Der Gesetzgeber hat sich dazu durchgerungen, Ermittlern auf Kinderporno-Plattformen mehr Freiheiten zu geben. Sie dürfen von nun an Fake-Profile nutzen, um Pädophilen auf die Schliche zu kommen. Geschulte Polizisten stellen – auf Anordnung eines Richters – kinderpornografisches Material künstlich her und bieten es online zum Tausch an.

Ein Meilenstein für die Sicherheitsbehörden

Warum das Gesetz so bahnbrechend ist? Die Regelung eröffnet völlig neue Ermittlungsansätze. In der Vergangenheit mussten Polizisten abwarten, bis ein Pädophiler einen Fehler macht. Doch damit ist jetzt endlich Schluss.

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Die Ermittler haben jetzt einen passenden Schlüssel, um das Tor zur dunklen Welt der Kinderpornos zu öffnen. Bislang stieß man an virtuelle Grenzen. Denn um an fremdes Material zu kommen, müssen Nutzer selbst Fotos oder Videos von nackten Kindern anbieten. Das war verboten – und schützte dadurch pädophile Nutzer.

Das Gesetz ist längst überfällig

Das neue Gesetz ist überfällig. Und die Politik muss sich die Frage gefallen lasen: Warum erst jetzt? Seit Jahren fordern Polizei und Kriminalämter mehr Freiheiten im Darknet. Nicht nur um Täter ausfindig zu machen. Viele potentielle Pädophile werden fortan abgeschreckt, überhaupt die Foren zu besuchen.

Fälle wie der jahrelange sexuelle Missbrauch eines Jungen aus Staufen bei Freiburg könnten so möglicherweise viel schneller aufgeklärt werden. Ob es zu diesem Drama überhaupt kommen musste, kann zumindest hinterfragt werden.