Der Tettnanger Leuchtenhersteller LTS will sich neu am Markt positionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen vor einem halben Jahr einen Markenprozess angestoßen und die Weichen neu gestellt. „Damit reagieren wir auf innere und äußere Veränderungen mit dem Ziel einer strategischen Neupositionierung“, sagt Michael Cappello, seit sieben Monaten Geschäftsführer des Unternehmens. Der Firmenname LTS stand bisher für „Leuchten Technik Schlegel“, nach dem Namen der beiden Brüder Wilfried und Walter Schlegel, die das Unternehmen vor 30 Jahren gegründet haben. 2010 haben sie sich nach der Übernahme durch die schwedische Fagerhult-Gruppe aus der Geschäftsleitung zurückgezogen. Mit neuem Management und neuer moderner Identität will LTS ab sofort als „Love to shine“ verstanden werden.

Neue Impulse

„Wir wollen künftig verstärkt auf Emotionen und Design, aber natürlich auch weiterhin auf Technik setzen“, betont Cappello. Das Unternehmen sei gut am Markt etabliert. „Aber es war Zeit, neue Impulse zu setzen und der Marke LTS ein schickeres Kleid zu geben.“ Dies bestätigt ein Blick auf die Zahlen: 2017 erzielte LTS einen Umsatz in Höhe von 47 Millionen und einen Gewinn von knapp 4,9 Millionen Euro. Vor fünf Jahren lagen die Erlöse noch knapp 3 Millionen Euro höher. Noch deutlicher wird der Trend beim Gewinn vor Steuern, der im gleichen Zeitraum 45 Prozent geringer ausgefallen ist. „Neben der Belieferung des Elektrogroßhandels setzen wir weiterhin auf den Bereich Hospitality. Stärken wollen wir aber künftig auch den Office- und Gesundheitsbereich“, erklärt Cappello. Nach wie vor stehe LTS zu seinen oberschwäbischen Wurzeln und fühle sich mit der Region verbunden. Dazu passt, dass die aktuell 256 Mitarbeiter ausschließlich in Tettnang und Umgebung tüfteln und fertigen. Hinzu kommt die Zusammenarbeit mit zahlreichen Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung die LTS-Leuchten zusammenschrauben.

Wie unter Tageslicht

Für ausgewählte Leuchten führte LTS als erster Hersteller in Deutschland die in Asien entwickelte MinusBlue-Technologie ein. Sie erzeugt ein LED-Licht ohne Blau-Spitzen, das dem Sonnenlicht ähnelt. „Produkte, die mit MinusBlue-Technologie beleuchtet werden, wirken auf den Betrachter wie unter Tageslicht“, erläutert LTS-Lichtplanerin Maren Breitenberger. Bei der Gabor Shoes AG setzte LTS die Technologie erstmals ein. Sie gebe nicht nur Impulse zur Kaufentscheidung, sondern sorge auch für das Wohlergehen der Mitarbeiter im Geschäft. Neu sind auch Deckenleuchten, die etwa in Großraumbüros den Schall absorbieren.

3000 verschiedene Produkte

Auf 19 000 Quadratmetern fertigt LTS rund 3000 verschiedene Produkte. Auch die Blechteile der Leuchten stammen aus eigener Produktion. „In der Endmontage zählt vor allem Flexibilität“, betont Betriebsleiter Christoph Müller. Ziel sei es, ein individuelles Produkt in Serienlieferungszeiten zu fertigen, das heißt innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Auftragseingang. Die größte Investition in den vergangenen Jahren war eine neue Pulveranlage für 1,8 Millionen Euro.