Zum 12. Mal ein Weihnachtsmahl,
im Grünen Baum. Phänomenal!
Dem Hubert Neidhart gebührt Dank,
er ist für uns ‚ne sich’re Bank.
Der Chefkoch steht uns stets zur Seite,
und ohne ihn wär’n wir längst pleite.

Neu in diesem Jahr war Walter,
seine Schnäpse – hallo, Alter!
Der Gutemann brennt auch Karotte,
solider Schnaps, ohne Marotte.
Ein Cox Orange war auch dabei,
der schmeckte toll, ja heidenei!
Ansonsten munden gute Tropfen
von Vollmayers am Hohentwiel,
die Flaschen brauchen keine Pfropfen,
wir trinken aus, das ist der Deal.
Doch erst mal müssen wir was kochen,
das haben wir uns ja versprochen.
In Neidharts Küche gibt’s dann Trubel,
wir sind ein reges Köche-Rudel.

Als Leichtgewicht in der Brigade,
reicht mir was Kleines, keine Frage,
ich bastle Champignons mit Füllung,
und einer Kruste als Umhüllung.
Dazu gab’s etwas Feldsalat,
mit Apfel-Verjus – delikat,
ein Amuse-Gueule halt, klein und fein,
satt wird man davon niemals sein.

Der Markus liebt besonders Suppe,
erfreute so die ganze Gruppe.
Wählte dazu die Süßkartoffel,
und reingehackt hat er auch Knofel,
dann Kokosmilch und Sojasoße,
ich sag es euch, so schmeckt die Chose.

Der Fischgang war nur Theorie,
denn Dieter hat dies’ Jahr gefehlt,
als kulinarische Magie
hätt’ er dieses Rezept gewählt:
Zanderterrine, Lachs und Mango
fürwahr nicht Fish’n’Chips to go.
Doch Dieter spürte große Rache
von Montezuma, dieser Drache,
er blieb zu Haus’ in seinem Bett
aß was Gesundes, nicht zu fett.

Uns fehlte also die Terrine,
dafür erfreute uns Sabine,
die Tesche, mein ich, die kann knipsen,
das schafft sie locker, wenn wir schwitzen,
verbietet uns das Doppelkinn
und stellt uns alle grade hin.
Heraus kommen nur schöne Bilder
wir sind dann zahm, manchmal auch wilder.
Ein Resultat könn’n Sie hier sehen
und dabei vielleicht in sich gehen,
denn 14 Augen schau’n Sie an,
haben Sie auch was Nettes an?

Bild: Tesche, Sabine



Weiter geht’s mit unserm Mahle,
sonst machen Sie hier noch Randale.
Der Hauptgang fehlt noch, jemine,
als Trost gibt’s erst mal ein Sorbet.
Der Andi mixte Gin und Tonic
nahm etwas Zucker, keinen Honig.
Das Resultat war wunderbar,
vom Alkohol her durchaus tragbar.
Dann wurd’ es ernst, es ging zur Sache,
Andis Rezept ist nichts für Schwache,
ein substanzielles Fleischgericht,
und Fleisch allein, das reicht ja nicht.
Dazu gab’s also noch Kroketten,
die brutzeln so, wie sonst Buletten,
Portobello und Shiitake,
und weil’s schön reimt noch Saitlinge,
die Pilze wurden mariniert,
und die Karotten schön glaciert.
Lammlachse waren’s, die da schwammen
in einer Soß’ mit Senf und Whiskey,
der Zweck davon war zu entflammen
die Leidenschaft fürs Kochgenie.

Zu guter Letzt schlug Karl-Heinz auf,
wir war’n schon satt, er nahm’s in Kauf,
erfreute uns mit einem Kuss,
denn kein Dessert? Das wäre Stuss.
Wir machten Platz in unserem Magen
es war halt gut, was soll’n wir sagen?
Der Schokokuss und Amaretto
und hinterher noch ein Espresso.

War das ein Festmahl für den Ranzen,
zum Ausgleich müssten wir jetzt tanzen,
die Kalorien schnell verbrennen,
auf dass sie von der Hüft’ sich trennen.
Doch wie’s so ist, man bleibt halt sitzen,
ein Schnäpschen wird die Sache ritzen.
Einmal im Jahr darf das doch sein,
es weihnachtet, das ist doch fein.

Die SÜDKURIER-Köche wünschen jetzt
Ihn’n allen ein recht fröhlich Fest!

Roland Wallisch