Carmen, Beatrice und Maria heißen die drei Frauen, um die sich die Bregenzer Festspiele 2018 drehen. Carmen kennen wir bereits. Georges Bizets gleichnamige Oper wird am 19. Juli auf der Seebühne wieder aufgenommen. 28 Mal wird Carmen die Männer um den Finger wickeln und am Schluss von ihrem eifersüchtigen Liebhaber José im See ertränkt werden. 210 000 Tickets wurden aufgelegt, 75 Prozent davon sind bereits verkauft. Das populäre Stück spült Geld in die Kasse.

„Die Festspiele sind in einem sehr guten Zustand“, findet auch Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler. Daher wird es auch künftig bei dem bewährten Konzept der Bregenzer Festspiele bleiben: Das Spiel auf dem See ermöglicht die Querfinanzierung eines weniger publikumsträchtigen Programms, das aus Uraufführungen, kleineren Produktionen, Theater, Konzerten und dem Opernstudio besteht. Für Letzteres wird Brigitte Fassbender mit jungen Sängern und Sängerinnen eine Produktion erarbeiten. Die Wahl fiel auf Rossinis „Barbier von Sevilla“.

Beatrice Cenci, die zweite Figur im Frauentrio 2018, hat als Oper im Festspielhaus ihren Auftritt. Der aus Hamburg stammende jüdische Komponist Berthold Goldschmidt (1903-1996) schrieb sie in den Vierzigerjahren im Londoner Exil für einen Opernwettbewerb. Die Handlung ist im Rom des 16. Jahrhunderts angesiedelt und dreht sich um kirchliche Korruption und menschliche Gewalt – Mächte, zwischen denen die Titelfigur aufgerieben wird (Premiere am 18. Juli). Obwohl das Stück prämiert wurde, erlebte es erst 1988 seine konzertante Uraufführung – in der Nachkriegszeit, die auf einen radikalen Neuanfang drängte, war Goldschmidt mit seiner grundsätzlich romantischen Musiksprache durch die Raster gefallen. Bregenz kommt also in den Genuss einer Wiederentdeckung. Inszeniert wird sie von Johannes Erath.

Maria, die Dritte im Bunde, tanzt Tango. „María de Buenos Aires“ ist Astor Piazzollas einzige Oper und eine Hommage an den Tango seiner argentinischen Heimat. Das Werk mit Tango-Ensemble und kammermusikalischem Zuschnitt ist am 21./22. Juli auf der Werkstattbühne zu sehen. Es spielt das österreichische Ensemble folksmilch.

Eine japanische Erzählung

Ein Kompositionsauftrag der Festspiele ging an den Österreicher Thomas Larcher. Dessen Oper „Jagdgewehr“ – es ist seine erste überhaupt – basiert auf einer japanischen Erzählung, die mit einem eigenen Frauentrio aufwartet. Es geht um eine Frau, die um das Liebesverhältnis ihres Mannes mit ihrer besten Freundin weiß, das Geheimnis jahrelang aber nur ihrem Tagebuch anvertraut. Dieses wiederum wird von ihrer Tochter vor den Flammen bewahrt. Das Stück sei, so Regisseur Mark Markovics, eigentlich so undramatisch, dass er sich kaum vorstellen konnte, wie man überhaupt ein Musiktheater daraus machen könne. Nun hat er sich auf das Abenteuer eingelassen, es selbst auf die Werkstattbühne zu bringen (15., 17. und 18. August). Es spielt das Frankfurter Ensemble Modern.

Beethoven, Britten, Dvorák, Martin, Ravel und Strauss: Große Werke renommierter Komponisten prägen im Festspielhaus die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker und das Orchesterkonzert des Symphonieorchesters Vorarlberg. Mit „Alle Tage“ steht außerdem als österreichische Erstaufführung eine Symphonie von Thomas Larcher auf dem Programm. Danach ist mit Beethovens Symphonie Nr. 5 jenes Werk zu hören, das Karl Böhm 1955 bei den Bregenzer Festspielen dirigierte.

Apropos Böhm: Im Rahmen der Schauspielreihe kommt unter dem Titel „Böhm“ eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Leben auf die Kornmarkt-Bühne. Denn der große Dirigent, der noch ein Jahr vor seinem Tod das Konzert zur Eröffnung des Bregenzer Festspielhauses 1980 dirigierte, galt zugleich als Sympathisant und Profiteur der NS-Diktatur. Nun kommt er als Puppe und in aller Zwiespältigkeit zurück auf die Bühne des Kornmarkttheaters (25./26. Juli).

Bregenzer Festspiele: 18. Juli bis 19. August. Infos: ww.bregenzerfestpiele.com

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