Langweilig? Oder einfach ganz normal? Im Vergleich zu den britischen Royals erscheint jedes andere europäische Königshaus furchtbar fade – aber in Zeiten wie diesen will sicher niemand mit den Windsors tauschen. Nicht, dass es bei den Belgiern nie Skandale gegeben hätte – doch das aktuelle Königspaar geht seinem Beruf ganz unaufgeregt nach.

Königin mit Glamour-Faktor

König Philippe (59) und Königin Mathilde (46) haben sich beim Tennisspielen kennengelernt. Der studierte Politikwissenschaftler mit Militärausbildung und die Logopädin und Psychologin aus dem belgischen Adel sind seit dem 4. Dezember 1999 verheiratet. Die Ehe ist skandalfrei, ein bisschen Glamour bringt Mathilde ein, wenn sie auf Veranstaltungen wie der Bambi-Verleihung Preise entgegennimmt – sie bekam kürzlich den Charity-Bambi.

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Das Paar hat vier wohlgeratene Kinder, Kronprinzessin Elisabeth Thérèse Marie Hélène von Belgien ist erst seit wenigen Wochen volljährig. Sie geht in Wales zur Schule, 2020 soll sie dort Abitur machen. Im Sommer 2019 unternahm sie ihre erste offizielle Auslandsreise – in den Ferien, versteht sich. Theoretisch stehen ihr bereits jetzt geschätzte 2500 Euro täglich vom Staat zu, doch die Familie verzichtet fürs Erste darauf. Aber: Der König bekommt angeblich eine Apanage von über elf Millionen Euro jährlich, das sollte auch reichen.

2002 kamen Kronprinz Philippe, seine Frau Mathilde und Prinzessin Elisabeth auf eine Briefmarke der belgischen Post.
2002 kamen Kronprinz Philippe, seine Frau Mathilde und Prinzessin Elisabeth auf eine Briefmarke der belgischen Post. | Bild: dpa

Das belgische Königshaus gilt als eines der mächtigsten in Europa. Leider ist es auch glanzlos und den meisten Belgiern egal. Volksfeste anlässlich einer Hochzeit, Schlagzeilen wegen einer möglichen Schwangerschaft – undenkbar. Das Leben des belgischen Royals wäre vermutlich am ehesten bieder zu nennen – was nicht schlecht sein muss.

Keine Familie ohne schwarzes Schaf

Schließlich hat der König einen Bruder und einen Vater mit Hang zum Skandal. Der ehemalige König Albert II. (85) zum Beispiel, der 2013 abdankte, streitet seit Jahren mit einer Künstlerin vor Gericht, weil diese als sein Kind anerkannt werden will.

Sie waren bis 2013 Königin und König der Belgier: Paola (82) und Albert II. (85).
Sie waren bis 2013 Königin und König der Belgier: Paola (82) und Albert II. (85). | Bild: Eric Lalmand / Belga / AFP

Der Bruder des Königs, Prinz Laurent (56), wurde wegen seines ausschweifenden Lebensstils lange zum Beispiel „Prinz Vollgas“ genannt. Die Zeiten sind vorbei: Er ist seit 2003 mit der bürgerlichen Claire Coombs (45) verheiratet, das Paar hat drei Kinder.

Prinz Laurent von Belgien (56) und seine britische Ehefrau Claire (45).
Prinz Laurent von Belgien (56) und seine britische Ehefrau Claire (45). | Bild: Virginie Lefour / Belga / AFP

Und dann wäre da noch Philippes Schwester Astrid (57), die seit 1984 mit Lorenz Habsburg-Lothringen verheiratet ist, einem Enkel des letzten österreichischen Kaisers. Ihr ältester Sohn ist mit einer italienischen Adeligen verheiratet. Da schließt sich der Kreis: Auch Astrids Mutter, Ex-Königin Paola (82), entstammt dem italienischen Adel.

Prinzessin Astrid von Belgien (57) und ihr Mann, Lorenz Habsburg-Lothringen (63).
Prinzessin Astrid von Belgien (57) und ihr Mann, Lorenz Habsburg-Lothringen (63). | Bild: Anthony Dehez / Belga / AFP

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