Die ranghöchsten Vertreter der Narretei hatten sich zum Krisengespräch vereinbart. In der Arbeitsgemeinschaft südwestdeutscher Narrenverbände und -vereine sitzen 14 Präsidenten, die insgesamt mehr als 700 Zünfte im Land vertreten. Die Präsidenten können nur Empfehlungen aussprechen, aber nichts anordnen.

Dennoch dürfte die Marschroute fruchten, die sie vorgeben: Närrische Vereine sollen auf die großen Formate verzichten. Damit sind nicht nur Narrentreffen gemeint, sondern auch die prächtigen Umzüge, Narrensprünge und Hemdglonkertreffen im eigenen Ort – und damit der Kern der Fasnacht.

Ob die eigentliche Fasnacht, also im Dorf oder im der eigenen Stadt, gefeiert wird, ist noch offen. Das Bild zeigt Hansele, Gretele und Hexen in Geisingen.
Fasnacht im herkömmlichen Sinne, also im Dorf oder in der eigenen Stadt, wird es nächstes Jahr so nicht geben. Das Bild zeigt Hansele, Gretele und Hexen in Geisingen. | Bild: Paul Haug

„Von allen närrischen Begegnungen mit großen Menschenansammlungen raten wir dringend ab“, sagte Roland Wehrle als einer der 14 Präsidenten im Gespräch mit dem SÜDKURIER am späten Abend.

Kleiner und kreativer soll sie sein

Wehrle, Präsident der Vereinigung Schwäbisch-alemannische Narrenzünfte (VSAN), ist dennoch verhalten optimistisch für kommendes Jahr. „Es wird kleinere Formen von Fasnacht geben, die richtig kreativ sind“, sagt er. Er erinnerte an die inoffiziell gefeierten närrischen Tage 1991, die für ihn zu den schönsten zählen. Ganz ausfallen würden die tollen Tage nicht, da ist er sich sicher.

Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN).
Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN). | Bild: Patrick Seeger/dpa

Erneute Beratung im Dezember

Im Dezember wird der präsidiale Arbeitskreis erneut zusammentreten und die Lage neu bewerten – möglicherweise vor dem Hintergrund gestiegener Corona-Zahlen.

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