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Fußball-Bezirksliga: – Immerhin war Jasmin Rastoder schon auf der Welt, als der VfB Waldshut zum letzten Mal ein Derby gegen den FC Tiengen 08 gewonnen hatte. Der 37-jährige Sportchef der Gäste, der zumindest eine Stunde lang die Abwehr zusammen hielt, lag an jenem 5. Dezember 1981 mit gerade einmal zwei Monaten noch in der Wiege, als Bruno Maier und Martin Ruppelt für einen 2:0-Sieg gesorgt hatten.

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Eine Ewigkeit von 13.776 Tagen musste der Anhang aus der Schmittenau ausharren, bis es wieder einmal einen Grund zum Feiern gab. Mit 4:0 setzten sich die Hausherren bei dampfiger Hitze vor über 400 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz gegen den Nachbarn aus dem Osten der Doppelstadt durch. Allerdings schmeichelt das deutliche Resultat dem VfB Waldshut. Der tat sich bis zur 67. Minute äußerst schwer gegen den Abwehrriegel des FC Tiengen 08.

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Mit entscheidend für den Ausgang der Partie war die Einwechslung von Arber Islami. Der quirlige Neuzugang vom SV 08 Laufenburg kam für den blass gebliebenen Stjepan Kovacevic, schnappte sich den Ball und drängte von links in den Strafraum. Seinen Schrägschuss (65.) lenkte Torwart Niklas Bayer gerade noch so zur Ecke.

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„Er war sofort parat“, freute sich Trainer Danijel Kovacevic über den Wirbelwind, der den Mittelspieler mit dieser Aktion verriet, wie das rot-weiße Bollwerk zu knacken ist. Wo bis dahin der Ball halbherzig kreuz und quer geschoben wurde, trauten sich die Waldshuter, die gefühlte 90 Prozent Ballbesitz verzeichneten, plötzlich etwas zu.

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Allen voran, der erst vor zwei Wochen vom FC Wohlen gekommene David Duvnjak. Nach einer „Kerze“ von Jasmin Rastoder legte ihm Vassilios Dimitriadis den Ball ab. Duvnjak stand mit dem Rücken zu Abwehrspieler Patrick Ebner. Er nahm das Leder gekonnt mit der Brust an, kickte es leicht nach oben und zimmerte den Ball aus neun Metern per Fallrückzieher ins Netz.

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Mit diesem Traumtor erlöste der 20-Jährige den Anhang und vor allem seinen Trainer: „Wir standen nach dem 0:4 von Wittlingen enorm unter Druck“, gab Danijel Kovacevic zu: „Wir wollten nicht nur gewinnen, wir mussten. Mir war klar, dass wir unseren Zuschauern ein Erfolgserlebnis schuldig sind.“

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Mit dem 1:0 im Rücken lief der Ball nun lockerer durch die Waldshuter Reihen. Dimitriadis schüttelte Lars Haag ab, erziele mit einem satten „Strich“ das 2:0 (71.).

Bann gebrochen: Vassilios Dimitriadis bereitete zwei Tore vor, machte das 2:0 selbst und hatte so großen Anteil am 4:0-Erfolg des VfB Waldshut gegen den FC Tiengen 08 – den ersten Derbysieg der Schmittenau-Elf seit 5. Dezember 1981.
Bann gebrochen: Vassilios Dimitriadis bereitete zwei Tore vor, machte das 2:0 selbst und hatte so großen Anteil am 4:0-Erfolg des VfB Waldshut gegen den FC Tiengen 08 – den ersten Derbysieg der Schmittenau-Elf seit 5. Dezember 1981. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Fünf Minuten später fiel Duvnjak über die ausgefahrene Hand von Niklas Bayer. Der junge FCT-Torhüter ahnte beim Strafstoß die Ecke zwar, doch Duvnjaks Schuss war zu stramm – 3:0. Den Endstand leitete der eingewechselte Tim Birkenheier auf dem rechten Flügel ein. Seinen Querpass ließ Dimitriadis durch und Kapitän Labinot Halili setzte den umjubelten Schlusspunkt.

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Für den FC Tiengen 08 waren die letzten 20 Minuten zur Lehrstunde geworden. Zuvor konnte Trainer Michele Masi der von Jasmin Rastoder, Tomas Masek und Sven Meier angeführten „Rasselbande“ keine Vorwürfe machen: „Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten getan, was wir konnten“, so Masi, der seine Elf zu gern offensiver gesehen hätte: „Aber sie haben uns hinten eingeschnürt und mit den Wechseln das Spiel entschieden. Für uns ist wichtig, dass die Urlauber zurück kommen und wir den nötigen Fitnessstand erreichen.“

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In der Schmittenau gab es für die Rot-Weißen erstmals seit fast 38 Jahren nichts zu erben. Dieses Mal feierten die Blau-Weißen, in der Hoffnung, dass die Wartezeit bis zum nächsten Derbysieg deutlich kürzer ausfällen wird.

VfB Waldshut – FC Tiengen 08 4:0 (0:0). – Tore: 1:0 (67.) Duvnjak; 2:0 (71.) Dimitriadis; 3:0 (75./FE) Duvnjak; 4:0 (90.) Halili. – SR: Riccardo Lombardo (Bad Säckingen). – Z.: 400.

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