Keine Frage: Der futuristische Sound, den Dat Adam auf ihrem Debüt-Album entwerfen, ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Sphärische Beatwolken, extreme Effektgewitter und verstellter Gesang und Rap ergeben etwas, das wie der Soundtrack einer Zukunftsvision klingt. Cloud Rap nennt man das – auch wenn das Trio betont, dass es mit der Einordnung nicht so richtig zufrieden ist.

In den 15 Songs gibt es eine Menge zu entdecken, technisch, digital, elektronisch bis an die Tinnitusgrenze – und doch ist dem Album eine ungefilterte Lust am Musizieren anzuhören, die zu einem Ergebnis führt, das man so in Deutschland noch nicht gehört hat. Höhepunkte sind die melodische Hippie-Utopie „Lennon 2“, das zurückhaltende „No Worries“ und das düstere „Sanegeyama“. Einige Wermutstropfen gibt es aber: Die Qualität der Texte schwankt, die Fantasie-Sprache mit denglischen Worthülsen nervt manchmal. Zudem sind Taddl und Ardy durch die Verarbeitung ihrer Stimmen kaum zu unterscheiden. Den positiven Gesamteindruck trübt das aber kaum.

Dat Adam: "Hydra 3D". Hydra Music/Groove Attack