Herr Wnuk, Sie waren vor Kurzem im ARD-Improvisationsfilm „Klassentreffen“ zu sehen. Vor der Ausstrahlung wurden Sie mit den Worten zitiert, das Projekt sei wie Weihnachten und Geburtstag zusammen gewesen. Das müssen Sie erklären!

Ein Grund dafür ist meine Kollegin Annette Frier – ich spiele einfach wahnsinnig gern mit ihr. Zum ersten Mal haben wir uns vor vielen, vielen Jahren in Prag getroffen, als ich in der ProSieben-Märchenstunde der Prinz und sie mein Dornröschen war. Sie ist eine klasse Schauspielerin, eine Meisterin der Improvisation, eine Frohnatur – das ist eine unschlagbare Kombination und passt eigentlich wenig zu mir, dem eher schwermütigen Komödianten. Aber gerade das ist eine tolle Voraussetzung, um miteinander zu arbeiten. Das war also schon mal Weihnachten.

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Und der Geburtstag?

All die anderen tollen Kollegen und überhaupt dieses ganze Projekt. Die Vorbereitung war sehr intensiv. Thorsten, den ich spiele, ist ja derjenige, der das Klassentreffen organisiert hat. Das heißt, ich musste wissen, wer wer ist, wer wo wohnt und wer was macht. Ich habe mir Pläne zurechtgelegt, die dann während des Improvisierens alle über den Haufen geworfen wurden, weil die Kollegen etwas anderes spielen als das, was ich erwartet hatte. Aber gerade diese Freiheit für uns alle, den Film so zu gestalten, wie man will, war das Besondere. Und wenn man irgendwann keine Lust mehr auf ein Gespräch hatte, ist man eben in einen anderen Raum gegangen – wie bei einem richtigen Klassentreffen auch.

In „Klassentreffen“ ist auch Anna Schudt dabei, die ebenso wie Sie aus Konstanz stammt. Kannten Sie sich vor dem Dreh?

Ja, wir haben schon miteinander gearbeitet und mögen uns sehr. Aber Anna ist nicht so heimatverbunden wie ich, sag‘ ich mal. Ich bin recht oft in Konstanz.

Annette Frier hat gesagt, dass sie durch „Klassentreffen“ ihren Beruf noch mal ganz neu gelernt hat. Geht Ihnen das ähnlich?

Nein. Aber man braucht bei der Improvisation natürlich andere Fähigkeiten und mehr Mut. Und es gibt sicher auch Schauspieler, die damit überhaupt nicht klarkommen. Das ist ja manchmal auch so, wenn gute Filmdarsteller im Theater nicht überzeugen können oder tolle Kollegen von der Bühne auf dem Bildschirm oder der Leinwand ihre Magie verlieren. Beim Improvisieren braucht man ein anderes Selbstbewusstsein. Man muss sich vertrauen und seinen Impulsen folgen, das braucht Mut. Deswegen hatten wir, glaube ich, auch alle so wahnsinnig Schiss. Dabei sind wir ja gestandene Schauspieler!

Auf der Schauspielschule mussten Sie bestimmt auch improvisieren, oder?

Ja. Und ich hab’s gehasst! Improvisation war das Schlimmste überhaupt auf der Schauspielschule, weil man immer unter dem Druck stand, etwas total Kreatives zu machen.

Und bei „Klassentreffen“ wollten Sie nicht total kreativ sein?

Nein. Aber ganz ehrlich – das hätte auch alles anders ausgehen können. Wenn ein Regisseur so viele Schauspieler aufeinander loslässt, hätte das durchaus in die Extreme gehen können. Aber das ist nicht passiert, zum Glück. (lacht) Die größte Aufgabe bei dem Ganzen hat meiner Meinung nach ohnehin der Cutter bewältigt, der die 130 Stunden Material schneiden musste. Er hätte daraus wirklich alles Mögliche machen können. Deshalb waren wir auch so gespannt auf das, was von den vier Stunden, in denen wir improvisiert haben, am Ende in den Film kommt. Das war ja wirklich nur ein winziger Teil unserer Arbeit, der dann zu sehen war.

