Auf seiner ersten größeren Tour durch die Region will US-Chefdiplomat Tillerson um Unterstützung für einen harten Kurs gegen die sozialistische Regierung in Venezuela werben. Beim Nachbarn dürfte es aber zunächst um Handel, Migration und Sicherheit gehen.

Nach seiner Ankunft am Donnerstag in Mexiko-Stadt wollte er sich in der Residenz der US-Botschafterin mit Vertretern der mexikanischen Regierung treffen. Die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko sind wegen des Streits über Handel und Migration angespannt.

 

Freihandelsabkommen soll neu verhandelt werden

 

Am Freitag kommt Tillerson mit seinem mexikanischen Kollegen Luis Videgaray und der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland zusammen. Die drei Länder verhandeln derzeit auf Druck der USA das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu. Auch eine Begegnung mit Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto war geplant.

Vor seiner Ankunft in Mexiko hatte Tillerson in einer Rede an der Universität von Austin vor dem wachsenden Einfluss von China und Russland in der Region gewarnt. „Amerika braucht keine neue imperialen Mächte“, sagte er. Russland verkaufe Waffen und Militärtechnik an Länder, die die demokratischen Werte nicht teilten, sagte Tillerson. China hingegen baue seinen wirtschaftlichen Einfluss aggressiv aus. Allerdings bringe die Kooperation mit Peking den lateinamerikanischen Ländern nur kurzfristige Gewinne und langfristige Abhängigkeit.

 

Tillerson will für harten Kurs gegen Venezuelas Regierung werben

 

Auf seiner knapp einwöchigen Reise wird Tillerson auch Argentinien, Peru, Kolumbien und Jamaika besuchen. Bei den Gesprächen mit dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos dürfte der Kampf gegen den Drogenhandel und die Lage im Nachbarland Venezuela im Mittelpunkt stehen. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela will der US-Chefdiplomat in der Region um Unterstützung für einen harten Kurs gegen die sozialistische Regierung in Caracas werben. „Wir werden das Regime weiterhin dazu drängen, zu demokratischen Prozessen zurückzukehren“, sagte Tillerson.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte im vergangenen Jahr das von der Opposition dominierte Parlament durch eine regierungstreue Verfassungsgebende Versammlung entmachten lassen. Zahlreiche Regierungsgegner sind in Haft oder ins Ausland geflohen. In den kommenden Monaten will sich Maduro als Staatschef wiederwählen lassen.