Am Konstanzer Stadttheater werden mehr Frauen arbeiten, die Zahl der Produktionen dürfte geringer ausfallen als zuletzt, und die Sorge um ein gutes Betriebsklima soll künftig Chefsache sein: Rund zehn Monate vor Beginn ihrer Amtszeit als neue Intendantin des Konstanzer Stadttheaters hat Karin Becker erste Einblicke in ihre Planungen gegeben.

Franziska Autzen wird Hausregisseurin

So soll die zurzeit noch in Wien arbeitende Dramaturgin Doris Happl die Chefdramaturgie übernehmen. Als Hausregisseurin wird Franziska Autzen in Konstanz tätig sein: Zuletzt war sie mit einigen Arbeiten am Hamburger Thalia Theater in Erscheinung getreten.

Doris Happl wird unter der Intendanz von Karin Becker Chefdramaturgin am Theater Konstanz.
Doris Happl wird unter der Intendanz von Karin Becker Chefdramaturgin am Theater Konstanz. | Bild: Theaterstückverlag

Eine zweite Stelle als Hausregisseur bekleidet der Theaterautor und Regisseur Kristo Sagor. Er fungiert auch als neuer Leiter des Kinder- und Jugendtheaters. In diesem Genre hat er sich bereits bundesweit einen Namen gemacht: Unter anderem gewann Sagor den Theaterpreis „Der Faust“ sowie kürzlich den Mülheimer Kinderstückepreis.

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„Mein Team wird einen hohen Frauenanteil aufweisen“, kündigt Becker gegenüber dem SÜDKURIER an. Die ungleiche Geschlechterverteilung an deutschen Bühnen war im vergangenen Jahr vielfach auf Kritik gestoßen. Unter anderem hat die Leitung des renommierten Berliner Theatertreffens eine umstrittene Frauenquote eingeführt. Doch als Reaktion auf diese Debatte will Becker ihre Personalentscheidungen nicht verstanden wissen. „Es ist einfach so, dass es viele sehr gute Künstlerinnen gibt“, sagt sie.

Welche Mitglieder des bestehenden Ensembles bleiben dürfen, möchte die künftige Intendantin noch nicht mitteilen. Einige Gespräche müssten erst noch geführt werden. Nur so viel: „Gut die Hälfte“ der aktuell beschäftigten Schauspieler werde übernommen.

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In der Vergangenheit hatte eine hohe Produktionsdichte wegen der damit einhergehenden Arbeitsbelastung in der Vergangenheit wiederholt für Diskussionen gesorgt. Das könnte sich nun ändern: Mehr als 23 Premieren pro Spielzeit werde es nicht geben, sagt Becker. Generell sei ihr ein respektvoller Umgang miteinander bei der täglichen Arbeit wichtig. „Künstlerische Auseinandersetzungen werde ich natürlich führen. Aber ich möchte darauf achten, dass das in einer guten menschlichen Atmosphäre geschieht.“

„Ich liebe Freilichttheater!“

Alles anders in Konstanz? Keineswegs. Das Freilichttheater auf dem Münsterplatz zum Beispiel wird es weiterhin geben. „Ich liebe Freilichttheater!“, sagt Karin Becker: „Und für die Vorstellung in meiner ersten Spielzeit habe ich auch schon eine großartige Idee.“ Welche das ist, verrät sie noch nicht.

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