Konnten Sie sich denn in diesen etwas mehr als vier Stunden Dreh auch mal zurückziehen?

Klar, wir konnten alles machen. Aber es hat natürlich wenig Sinn, ganz rauszugehen – wir sind ja schließlich Schauspieler, und das war unser Job. Selbst die Toiletten waren im Film übrigens ein Motiv. Auf dem Klo selbst waren natürlich keine Kameras, aber beim Rein- und Rausgehen wurden wir gefilmt. Manche Kollegen haben sich auch mal backstage am Requisitentisch bedient, oder sie mussten vielleicht kurz raus, weil das Mikrofon nicht funktioniert hat. Aber ich war die ganze Zeit drin und habe mich, wenn überhaupt, vor der Kamera zurückgezogen – das erzählt ja auch etwas über meine Figur.

Mussten Sie eigentlich überlegen, als die Anfrage für das Projekt kam?

Nein! Ich kannte die Filme von Regisseur Jan Georg Schütte, und mir hatten auch Schauspieler von der Arbeit mit ihm erzählt. Ich habe also nicht überlegt, sondern einen Luftsprung gemacht! Für mich war das Angebot, in so einem Ensemble zu spielen, wie ein kleiner Ritterschlag. (lacht)

Ist es eigentlich eher die Ausnahme, dass Sie bei einem Angebot sofort zusagen?

Ich bin jetzt ja doch schon ein bisschen länger dabei, und natürlich verändern sich die Entscheidungskriterien im Lauf der Zeit auch. Man kann sich fragen, ob es gut für die Karriere ist oder ob es die Richtung ist, in die man sich beruflich entwickeln will. Mir persönlich geht es weniger um das Ergebnis, sondern darum, mit wem ich arbeite und was ich mir davon verspreche. Das muss sich nicht nur monetär rechnen, sondern auch menschlich. Das ist mir wichtig. Und natürlich will ich einen schönen Film machen, der die Leute unterhält. Aber wenn ich schon 40 Krimis gedreht habe, dann erwarte ich beim 41. nicht, dass wir das Rad neu erfinden.

Sie sind beim Drehen ja auch gern selbst kreativ. Bei „Klassentreffen“ hatten Sie viele Freiheiten. Wie viel von Oliver Wnuk steckt denn in Thorsten?

Alles.

Alles?

Ja. Ich habe Thorstens Lebenslauf selbst geschrieben. Und wir sind uns in manchen Dingen sehr ähnlich, trotzdem ist das alles natürlich fiktiv. Keiner von uns hat sich selbst gespielt. Aber Thorstens Reaktionen sind meine – das kommt automatisch, weil es kein Drehbuch gab. Nur ein Beispiel: Annette Frier und ich sind im Film ja ein Paar. Es gibt eine Szene an der Bar, in der wir unsere Beziehung abhandeln. Gefühlt hat die ewig gedauert, im Film sind es vielleicht 20 Sekunden. Was da von Thorsten kommt, hat natürlich mehr mit mir zu tun als bei anderen Rollen, weil ich in dieser Situation impulsiv reagieren musste und vorher keinen Text auswendig gelernt habe.

Thorsten ist ja Lehrer. Wäre das auch ein Beruf für Sie gewesen oder war Ihnen immer schon klar, dass Sie Schauspieler werden und sonst nichts?

Ich habe vor Kurzem einen Text geschrieben, „ Ich wär so gern mehr ich“. Darin geht es genau um diese Frage, und mir ist aufgefallen, dass das alles irgendwie in eine Richtung ging. Als Kind wollte ich erst Arzt werden, dann Papst, dann Michael Jackson. Als ich älter wurde, wollte ich Richter für internationales Recht im französischsprachigen Raum werden – ohne zu wissen, ob es diesen Job überhaupt gibt. Aber ich fand den Titel cool und habe mir davon versprochen, dass ich damit bei Mädels punkte. (lacht) Und das alles hatte so eine Tendenz nach außen, das hatte im Grunde nichts mit mir zu tun, sondern es ging mehr um Schein als Sein. Deswegen war der Schritt zum Schauspieler nicht so weit. Mir ging es irgendwie immer darum, mich zu zeigen und mehr zu sein, als ich war. Vielleicht war das ein kindlicher Minderwertigkeitskomplex? Wir hatten damals ja kein Instagram, wo wir uns quasi als Fantasiefigur zeigen konnten.

