Oktober 2015 in Pforzheim: Bei einem Brand in einer Dachgeschosswohnung kommen vier Bewohner ums Leben. Das Feuer entstand laut den Ermittlern vermutlich durch den falschen Umgang mit einem Heizstrahler.

März 2013: Bei einem Wohnungsbrand in Backnang bei Stuttgart kommen eine Frau und sieben ihrer Kinder im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren ums Leben. Nach Ansicht der Ermittler verursachten Hausbewohner das Feuer versehentlich selbst.

Der Wohnungsbrand. Viele Menschen unterschätzen diese Gefahr. Meist geht ein Brand glimpflich aus, und es wird niemand verletzt oder gar getötet. Dennoch kommt es jährlich in Deutschland zu einer dreistelligen Zahl von tödlich verletzten Brandopfern. Eine einheitliche und lückenlose Statistik über die Zahl der Brandtoten wird in Deutschland nicht geführt.

Klar ist aber, dass die Zahl der Toten durch Feuer und Rauch (die meisten Brandtoten sterben durch das Einatmen von Brandrauch und nicht durch Verbrennungen) in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken ist. Experten schätzen derzeit, dass rund 400 Personen pro Jahr in Deutschland an den Folgen von Bränden sterben. Die Schäden durch Feuer werden inzwischen jährlich auf rund 900 Millionen Euro geschätzt.

  • Brandvorsorge: Viele der durch Brand Getöteten könnten noch leben, wenn ein Minimum an Brandschutz in Wohnung oder Haus verfügbar gewesen wäre. Die Vorsorge beginnt mit dem Rauchmelder (offiziell: Rauchwarnmelder). Er ist in Baden-Württemberg seit 2015 in allen Haushalten Pflicht, wobei allerdings keine Kontrollen stattfinden. Viele Hausverwaltungen stellen jedoch Mieter oder Eigentümer ab, die den Einbau in den Wohnungen kontrollieren dürfen. Sollte doch eine offizielle Kontrolle erfolgen und es sind keine Rauchwarnmelder vorhanden, kann ein Bußgeld fällig werden.
  • Rauchwarnmelder: Die günstigsten Modelle sind von 10 Euro an aufwärts in jedem Baumarkt zu bekommen. Er wird mit zwei kleinen Dübeln an der Zimmerwand oder -decke befestigt. Der Melder hat einen integrierten Lautsprecher und gibt unmittelbar in der Umgebung ein durchdringendes Warn-Piepgeräusch ab, wenn seine Sensoren Rauch wahrnehmen. Ist die Batterie leer, ertönt der Piep-Alarm ebenfalls. Mit einem Druckknopf wird die Funktionsfähigkeit getestet. Rauchmelder müssen in Schlafzimmern und Fluren inklusive Kinderzimmer angebracht werden. Denn während des Schlafens wird Rauch oft zu spät bemerkt, und dei Bewohner ersticken im Bett. Die besseren Systeme übermitteln den Alarm per Funk auf das Smartphone – nützlich, wenn man unterwegs ist.
  • Rauchmelder: Sie dürfen nicht mit dem Rauchwarnmelder verwechselt werden, denn es handelt sich um aufwändigere Technik. Der Rauchmelder ist Teil einer Brandmeldeanlage, bei welchem der Alarm über eine zentrale Stelle ausgegeben wird, zum Beispiel bei der Feuerwehr oder der Rettungsleitstelle. Solche Systeme werden von den Betreibern öffentlicher Gebäude oder von Firmen benutzt.
  • Installation: Egal, ob im Neubau oder im Bestandsgebäude – für die Installation von Rauchwarnmeldern ist der Eigentümer des Gebäudes oder der Wohnung zuständig. Er kann über Art und Marke der Rauchwarnmelder entscheiden. Anders sieht es in Wohnungseigentümergemeinschaften aus. Hier entscheidet die Gemeinschaft, ob sie die Wohnungen einheitlich ausstattet.
  • Im Versicherungsfall: Falls es einmal brennt und es sind keine Rauchwarnmelder installiert, können die Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen eventuell die Leistungen kürzen oder ganz verweigern. Entsprechende Gerichtsurteile gibt es bisher aber noch nicht (Stand Dezember 2017). Der Grund: Im Paragraf 8 des GDV-Grundvertrags wird darauf hingewiesen, dass Immobilieneigentümer mit einer Gebäudeversicherung zur „Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen sowie vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften“, verpflichtet sind. In Bundesländern mit Rauchmelderpflicht beinhaltet dies auch die Installation, Wartung sowie den Betrieb von Rauchwarnmeldern. Das Fehlen derselben kann dann als grobe Fahrlässigkeit eingestuft werden.
  • Elektrogeräte vor Defekten schützen: Eine der häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände sind nach den Erfahrungen von Dominik Rotzinger, Kreisbrandmeister im Landkreis Waldshut Defekte an Elektrogeräten. Der Kreisbrandmeister rät: Die Elektrogeräte sollten regelmäßig professionell überprüft werden. Waschmaschinen, Spülmaschinen und Trockner sollten nur laufen, wenn jemand zu Hause ist. Außerdem tragen feuerfeste Unterlagen bei Ladegeräten und Mehrfachsteckdosen zur Sicherheit bei. Und bei Mehrfachsteckdosen besonders wichtig: Nicht zu viele Geräte anschließen, um die maximale Anschlussleistung einzuhalten.

 

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