Frau Schöneberger, Sie waren ja schon als Kind Fan von „Verstehen Sie Spaß?“, im April haben Sie den Show-Klassiker der ARD zum ersten Mal selber moderiert. Wie war das für Sie?

Na, super war‘s. Wir wollten eine Wahnsinns-Show mit großem Opening, Tanz, Gesang und Showtreppe liefern, und das ist uns ja im Grunde auch gelungen. Nur haben wir leider anfangs ohne Ton gesendet. Ich glaube, der Fehler lag an einer neuen Tonspur, und dann ging was schief und Deutschland, Österreich und Schweiz hatten mal eben sechs Minuten lang keinen Ton.

Was haben Sie in dem Moment gedacht?

Ich habe erst mal gar nichts gemerkt. Während des ersten Films kam dann mein Autor und sagte ganz vorsichtig zu mir: „Wir hatten am Anfang ein bisschen Tonprobleme, vielleicht kannst du kurz darauf eingehen.“ Nö, habe ich gesagt, Quatsch, nur weil es da ein bisschen geknackt hat.

Erst allmählich wurde mir klar, dass es ein recht langes Tonproblem war, das man thematisieren muss, und habe dann im Spaß gesagt: „Der Kollege, der für den Ton zuständig ist, ist schon auf dem Weg nach Hause“. Bei Instagram haben dann gleich Leute geschrieben: „Das finde ich total fies, wie du mit deinen Mitarbeitern umgehst.“

Welche Streiche gibt es in Ihrer zweiten Sendung zu sehen?

Ich habe eine Geschichte mit dem Koch Roland Trettl in seiner Sendung „First Dates“ gemacht, darauf will ich aber nicht näher eingehen, das soll eine Überraschung sein. Das hat so viel Spaß gemacht! Die Übernahme von „Verstehen Sie Spaß?“ bedeutet für mich zwar, eine Abendshow zu moderieren, aber es bedeutet auch, sich zu verkleiden, Perücken zu tragen, Leute zu veräppeln und Dinge zu tun, die man sonst nicht tut, und das ist sehr reizvoll.

Würden Sie eigentlich gerne mal Ihre beiden RTL-Kollegen Günther Jauch und Thomas Gottschalk reinlegen?

Ja! Jeder muss jetzt mit dem Schlimmsten rechnen. Und alle rechnen auch schon damit, dass irgendwo eine versteckte Kamera lauert. Wenn Handwerker zu mir kommen und ich sage zum Beispiel, der Wasserhahn muss ausgewechselt werden, erwarten sie, dass ihnen gleich Wasser ins Gesicht spritzt und ich rufe: „Verstehen Sie Spaß?“

Kann man prominente Leute wie Sie oder Ihre Kollegen überhaupt noch reinlegen oder sind Sie alle zu ausgefuchst?

Man kann jeden Menschen reinlegen. Aufgrund der technischen Möglichkeiten geht auch wahnsinnig viel. In der ersten Sendung haben wir einem Mann im Schlaflabor erzählt, er habe schlafgewandelt und sei als Batman verkleidet durch die Kleingartenkolonie gelaufen. Mit Deep Fake wurden Filme angefertigt, in denen sein Kopf auf verschiedene Körper montiert wurde, das war unglaublich. Das gibt einem sehr zu denken, was heute alles möglich ist. Solange es nur für „Verstehen Sie Spaß?“ genutzt wird, ist aber alles okay.

Showmaster-Legende Frank Elstner und Moderatorin Barbara Schöneberger bei der Aufzeichung von „Verstehen Sie Spaß?“.
Showmaster-Legende Frank Elstner und Moderatorin Barbara Schöneberger bei der Aufzeichung von „Verstehen Sie Spaß?“. | Bild: Jens Kalaene/dpa

Frank Elstner, der früher mal „Verstehen Sie Spaß?“ moderiert hat, steht neben vielen anderen auf der Gästeliste Ihrer zweiten Ausgabe der Sendung. Hat er Ihnen auch Tipps gegeben?

Dafür ist er viel zu zurückhaltend und elegant. Ich glaube auch, jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen Moderationsstil. Und ehrlich gesagt finde ich, dass „Verstehen Sie Spaß?“ für die Moderation keine schwierige Sendung ist: rauskommen, singen, tanzen, gute Laune haben, den ersten Gast ankündigen und gemeinsam seinen Film anschauen. So geht es dann munter weiter.

Viel mehr muss ich gar nicht machen. Es ist wirklich kein Hexenwerk. Aufwändig sind Idee, Planung und die anschließende Produktion der Filme und die Zusammensetzung der Show, aber damit habe ich nicht so viel zu tun, das machen Fachleute.

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Und wie gehen Sie mit den vielen Empfindlichkeiten um, die es heutzutage gibt? Viele fühlen sich schnell auf den Schlips getreten.

Unterhaltung ist immer dann lustig, wenn man auch mal einen raushaut. Niemand sollte meiner Meinung nach ins Showgeschäft gehen, um sich immer politisch korrekt zu äußern, keiner macht eine gute Abendsendung, ohne nicht ab und zu irgendjemandem – meistens unabsichtlich – auf die Füße zu treten.

Wenn man immer im Kopf durchrattert: Wenn ich diesen und jenen Witz mache, bin ich dann gegen Dicke, gegen Schwule, gegen Frauen? Ich versuche, über alle gleichermaßen Witze zu machen, mich inklusive, und ich hoffe, dass das auch mit Billigung der großen Mehrheit weiterhin möglich sein wird. Ich glaube auch, die meisten Leute haben gecheckt: Es gibt andere Probleme auf der Welt.