Apropos Instagram. Sie sind dort sehr aktiv, geben Einblicke in Ihr Berufsleben, aber auch in Ihr Privatleben. Sind das alles bewusste Entscheidungen?

Wir haben entschieden, das Gesicht unseres Sohns nicht zu zeigen und nichts von zu Hause, aber hinter dem Account steckt keine Taktik. Ich habe zu Instagram sogar eher ein gespaltenes Verhältnis. Aber es ist schon so, dass man es als Schauspieler irgendwie braucht, weil es einfach eine wichtige Plattform ist. Wirklich viele Follower habe ich nicht (es sind aktuell 13.300, Anm. d. Red.), und als 43-jähriger Mann kann ich zum Beispiel mit den jungen „Fack ju Göhte“-Kollegen nicht mithalten. Meine Frau und ich, wir zeigen uns auf Instagram auch relativ wenig zusammen und versuchen uns nicht als Marke zu etablieren oder so – wir machen ja schließlich auch beruflich ganz unterschiedliche Sachen. Es tut uns beiden gut, dass man uns unterschiedlich wahrnimmt.

Sie nennen Yvonne Catterfeld Ihre Frau? Haben wir da was verpasst?

Nein. Wir sind nicht verheiratet. Aber da sie die Mutter meines Kindes ist und wir schon so lange zusammen sind, finde ich den Begriff Freundin immer bisschen befremdlich.

Yvonne Catterfeld und Oliver Wnuk bei der Berlinale 2016.
Yvonne Catterfeld und Oliver Wnuk bei der Berlinale 2016. | Bild: Jörg Carstensen / dpa

Noch mal zurück zu „Klassentreffen“. Auf wie vielen Klassentreffen waren Sie eigentlich schon?

Es waren zwei. Innerhalb von einer Stunde ist man auf so einer Veranstaltung ja wieder der gleiche Depp wie früher, egal wie hoch die Fernsehpräsenz im vergangenen Jahr war (lacht). Ich war damals der Junge, der auf dem Lehrertisch im Mülleimer saß. Der Lehrer kam oft schon gelangweilt ins Klassenzimmer, weil der Anblick so normal war. Heute würde man wohl sagen: Ich war irgendwo zwischen Klassenclown und Opfer. Aber ich habe diese Position selbst gewählt.

Wieso das?

In der Schule ist man entweder der Starke, Sportliche, oder man muss sich eben anders profilieren. Ich musste mich für den Humor entscheiden, und damit bin ich gut gefahren. Humor hat auch eine längere Halbwertszeit als Sport. Interessanterweise, und das sieht man bei Klassentreffen, sind es gerade die Leute, die früher die besten Noten hatten, die heute die unspannendsten Jobs machen. Dagegen haben die mit den schlechten Noten Stehauf-Qualitäten entwickelt, weil sie sich nach einer Fünf ja immer wieder motivieren mussten. Das sind heute die erfolgreichen Unternehmer.

Haben Sie auch außerhalb von Klassentreffen noch Kontakt zu Leuten von damals?

Ja. Und ich bin jemand, der Kontakt zu manchen Lehrern hält, auch weil ich beruflich immer mal wieder was in Konstanz mache und im Förderverein meiner alten Schule bin.

Sie sind an Ihrer alten Schule an einem Projekt zum Thema Heimat beteiligt. Was bedeutet denn Heimat für Sie?

Ich finde, das ist eine sehr schwere Frage. Mein erster Gedanke dazu ist: Ich bin meine Heimat, und Heimat ist da, wo ich bin. Ich behaupte, dass Heimat etwas mit Selbstbewusstsein zu tun hat. Je weniger Selbstbewusstsein ich habe, umso mehr verlagere ich mein Heimatgefühl nach außen. Also: viel Selbstbewusstsein, wenig Heimat – wenig Selbstbewusstsein, viel Heimat – gar kein Selbstbewusstsein, Heimatverein. Das ist meine These.

