Die Einigung der Rechtspopulisten von Heinz-Christian Strache mit der konservativen ÖVP des künftigen Bundeskanzlers Sebastian Kurz auf eine Koalition sei „historisch“, hieß es am Samstag in der tschechischen Hauptstadt. Die Chefin der französischen Partei Front National (FN), Marine Le Pen, sprach von „großartigen Neuigkeiten“.

Die Wahlen in Europa könnten zu einem „wahrhaftigen Umbruch“ führen und denen, die gegen die Europäische Union seien und sich für ein Europa der Nationen einsetzten, eine Mehrheit verschaffen, sagte Le Pen weiter. Auch der Chef der islamfeindlichen niederländischen Freiheitspartei (PVV), Geert Wilders, sprach von einem „exzellenten“ Ergebnis für FPÖ-Chef Strache, der Vize-Kanzler in Österreich werden soll.

Le Pen und Wilders stellten sich ferner hinter Russlands Präsidenten Wladimir Putin, der sich Mitte März um eine weitere Amtszeit bewirbt. Die FN wünsche „natürlich den Sieg“ Putins, sagte Le Pen. Sie rief zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen Frankreich und Russland auf.

Wilders sagte, Moskau sollte ein Verbündeter sein. Die Haltung der EU zu Russland, die wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim Sanktionen gegen Moskau verhängt hatte, nannte Wilders eine „totale Schande“.

Der tschechische Rechtspolitiker Tomio Okamura (m.), die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen (l.) und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders geben am 16.12.2017 in Prag (Tschechien) eine Pressekonferenz. Führende Rechtspopulisten aus ganz Europa kommen in Prag zusammen, um demonstrativ den Schulterschluss zu üben. Zu dem Kongress der EU-Parlamentsfraktion «Europa der Nationen und der Freiheit» (ENF) werden hochrangige ausländische Rechtspopulisten erwartet.
Der tschechische Rechtspolitiker Tomio Okamura (m.), die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen (l.) und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders geben am 16.12.2017 in Prag (Tschechien) eine Pressekonferenz. Führende Rechtspopulisten aus ganz Europa kommen in Prag zusammen, um demonstrativ den Schulterschluss zu üben. Zu dem Kongress der EU-Parlamentsfraktion «Europa der Nationen und der Freiheit» (ENF) werden hochrangige ausländische Rechtspopulisten erwartet. | Bild: Michal Krumphanzl (dpa)

Die Konferenz in einem Vorort Prags wurde von der rechtsextremen Fraktion im Europaparlament, Europa der Nationen und der Freiheiten (ENF), organisiert. Unter anderem nahmen Politiker der FPÖ, der italienischen Lega Nord und der deutschen AfD an dem Treffen unter starken Sicherheitsvorkehrungen teil, das von der tschechischen rechtsextremen SPD unter Tomio Okamura ausgerichtet wurde.

Mehrere hundert Demonstranten folgten dem Aufruf linksgerichteter Gruppen, gegen Ausländerfeindlichkeit zu protestieren. Rund einhundert Demonstranten hatten eine Straßensperre errichtet und trugen Schilder mit Slogans wie „Wir wollen hier keinen Jurassic Park mit Nationalisten“. Eine andere Gruppe blockierte den Eingang zum Hotel, wo die Rechtspopulisten tagten. Nur die Pressekonferenz während der Veranstaltung war für Journalisten zugänglich.

 

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