Viel Neues am Theater Basel. Ein neu gestaltetes Foyer, das ab November auch tagsüber als „Foyer Public“ mit Café und Bibliothek für alle offen sein soll, eine sanierte Große Bühne, dazu ein neuer Theaterdirektor. Nach Stationen in Bremen und Luzern werden Benedikt von Peter (43) und sein Team dem größten Schweizer Dreispartenhaus die künstlerische Ausrichtung geben.

Nicht in die ambitionierten Pläne passt Corona mit Maskenpflicht für die Zuschauer und 50-Prozent-Vergabe der Plätze.

Los geht‘s am Freitag, 9. Oktober, im Schauspielhaus mit einer Bühnenfassung von Ovids „Metamorphosen“ in der Inszenierung von Hausregisseur Antú Romero Nunes. Am Samstag darauf lädt das Theater ab 11 Uhr zu Suppe und Brot für jedermann an einem überlangen „utopischen Tisch“, der sich durch das Foyer über den Theaterplatz und zurück schlängelt. Nur Suppe auslöffeln gilt hier nicht. Umtanzt wird die Suppengemeinde nämlich vom Basler Ballett.

Vor dem Theater Basel herrscht noch geschäftiges Baustellen-Treiben. Außen und innen soll bis zum Saisonstart im Oktober alles neu werden.
Vor dem Theater Basel herrscht noch geschäftiges Baustellen-Treiben. Außen und innen soll bis zum Saisonstart im Oktober alles neu werden. | Bild: Christian Knoerr

Schwere Kost gibt es eine Woche später, wenn der Intendant himself die Opernsaison im Großen Haus mit seiner Inszenierung von Olivier Messiaens Mammut-Oper „Saint François d‘Assise“ eröffnet als „existenzielle Grenzerfahrung in einer Welt nach der Katastrophe“ (am 15. Oktober), oder wenn uns das Schauspielensemble als Uraufführung „Das Ende der Welt, wie wir es kennen“ von David Lindemann vorführt (17. Oktober).

29 Premieren, davon elf Uraufführungen und acht Übernahmen, stehen auf dem Programm. In der Oper lockt Mozarts „Zauberflöte“, die in der Regie von Simon McBurny ihre glanzvolle Premiere 2018 beim Festival in Aix-en-Provence hatte. Zudem übernimmt Benedikt von Peter aus Hannover seine Inszenierung von Verdis „La Traviata“, eine gefeierte Soloperformance der Starsopranistin Nicole Chevalier.

Romeo Castelluccis Bühnenversion von Mozarts „Requiem“ war 2019 ebenfalls schon in Aix-en-Provence zu sehen. Eine Uraufführung hingegen wird Monteverdis „Il ritorno d‘ Ulisse in patria“, wobei das barocke Meisterwerk auf elektronische Sounds von Matthew Herbert trifft. Neu aufgemischt wird Richard Strauss‘ selten gespielte Ehe- und Eifersuchtsoper „Intermezzo“ . Dafür sorgt Kultregisseur Herbert Fritsch.

Kommen wir zum Schauspiel. Hier haben wir es an der Spitze mit einem Vierer-Kollektiv zu tun, den Dramaturginnen Anja Dirks und Inga Schorlau, dem Regisseur Antú Romero und dem Schauspieler Jörg Pohl.

Ihren Einstand in Basel geben sie zum Teil mit Produktionen aus ihren vorherigen Wirkungsstätten: Vom Hamburger Thalia Theater bringt Antú Romero seine Inszenierungen von Homers „Odyssee“ und Melvilles „Moby Dick“ nach Basel. Vom Zürcher Theater am Neumarkt holt Inga Scholau das „Café Populaire“ von Nora Abdel-Maksoud auf die kleine Bühne.

John Collins wird sich mit James Joyces‘ Jahrhundertroman „Ulysses“ szenisch auseinandersetzen, Charlotte Sprenger führt uns mit „Hitchcock im Pyjama“ in die psychischen Abgründe des Meisters des Suspense.

Martin Labarenz will Bulgakows „Der Meister und Margerita“ als hyperrealistisches Setting auf die Bühne bringen. Antú Romero gibt mit Tschechows „Onkel Wanja“ tiefe Einblicke in eine Patchwork-Familie. Und zu Dürrenmatts 100. Geburtstag wird sich das Schauspielensemble als „Die Physiker“ selbst inszenieren.

Last not least: das Basler Ballett. Seit 2001 leitet der Brite Richard Wherlock die Basler Company. Zu seinem 20-jährigen Jubiläum im kommenden März werden ihm sieben international bekannte Choreographen mit „Ballett auf allen Bühnen“ die Honneurs erweisen. Wherlock selbst eröffnet die Ballettsaison im November auf der Großen Bühne mit „Gloria“ zur Musik von Pergolesi und Vivaldi.

Weitere Infos: http://www.theater-basel.ch

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