Die deutsche Corona-Tracing-App ist seit Dienstag verfügbar und die Schweizer werden voraussichtlich dieses Wochenende mit einer eigenen App nachziehen. Auch in Österreich und anderen Ländern wurden oder werden solche Corona-Warn-Apps auf den Markt gebracht.

Doch was bedeutet das nun für Menschen in unserer Grenzregion? Sind die deutsche und die Schweizer App miteinander kompatibel oder muss ich für jedes Land die jeweilige App installieren, um damit zu einem länderübergreifenden Contact-Tracing beizutragen?

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Sind die deutsche und die Schweizer Corona-App miteinander kompatibel?

„Wichtig wird sein, dass die Tracing-Apps verschiedener Länder miteinander kompatibel sind, sodass sie auch über Ländergrenzen hinweg funktionieren“, betonte Marcel Salathé Mitte Mai in einem SÜDKURIER-Bericht über die Schweizer Corona-App. Salathé ist Professor für digitale Epidemiologie an der Eidgenössischen Technologischen Hochschule Lausanne (EPFL) und hat die Schweizer Tracing-App maßgeblich mitentwickelt.

Noch ist diese Forderung Salathés nicht erfüllt: Die sogenannte Interoperabilität der Corona-Tracing-Apps verschiedener Länder ist nicht gegeben. Allerdings liefen Abklärungen auf politischer Ebene zwischen der Schweiz und Deutschland, wurde Sang-II Kim, Abteilungsleiter „Digitale Transformation“ beim schweizerischen Bundesamt für Gesundheit BAG, vom Schweizer Nachrichtenportal Watson zitiert.

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Sollten Grenzgänger daher sowohl die deutsche als auch die Schweizer Corona-App installieren?

Grundsätzlich nein, folgt man den Ausführungen von Mathias Wellig, Geschäftsführer des Schweizer Unternehmens Ubique, das die eidgenössische Tracing-App mitentwickelt hat. Gegenüber dem Nachrichtenportal Watson sagte Wellig, die Installation einer anderen nationalen App mache nur Sinn, wenn man sich während längerer Zeit im Ausland aufhalte.

Denn nur jeweils eine einzige Tracing-App habe Zugriff auf die Smartphone-Schnittstelle für Corona-Warn-Apps von Apple und Google, so Wellig. App-Nutzer müssten jeweils manuell zwischen den installierten Warn-Apps hin- und herwechseln, wenn sie eine Landesgrenze überqueren. Und auf einen solchen schnellen Wechsel seien die Apps nicht ausgerichtet.

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Grenzenüberschreitendes Corona-Tracing per App könnte bald funktionieren

Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung, dass die verschiedenen nationalen Warn-Apps bald untereinander kommunizieren könnten. Denn all jene europäischen Länder, die wie Deutschland und die Schweiz auf eine dezentrale App-Lösung setzen, haben sich auf ein gemeinsames Daten-Protokoll geeinigt.

„Das ist von großem Vorteil,“ sagte EPFL-Professor Marcel Salathé am Montag auf einer Pressekonferenz der Wissenschaftsredaktion Science Media Center Germany. „Es sind eigentlich ähnliche Systeme, die operationell anders umgesetzt werden. Hier sind auf europäischer und auch internationaler Ebene sehr aktiv Gespräche im Gange, damit man das dann wirklich gut lösen kann“, zeigte sich Salathé zuversichtlich, dass die Corona-Warn-Apps bald grenzenüberschreitend funktionieren könnten.

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