Gewagt … Haben Sie noch andere Ideen?

Heimat ist natürlich auch Erinnerung. Erinnerung an früher, als die Eltern noch alles für einen entschieden haben, als man gestützt wurde, wenn es darauf ankam. Diese Erinnerung kommt zurück, wenn man an einen Ort kommt und sagen kann: „Hier kann ich durchatmen! Hier kann ich sein, wie ich bin!“ Ich habe mal eine Umfrage unter meinen Facebook-Fans gemacht, und das am häufigsten genannte Wort auf die Frage „Was ist Heimat?“ war: Geborgenheit. Das fand ich spannend.

Und wie ist das mit der Fasnacht? Ist das auch Heimat?

Als Kind habe ich eine Hexenphobie gehabt. Ich hatte wirklich unglaubliche Angst und ich wusste, ich kann dieser Angst nur begegnen, wenn ich der Hexe hinter die Maske schaue. Und dann bin ich zu den Münsterhexen gegangen. Und als ich dann zum ersten Mal bei einem Fasnachtsumzug einen Purzelbaum gemacht habe und die Leute applaudiert haben, dachte ich: „Wow, das ist ja ganz cool.“ Das war im Grunde genommen das erste Mal, dass ich mich gezeigt habe – auch wenn ich gar nicht erkennbar war. Und das hat mir natürlich irre gut gefallen. Dann kam das Schultheater, und der Rest ist Geschichte. (lacht)

Seit einigen Jahren kommen Sie ja wieder regelmäßig an Fasnacht nach Konstanz.

Das stimmt. Eine Zeitlang hatte Fasnacht für mich keine große Bedeutung mehr, da war mein Drang zur Selbstdarstellung durchs Theater abgedeckt. Dieser Drang ist inzwischen sehr reduziert, weil man ja auch irgendwann mal kapiert, was wirklich wichtig ist im Leben – und das ist nicht, sich zu zeigen. Ich kam tatsächlich erst wieder mit meinen Kindern hierher. Meine Tochter wurde zwar in Konstanz geboren, lebt aber in Berlin, und sie kannte das überhaupt nicht. Ich habe ihr das dann vor ein paar Jahren gezeigt und habe auf einmal wieder total Spaß daran gehabt. Und Yvonne fand es auch super.

Was könnte Sie denn davon abhalten, Fasnacht zu feiern?

Na ja, da müsste schon ein Megaprojekt um die Ecke kommen … Die Fasnacht reiht sich ja tatsächlich ganz gut in unseren Kalender ein, weil sie immer entweder kurz vor der Berlinale oder kurz danach ist – und da ist filmtechnisch kaum was los. Deswegen geht sich’s ganz gut aus. (lacht)

Erleben Sie die Fasnacht als Vater eigentlich anders?

Schon. Heute denke ich: „Oh Gott, die Jugendlichen und der Alkohol! Das ist ja schlimm! Wir waren früher nicht so.“ Aber wir waren wahrscheinlich noch viel schlimmer! (lacht) Es hat sich natürlich viel verändert, aber viele Sachen sind auch gleich geblieben. Der Hemdglonckerumzug zum Beispiel, der ist für mich einzigartig. Und die ganze Atmosphäre und alle die schönen Menschen, die so fröhlich sind. Diese Fähigkeit, sich zu feiern und andere sich feiern zu lassen, das finde ich toll.

Wenn Sie und Ihre Frau zusammen unterwegs sind, wer wird denn da öfter angesprochen?

Das ist aber keine ernst gemeinte Frage von Ihnen …

Doch.

Es ist natürlich Yvonne. Ihre Präsenz ist einfach sehr hoch, und sie arbeitet in einem viel lauteren Bereich als ich. Besser gesagt: in einem viel personenbezogeneren Bereich. Bei mir steht ja immer eine Rolle davor, bei ihr ist es – wenn sie nicht gerade selbst einen Film dreht – immer die eigene Person, die im Vordergrund steht. Und sie hat sicherlich eines der berühmtesten Gesichter in Deutschlands, ganz klar.

Und wie fühlt man sich so als „der Mann von …“?

