Bei den Daten handele es sich um ein Potpourri an Material aus verschiedenen Hacks auf Mail-Accounts, sagte der renommierte Karlsruher IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer der dpa. „Da hat jemand offenbar mit viel Fleißarbeit versucht, Mail-Accounts zu öffnen“, sagte Fischer.

Die erste Vermutung, dass ein zentraler Mail-Server des Bundestags geknackt wurde, habe sich nicht bestätigt. „Im Netz findet man immer mal wieder etwas. Da steckt eindeutig Fleißarbeit hinter.“

Das Ziel des Angriffs war am Freitag noch weitgehend unklar. Von dem Angriff auf die Privatsphäre sind alle im Bundestag vertretenen Parteien mit Ausnahme der AfD betroffen.

Auch Daten von Prominenten, etwa der Moderator Jan Böhmermann, wurden veröffentlicht. Es liege nahe, dass das Daten-Leak „aus der rechten Ecke“ komme, sagte Fischer. Möglich sei es aber, dass der Hack „aus Spaß an der Freude“ erfolgte – „die Datenlage sieht danach aus“.

Ein Problem sieht Fischer darin, dass auch Mitarbeiter in Unternehmen und Organisationen die Absicherungen der Technikabteilung oftmals aus Bequemlichkeit umgingen. „Je restriktiver die IT gehandhabt wird, umso häufiger werden die Sicherheitseinstellungen umgangen“, sagte Fischer.

Verwendung von unsicheren Passwörtern als Problem

Das Reservoire an Passwörtern sei bei den meisten Mitarbeitern begrenzt. „Dass Passwörter dümmstens verwendet werden, ist ein Problem.“ Im aktuellen Fall geht Fischer davon aus, dass die Betroffenen schlechte Passwörter sowie Webmail-Accounts statt der offiziellen Mailadresse für die Kommunikation genutzt haben.