Der Honberg-Sommer läuft seit Jahren wie eine gut geölte Festivalmaschine. Die unterschiedlichen Rädchen greifen in der Industrie-Stadt Tuttlingen sauber ineinander und ergeben in der Summe ein komplexes, funktionales Festivalsystem.

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Dabei muss man den Honberg-Sommer definitiv als Gesamtkonstrukt verstehen.

Livemusik für lau

Der Biergarten mit Livemusik für lau, der in Tuttlingen so beliebt ist, dass der Sommer in der Stadt für viele auch schlicht die „Honberg-Zeit“ ist, platzt nicht nur zu Konzerten meist aus allen Nähten, die Festivallocation selbst – ein massives Zirkuszelt mit meist hervorragender Akustik – ist kleiner und charismatischer als die meisten vergleichbaren Festivalbühnen in der Region.

Ein ganz besonderer Programmpunkt: Die Band Kodaline.
Ein ganz besonderer Programmpunkt: Die Band Kodaline. | Bild: Honberg Festival

Aufgrund dieser äußeren Umstände konnte man in den vergangenen Jahren den Eindruck gewinnen, dass es fast egal war, welche Acts den Honberg bespielten. Dass die Festivalmacher diesen Erfolg aber nicht als Einladung zum Ausruhen verstehen, zeigt der Blick auf das 2019er-Lineup.

Das jüngste Programmfeld

Der Honberg-Sommer, dessen Schwerpunkt bislang vor allem auf Stars und Sternchen lag, die in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren an ihrem Zenit gekratzt hatten, präsentiert dieses Jahr definitiv sein bislang jüngstes Programmfeld – und liegt damit voll im Trend.

Mit Joris, Namika, Kodaline, Samy Deluxe und (mit Abstrichen) Milow führen die Tuttlinger gleich fünf Acts ins Feld, deren Zielpublikum klar unter 40 liegen dürfte und die musikalisch zudem in ganz unterschiedlichen Genre-Sportarten agieren.

Namika und Joris

Mit Namika und Joris kommen zwei Popstars auf den Berg, die sich in den vergangenen Jahren mit gut geschriebenen, deutschsprachigen Popsongs einen Namen gemacht haben und durchaus als Aushängeschilder der neuen deutschen Popszene gewertet werden dürfen.

Joris trifft den Geschmack eines jüngeren Publikums.
Joris trifft den Geschmack eines jüngeren Publikums. | Bild: Klaus Sahm

Während Namika stets ihre Blutsverwandtschaft zum Hip-Hop betont, wildert Joris eher in Singer-Songwriter-Gefilden. Beide aber treffen den Zeitgeschmack der Generation Mainstream Millenial, die sich zwar sicher fühlt und sicher fühlen will, aber trotzdem mehr als inhaltsleere Phrasen hören möchte. Wie gut das ankommt, zeigt der Blick auf die Honberg-Homepage: Beide Konzerte sind bereits ausverkauft.

Irische Alternative-Kombo

Die wohl ungewöhnlichste und auch spannendste Buchung ist aber sicherlich Kodaline! Die irische Alternative-Kombo spielt emotionalen, anspruchsvollen Indie-Pop mit Folkeinschlägen und erinnert dabei an Bands wie Death Cab For Cutie oder Mumford and Sons.

Mit „All I Want“ und „High Hopes“ haben die Iren zwei Welthits in petto, die zahlreiche Soundtracks von internationalen Serien und Filmen schmückten. Auf der Insel spielt das Quartett um Sänger Steve Garrigan im Normalfall in größeren Locations, entsprechend könnte das Konzert auf dem Honberg etwas wirklich Besonderes werden!

Ein paar Klassiker gibt es doch

Übrigens: Trotz aller Verjüngungskuren wartet der Honberg-Sommer auch dieses Jahr mit ein paar altbekannten Klassikern auf und mischt daraus einen kunterbunten, aber höchstgradig publikumsmagnetischen Live-Eintopf.

So gibt es härtere Töne mit der Queen Of Metal Doro Pesch, 80er-Klassiker mit Kim Wilde, Nostalgie mit Angelo Kelly und Mitsing-Schlager mit Matthias-“Verdammt ich lieb dich“-Reim. Sie sehen schon: Die Festivalmaschine rattert mit der altbekannten Verlässlichkeit.

Honberg-Sommer: 5. bis 21. Juli. Das Programm: http://www.tuttlinger-hallen.de/service-info/mediacenter-downloads/

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