Ach, „der Mann von …“, so würde ich das gar nicht sehen. Aber Journalisten stecken Menschen natürlich gern in Schubladen. Erst war ich der Typ aus „Stromberg“, dann der Freund von Yvonne Catterfeld, und jetzt bin ich der Kommissar aus „Nord Nord Mord“. Man irritiert die Leute immer, wenn man etwas macht, das nicht in die Schublade passt. Ich habe ja zwei Romane geschrieben – über ernste Themen. Dann wurde ich in Talkshows eingeladen, und alle dachten an den lustigen Ulf aus „Stromberg“ und haben auf einen Gag gewartet, der einfach nicht kam. So sprengt man Schubladen, und das mache ich gern. (lacht) Unterschätzt werde ich zwar schon lange nicht mehr, aber man erwartet einfach bestimmte Dinge von mir.

Aber mit „Stromberg“ in Verbindung gebracht zu werden, das ist vermutlich nichts, was Sie grundsätzlich stört, oder?

Auf gar keinen Fall.

Werden Sie noch oft auf die Serie angesprochen?

Ja. Ich will nicht arrogant klingen, aber ich glaube, wir haben mit „Stromberg“ einfach etwas Besonderes geschaffen. Ich werde eigentlich fast jeden Tag darauf angesprochen. Es gibt viele Leute, die sich die Serie auch heute noch im Internet anschauen – und dabei ist es jetzt 15 Jahre her, dass die erste Staffel im Fernsehen lief. Es gibt Leute, die kennen mich ausschließlich von „Stromberg“. Und dann gibt es natürlich die, die mich als den lustigen Kommissar in „Nord Nord Mord“ kennen. Andere kennen mich, weil ich in der Kika-Serie „Allein gegen die Zeit“ den Bösen gespielt habe und das eine prägende Serie ihrer Kindheit war. Yvonne hat im Grunde genommen ein Publikum von fünf bis 85 Jahren. Durch ihren Beruf und ihre Persönlichkeit. Sie macht ja auch Werbung und steht damit für bestimmte Werte. Das merken sich die Leute, und das ist, glaube ich, auch ein Teil ihres Erfolgs. Das ist bei mir anders, weil ich als Schauspieler eben selten ich selbst bin.

Heute reden ja alle über Serien. „Stromberg“ war der Zeit da praktisch weit voraus. Können Sie sich vorstellen, noch mal über längere Zeit so eine Serie zu machen?

Ob ich mir das vorstellen kann? Klar! Ich finde nichts im Unterhaltungsbereich besser als Serien. Ich bin seit 2003 eigentlich durchgehend in Serien oder Reihen zu sehen. Ich liebe es, mit meinen Rollen älter zu werden. „Nord Nord Mord“ zum Beispiel mache ich jetzt seit 2010. Und meine Kollegen, das sind Menschen, die ich ganz nah am Herzen habe. Da muss man natürlich auch Glück haben. Wenn ich in einer Serie wäre und mit den Kollegen nicht klarkommen würde, dann würde ich das wahrscheinlich nicht lange machen. Egal, wie erfolgreich das Format wäre. Leute wie Julia Brendler, die in „Nord Nord Mord“ meine Kommissarskollegin ist, treffe ich dank der Dreharbeiten regelmäßig. Dann reden wir viel, sitzen zusammen im Café, gehen abends ins Restaurant. Solange wir drehen, leben wir richtig zusammen. Wir leiden zusammen, diskutieren, streiten und kreieren Dinge. Und dann gehen wir wieder auseinander. Ich liebe das!

Begleiten Sie und Ihre Frau sich oft gegenseitig zu Dreharbeiten?

Ja. Wenn es um die Kinderbetreuung geht, ist das anders oft gar nicht möglich. Ich bin derjenige von uns beiden, der mehr unterwegs ist. Ich habe zwischen 150 und 200 Hoteltage im Jahr. Das wird sicher anders werden, also ruhiger, wenn unser Sohn nächstes Jahr in die Schule kommt. Aber: Wir sind und bleiben eine Gauklerfamilie. (lacht) Und ich werde ganz bestimmt nicht untätig sein.