1989

In der politischen Umbruchphase der DDR steigt die Physikerin Angela Merkel in die Politik ein und schließt sich dem Demokratischen Aufbruch (DA) an, der später in der CDU aufgeht.

1990

Nach den Volkskammerwahlen wird Merkel im April stellvertretende Regierungssprecherin der DDR. Im August desselben Jahres setzt sie sich bei der ersten gesamtdeutschen Wahl das Direktmandat im Wahlkreis Stralsund und zieht als Abgeordnete für die CDU in den Bundestag ein.

1991

Bild: Michael Jung/ dpa

Unter dem damaligen CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl wird Merkel im Januar als Bundesministerin für Frauen und Jugend vereidigt. Im Dezember folgt dann auch der parteipolitische Aufstieg mit der Wahl zur stellvertretenden Vorsitzenden der CDU.

1994

Im November wird Merkel Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Für ihre Verhandlungsführung beim UN-Klimagipfel in Berlin erntet sie ein Jahr später breites Lob.

1998

Bild: Michael Jung/ dpa

Der neue CDU-Chef Wolfgang Schäuble macht Merkel im November zur Generalsekretärin. In dieser Funktion will sie den politischen Neuanfang der Partei einleiten.

1999

Nach Bekanntwerden der Spendenaffäre ruft Merkel im Dezember in einem spektakulären Zeitungsbeitrag die CDU zur Abnabelung von Kohl auf.

2000

Bild: Gero Breloer/ dpa

Nach Schäubles Rücktritt als CDU-Vorsitzender im Zuge der Spendenaffäre steigt Merkel auf dem Parteitag in Essen an die Spitze der CDU auf. Sie wird mit 95,9 Prozent zur neuen Parteichefin gewählt.

2002

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Nach der verlorenen Bundestagswahl mit Spitzenkandidat Edmund Stoiber greift Merkel auch in der Fraktion nach der Macht und sichert sich im September den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Sie löst damit Friedrich Merz ab, der den Posten nur zwei Jahre innehatte und sich später ganz aus der Politik zurückzog.

2003

Unter Merkels Führung segnet die CDU im Dezember auf ihrem Parteitag in Leipzig einen radikalen Kurswechsel in der Steuer- und Sozialpolitik ab. Später distanzieren sich sowohl Kanzlerin als auch Partei wieder davon.

2005

Bild: Peer Grimm/ dpa

Die Union gewinnt mit Merkel als Kanzlerkandidatin die Bundestagswahl im September knapp vor der SPD, bleibt aber weit hinter den Erwartungen zurück. Im November wird Merkel als Bundeskanzlerin vereidigt, zum sichtlichen Unmut ihres Vorgängers Gerhard Schröder von der SPD. Sie ist nicht damit nur die erste Frau, sondern mit 51 Jahren die bislang jüngste Politikerin in diesem Amt.

2006

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" kürt Merkel erstmals zur "mächtigsten Frau der Welt". Den Spitzenplatz hält sie auch in den kommenden Jahren fast durchgängig.

2008

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Merkel und SPD-Finanzminister Peer Steinbrück stellen im Herbst wegen der Finanzkrise in dramatischen Rettungsaktionen Milliardensummen für Banken und die Wirtschaft bereit.

2009

Bild: Tim Brakemeier/ dpa

Die CDU fährt bei der Bundestagswahl im September unter Merkels Führung zwar ein schwaches Ergebnis ein, es reicht aber für das gewünschte schwarz-gelbe Bündnis mit der FDP. Etwa einen Monat später wird sie im Bundestag zu ihrer zweiten Amtszeit vereidigt.

2010

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Auf Initiative von Merkel und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy beschließen die Staaten der Euro-Zone den ersten Rettungsschirm. Die Euro- und insbesondere die Griechenland-Krise wird Merkel in den kommenden fünf Jahren in Beschlag nehmen, ihren Rettungskurs muss sie auch gegen viel innerparteiliche Kritik durchsetzen.

2011

Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschließt Merkels Kabinett das Aus für acht Atomkraftwerke und einen schrittweisen Atomausstieg bis 2022. Im Wahlkampf hatte Merkel noch für eine Verlängerung der Laufzeiten geworben.

2012

Bei ihrer sechsten Wiederwahl zur CDU-Chefin erreicht Merkel im Dezember mit 97,94 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis.

2013

Bild: Rainer Jensen/ dpa

Bei der Bundestagswahl erreicht die Union mit 41,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis seit 1990. Merkel wird in der Folge zum dritten Mal im Bundestag zur Kanzlerin gewählt. Sie steht an der Spitze einer großen Koalition aus Union und SPD.

2015

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Im August fliehen Hunderttausende Menschen vor Krieg, Terror und Armut in die EU – die meisten kommen nach Deutschland. Merkel gerät mit ihrer Politik der Offenheit und dem Ausspruch "Wir schaffen das" innenpolitisch und innerparteilich massiv unter Druck.

2016

Im Dezember wird Merkel von den Delegierten mit 89,5 Prozent erneut als CDU-Vorsitzende bestätigt.

2017

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Merkel führt ihre Partei im September zum vierten Mal zu einem Wahlsieg und steht damit vor ihrer vierten Amtszeit als Bundeskanzlerin. Hier ist sie bei einem Neujahrsempfang in ihrem Wahlkreis in Stralsund zu sehen, und offensichtlich vom kulinarischen Angebot (Fischburger) nur mäßig angetan. Die Union verliert bei der Wahl zwar Stimmenanteile, bleibt aber die stärkste Kraft im Bundestag. Die späteren Sondierungsgespräche für ein Regierungsbündnis aus Union, FDP und Grünen scheitern. Die SPD erklärt sich vor Jahresende zu Gesprächen über eine Regierungsbildung bereit.

2018

Bild: Kay Nietfeld/ dpa

Im Februar schließen Union und SPD ihre Koalitionsverhandlungen ab und Merkel wird zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. Die große Koalition macht in den folgenden Monaten aber vor allem durch Streit als durch Sacharbeit von sich reden. Bei den Landtagswahlen im Herbst in Bayern und zwei Wochen später in Hessen verlieren CSU und CDU dramatisch. Merkel, die bislang immer betont hatte, Parteivorsitz und Kanzleramt müssten in einer Hand liegen, erklärt überraschend, sich nach 18 Jahren aus der Parteiführung zurückzuziehen und beim Parteitag im Dezember nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten.


(Mit Material von dpa)