Martin Winterkorn dominiert mit seinen üppigen Pensionen derzeit die Schlagzeilen. 3100 Euro Rente – täglich. Genaugenommen dürfte er damit allerdings nicht am „Fat-Cat-Day“ „mitfeiern“, der heute ungefähr um 12 Uhr stattfand. Davon haben Sie noch nie was gehört? Lassen Sie uns Ihnen diesen Tag erklären.

Der Tag der dicken Katze kommt aus England. Geschaffen wurde er von der britischen Denkfabrik „High Pay Centre“. Diese errechnet jährlich, wann die Topmanager in Großbritannien so viel verdient haben wie ein durchschnittlicher britischer Arbeitnehmer. Dessen Lohn liegt bei ungefähr 28.000 Pfund, umgerechnet also knapp 33.000 Euro. Verdient ein britischer Arbeiter pro Stunde ca. 14 Pfund, meist eher weniger, verdienen laut der Denkfabrik die Top-100-Manager fast 1.000 Pfund. Im Umkehrschluss bedeutet das: Gestern zum Mittagessen war es soweit und nur vier Tage im neuen Jahr hatten die Topmanager Jahresgehalt eines Durchschnittsverdieners verdient.

Damit nicht genug: Im Schnitt fällt der Verdienst sogar noch höher aus: So hat das „High Pay Centre“ errechnet, dass ein Top-100-Manager im Schnitt 129-mal so viel pro Stunde verdient wie der Durchschnitt. Selbst das reicht wohl jedoch nicht ganz, wenn man zum Beispiel an Sir Martin Sorrell denkt. Der Chef der WPP Group in England hatte im Jahr 2015 ein Gehalt von über 70 Millionen Pfund – das entspricht fast 82 Millionen Euro.

Wie sieht es in Deutschland aus?

In Deutschland ist die Sache etwas anders, was auch daran liegt, dass hier die meisten Manager etwas weniger verdienen – diese mussten bis heute, ebenfalls ungefähr zur Mittagszeit, warten, bis sie ihren „Fat-Cat-Day“ feiern konnten.

Laut Berechnungen der „Welt“ liegt der Durchschnittsverdienst deutscher Top-Manager bei 800 Euro pro Stunde. Daraus ergibt sich: Insgesamt müsste ein Manager mit einem Stundenlohn von 800 Euro 41 Stunden lang arbeiten, um zur Mittagszeit die magische Grenze von 32.650 Euro zu überschreiten. Das ist in wenigen Tagen durchaus möglich.

Die Denkfabrik „High Pay Centre“ will mit dem jährlichen „Fat-Cat-Day“ vor allem auf die Ungleichheit zwischen Managergehältern und dem der Belegschaft hindeuten. Diese ist auch in Deutschland enorm hoch, wie eine andere Studie der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung zeigt.

So verdienten laut der Studie die Spitzenmanager von VW im Schnitt 141-mal so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer ihrer Belegschaft.