Carmen, Beatrice und Maria heißen die drei Frauen, um die sich die Bregenzer Festspiele 2018 drehen. Carmen kennen wir bereits. George Bizets gleichnamige Oper wird nächsten Sommer auf der Seebühne wieder aufgenommen. 28 Mal wird Carmen die Männer um den Finger wickeln und am Schluss von ihrem eifersüchtigen Liebhaber José im See ertränkt werden. Von den 224 000 Tickets sind bereits jetzt 40 Prozent gebucht. Michael Diem, kaufmännischer Leiter der Festspiele, zeigt sich hochzufrieden damit. Das populäre Stück spült Geld in die Kasse.

„Die Festspiele sind in einem sehr guten Zustand“, resümiert auch Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler. Daher gebe es auch keinen Grund für einen Strategiewechsel. Es bleibt also dabei, dass das Spiel auf dem See die Querfinanzierung eines weniger publikumsträchtigen Programms ermöglicht, das aus Uraufführungen, kleineren Produktionen, Theater, Konzerten und dem Opernstudio besteht. Für Letzteres wird Brigitte Fassbender mit jungen Sängern und Sängerinnen eine Produktion erarbeiten. Die Wahl fiel auf Rossinis „Barbier von Sevilla“.

Beatrice Cenci, die zweite Figur im Frauentrio 2018, hat als Oper im Festspielhaus ihren Auftritt. Der aus Hamburg stammende jüdische Komponist Berthold Goldschmidt (1903-1996) schrieb sie in den Vierzigerjahren im Londoner Exil für einen Opernwettbewerb. Die Handlung ist im Rom des 16. Jahrhunderts angesiedelt und dreht sich um kirchliche Korruption und menschliche Gewalt – Mächte, zwischen denen die Titelfigur aufgerieben wird (Premiere am 18. Juli).

Obwohl das Stück prämiert wurde, erlebte es erst 1988 seine konzertante Uraufführung – in der Nachkriegszeit, die auf einen radikalen Neuanfang drängte, war Goldschmidt mit seiner grundsätzlich romantischen Musiksprache durch die Raster gefallen. Bregenz kommt also in den Genuss einer Wiederentdeckung. Inszeniert wird sie von Johannes Erath.

Maria, die dritte im Bunde, tanzt Tango. „María de Buenos Aires“ ist Astor Piazzollas einzige Oper und eine Hommage an den Tango seiner argentinischen Heimat. Das Werk mit Tango-Ensemble und kammermusikalischem Zuschnitt ist am 21./22. Juli auf der Werkstattbühne zu sehen. Es spielt das österreichische Ensemble folksmilch.

Ein Kompositionsauftrag der Festspiele ging an den Österreicher Thomas Larcher. Dessen Oper „Jagdgewehr“ – es ist seine erste überhaupt – basiert auf einer japanischen Erzählung, die mit einem eigenen Frauentrio aufwartet. Es geht um eine Frau, die um das Liebesverhältnis ihres Mannes mit ihrer besten Freundin weiß, das Geheimnis jahrelang aber nur ihrem Tagebuch anvertraut. Dieses wiederum wird von ihrer Tochter vor den Flammen bewahrt. Das Stück sei, so Regisseur Mark Markovics, eigentlich so undramatisch, dass er sich kaum vorstellen konnte, wie man überhaupt ein Musiktheater daraus machen könne. Nun hat er sich auf das Abenteuer eingelassen, es selbst auf die Werkstattbühne zu bringen (15., 17. und 18. August). Es spielt das Frankfurter Ensemble Modern.

Im Schauspiel schließlich gibt es ein Wiedersehen mit Karl Böhm. Der große Dirigent, der noch ein Jahr vor seinem Tod das Konzert zur Eröffnung des Bregenzer Festspielhauses 1980 dirigierte, galt zugleich als Sympathisant und Profiteur der NS-Diktatur. Nun kommt er in dem Stück „Böhm“ von Paulus Hochgatterer als Puppe und in aller Zwiespältigkeit zurück auf die Bühne des Kornmarkttheaters (25./26. Juli).

Bregenzer Festspiele: 18. Juli bis 19. August 2018. Wer zwischen dem 27.11. und 20.12. für „Carmen“ Tickets bestellt, bekommt von den Festspielen einen Nagellack im Farbton „original Carmenrot“ obendrauf. Infos:www.bregenzerfestpiele.com

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