Beim Autozulieferer Marquardt fällt der Stellenabbau deutlich geringer aus als geplant. Wie das Unternehmen aus Rietheim-Weilheim mitteilte, werden nun etwa 200 Jobs gestrichen – statt der einst angekündigten 600 Arbeitsplätzen. Betroffen sind demnach Stellen sowohl in der Produktion als auch im Verwaltungsbereich. Der Abbau soll möglichst sozialverträglich geschehen. Geschäftsführung und Betriebsrat hätten sich auf einen entsprechenden Sozialplan geeinigt, berichtete Pressesprecher Ulrich Schumacher. So soll rentennahen Mitarbeitern eine Abfindung und darüber hinaus eine Aufstockung des Arbeitslosengelds auf die bisherigen Bezüge gezahlt werden. Ansonsten sind Aufhebungsverträge mit Abfindungen oder der Wechsel in eine Transfergesellschaft vorgesehen.

Bis Jahresende keine betriebsbedingte Kündigung

Ob es zu Kündigungen kommen wird, sei davon abhängig, wieviele Mitarbeiter sich für eine der drei im Sozialplan angebotenen Säulen entscheiden werden, erläuterte Schumacher weiter. Bis Ende des Jahres seien betriebsbedingte Kündigungen wegen früherer Vereinbarungen aber ausgeschlossen.

Einst Abbau von 600 Stellen geplant

Im Juli vergangenen Jahres hatte Marquardt – auf Bedienelemente und Mechatronik spezialisiert – angekündigt, 600 Stellen aus Kostengründen von Rietheim und Böttingen nach Rumänien, Mazedonien und Tunesien verlagern zu wollen.

Fluktuation genutzt

Dass die Jobstreichung hierzulande jetzt deutlich glimpflicher ausfällt als befürchtet, liegt nach Schumachers Angaben auch daran, dass das Unternehmen schon in den vergangenen Monaten die natürliche Fluktuation genutzt hat, um Stellen abzubauen. Zudem habe es vermehrt Angebote zur Altersteilzeit gegeben.

Unabhängig von Konjunkturentwicklung

Schumacher unterstrich, dass der Stellenabbau unabhängig von der Konjunkturentwicklung erfolge; er sei vielmehr Folge des Transformationsprozesses in der Autoindustrie, den Marquardt schon Anfang 2019 begonnen habe. Auch an anderen Marquardt-Standorten in der Welt werde die Beschäftigung reduziert.

Keine Pläne für weiteren Abbau

Wie der Pressesprecher weiter betonte, gibt es über den jetzt vereinbarten Abbau hinaus keine Überlegungen zu weiteren Stellenstreichungen. Aber: „Wir sind keine Hellseher, wie sich der Strukturwandel und die Weltmärkte weiter entwickeln werden.“