trägt an Ostern im mexikanischen Ort Jesús María, Nayarit, eine Dämonenmaske. Bei den Feierlichkeiten zu „La Judea“-Woche mischen sich indigene Tradition und animistischer Glaube mit christlichen Überzeugungen.
Ein Cora-Indianer trägt an Ostern im mexikanischen Ort Jesús María, Nayarit, eine Dämonenmaske. Bei den Feierlichkeiten zu „La Judea“-Woche mischen sich indigene Tradition und animistischer Glaube mit christlichen Überzeugungen. | Bild: Jan Sochor - stock.adobe.com
  • Mexiko: In Mexiko wird an Ostern sehr bunt und fröhlich gefeiert, ganze zwei Wochen lang. Zunächst in der „Semana Santa“, der Karwoche, danach an „Pascua“, der Osterwoche. Nach spanischer Tradition gibt es Passionsspiele und Prozessionen, die von vielen Zuschauern verfolgt werden. Es mischen sich aber auch christliche und indianische Bräuche, die Straßen sind bunt geschmückt und die Menschen ziehen mit Gesang und Musik durch die Straßen. Mancherorts werden am Karsamstag Judaspuppen oder auch Puppen von besonders unbeliebten Politikern aufgehängt, die schließlich angezündet werden. Auf den Tisch kommt gern eine fleischlose „Capirotada“, eine Art Brotauflauf mit Nüssen, Gewürzen, Rosinen und Äpfeln.