Herr Mross, wie intensiv spüren Sie Ihre 43 Lebensjahre?

Morgens zwickt es schon mal ein bisschen, aber ich fühle mich sehr wohl. Alles ist entspannt, ich mache mir viele positive Gedanken, und der Job macht mir immer noch jede Menge Laune. Ich denke ja sowieso, ein Mann ist erst mit 40 Jahren wirklich erwachsen.

Woran stellen Sie das fest?

Vor allem daran, dass ich seit etwa drei Jahren viel besser auf mich achte als in all der Zeit zuvor.

Sie haben kürzlich gesagt: „Ich hatte einen Lebensstil, der nicht zuträglich für meine Gesundheit war“. Was haben Sie verändert?

Es gab zu viele Abende mit falschen Freunden an der Bar, und es gab Zeiten, in denen ich richtig viel geraucht und extrem viel Stress hatte. Auch die Ernährung war nicht immer so, wie sie sein sollte, um richtig leistungsfähig zu sein. Das ungesunde Leben habe ich hinter mir gelassen, und ich fühle mich sauwohl damit. Während meiner Sendungen merke ich, dass ich fitter bin und bedeutend mehr Ausdauer habe. Abgenommen habe ich auch.

Also kein Fastfood mehr?

Früher war ich tatsächlich Stammgast bei den McDonalds und Burger Kings dieser Welt. Und wenn mich unterwegs der Heißhunger überkommt, dann gehe ich da auch heute noch hin.

Stefan Mross bei einem PR-Termin in Rust.
Stefan Mross bei einem PR-Termin in Rust. | Bild: Patrick Seeger

Wann und wie ist es Ihnen gelungen, mit dem Rauchen aufzuhören?

Vor ungefähr drei Jahren. Einen Schlüsselmoment gab es nicht. Ich habe das Rauchen einfach von heute auf morgen vergessen.

Wie das?

Weil ich meine Anna kennengelernt hatte. Auf einmal bin ich in ein komplett neues, gesünderes, harmonischeres und besser ausbalanciertes Leben hineingewandert.

Sie haben sich so heftig verliebt, dass Sie das Rauchen vergessen haben?

(lacht): So kann man es formulieren.

Und wie gehen Sie heute mit Stress um?

Lockerer. Einfach mal chillen, in der Ecke sitzen und genießen. Früher habe ich jede Sekunde mit Arbeit ausgefüllt. Ich bin immer noch ein Workaholic, aber nicht mehr so extrem. Ich versuche, die Zeit zwischen den Terminen positiver zu gestalten, zum Beispiel mal einen Stadtbummel zu machen oder mich aufs Fahrrad zu schwingen.

Stimmt es, dass Sie in einem Wohnmobil leben?

Ja, das stimmt. Wir haben schon auch unseren Rückzugsort, an dem die Waschmaschine und der Weihnachtsbaum stehen, aber wir sind eigentlich das ganze Jahr über mit dem Caravan unterwegs.

Warum?

Anna kommt aus einer reisenden Familie von Puppenspielern, die kennt das eigentlich gar nicht anders. Ich selbst bin seit 30 Jahren in Hotels und kann das nicht mehr so gut haben. Das Wohnmobil bedeutet für uns beide ein großes Stück Freiheit. Auf Tournee fahren wir auch in dem Camper, aktuell steht er in der Nähe des Europaparks in Rust, wo die Live-Sendung von „Immer wieder sonntags“ stattfindet.

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Ein anderes deiner Stücke heißt „Die Liebe“. Sie singen: „Wer sie erklären will, versagt“. Sie haben Anna-Carina Woitschack sozusagen bei der Arbeit kennengelernt. Hat die Liebe euch übermannt?

Wir haben uns über die Arbeit kennengelernt, doch es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Aber es gibt keine Erklärung für die Liebe.

Was lieben Sie an Anna besonders?

Wir sind ein einzigartiges Team. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab, ich helfe ihr bei ihrer neuen CD, wir unterstützen uns total. Wir kommen beide aus dem Showgeschäft und verstehen, was der andere tut. Und wir reden wirklich viel miteinander.

Sie haben in einem Interview gesagt, Anna habe Sie gerettet. Was meinen Sie damit?

Sie war für mich da, sie hat mich aufgefangen. Man darf nicht immer davon ausgehen, dass wir Männer das stärkere Geschlecht und quasi unverwundbar sind. Selbst wenn wir es nicht wollen, sind auch Männer manchmal schwach. Und in so einer Situation trat Anna in mein Leben.

Stefan Mross: „30 Jahre – Das geht nur mit Musik“, Telamo (Warner), 17,29 Euro.

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