Nein, Nina Gummich ist (noch) keiner von Deutschlands ganz großen TV-Stars. Vielleicht ist sie dafür mit ihren 28 Jahren ja ein bisschen zu jung. Oder möglicherweise fehlt ihr noch diese eine Hauptrolle, mit der sie sich im Gedächtnis der Zuschauer festsetzt. Auf einem guten Weg ist sie jedenfalls.

Dass sie mal Schauspielerin wird, wusste die gebürtige Leipzigerin schon früh. Auch wenn sie sich während der Pubertät gegen diesen quasi vorgezeichneten Weg – ihre Eltern sind in der Filmbranche – zu wehren versuchte, wie sie sagt. Und „ganz früher wollte ich mal Kassiererin werden – weil ich eine Spielzeugkasse hatte, die immer so schön gepiept hat beim Einscannen“.

Die Kinderschauspieler Alissa Jung (damals 16, links) und Nina Gummich (damals 10) beim Dreh zum Film "Körner & Köter".
Die Kinderschauspieler Alissa Jung (damals 16, links) und Nina Gummich (damals 10) beim Dreh zum Film "Körner & Köter". | Bild: Nestor Bachmann / dpa

An ihre erste Rolle – damals war sie zehn – erinnert sie sich „so gut, als wäre es gestern gewesen“. Das erste Mal sei für sie einfach ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. „Das war in dem Film ,Ein Vater zu Weihnachten’ – ich erinnere mich an Schlittschuhlaufen, das Planetarium, den Münchener Weihnachtsmarkt im Schnee – und daran, wie sehr ich geweint habe, als es vorbei war.“

Ein Blick auf die Liste von Gummichs Filmen zeigt, wie vielfältig sie ist. Gerade erst war sie in „Lotte am Bauhaus“ (ARD) zu sehen. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Vielfalt erkannt und anerkannt wird, das ist nicht unbedingt üblich in meinem Berufsfeld“, weiß sie.

Beim Dreh zu "Lotte am Bauhaus": die Schauspieler Noah Saavedra (von links), Nina Gummich, Alicia von Rittberg, Regisseur Gregor ...
Beim Dreh zu "Lotte am Bauhaus": die Schauspieler Noah Saavedra (von links), Nina Gummich, Alicia von Rittberg, Regisseur Gregor Schnitzler, die Schauspieler Marie Hacke, Jörg Hartman und Ulrich Brandhoff. | Bild: Sebastian Willnow / dpa

In diesem Jahr dreht Gummich für die Serie „Babylon Berlin“, ein Format, das sie gern mag – „ich kann mich schnell total in einer Serie vergessen“. Bei „Homeland“ sei das zum Beispiel so gewesen, aber auch bei „Parfum“ (ZDF). Durch die Serienproduktion sei ein echter Aufschwung zu spüren, die neuen Formate seien „ein Glücksfall“.

Nun aber zeigt das ZDF erst einmal den Krimi „Getrieben“ – mit Gummich in der Rolle einer Polizistin. Die starken Frauenfiguren hätten sie überzeugt, so etwas sei ja nicht üblich. „Außerdem fand ich es spannend, mal die Aufgabe zu haben, eine Ermittlerin zu sein“, sagt Gummich.

„Das war das erste Mal für mich und es fühlte sich sehr erwachsen an, das hat mich gereizt.“ Sie mag Krimis, auch deshalb, „weil dieses Format inzwischen eben so sicher ist, dass man sich richtig trauen kann, immer wieder etwas Neues auszuprobieren“.

Ihr Ziehvater ist stolz auf sie

Sie sei hochtalentiert, ihre Erfolge machten ihn stolz, sagt ihr Ziehvater Hendrik Duryn (bekannt aus der RTL-Serie „Der Lehrer“). Und es geht so weiter, denn Gummich steht gefühlt pausenlos vor der Kamera. Der Kinofilm „Ich war noch niemals in New York“ soll im Herbst startet. Auch in der Verfilmung von Juli Zehs Roman „Unterleuten“ ist sie dabei – wie bei jedem ihrer Projekte „mit vollem Herz“.

Vielleicht klappt’s irgendwann auch mit einem Auftritt in „Der Lehrer“. „Wir haben schon einige Anläufe gemacht, leider ging es sich bisher zeitlich bei mir nie aus“, sagt sie. Aber Gummich träumt auch nicht von bestimmten Rollen, sondern lässt sich lieber überraschen und freut sich „auf alles, was kommt“.