Tipps für Sonntag, den 29. März:

Unorthodox

In ihrem vielbeachteten Roman „Unorthodox“ beschreibt Deborah Feldman ihr Leben in der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde im New Yorker Stadtteil Williamsburg und den schmerzhaften Prozess der Loslösung aus der hermetischen Religionsgemeinschaft. Nun hat Maria Schrader den Stoff als Vierteiler für „Netflix“ inszeniert. Mit fasziniertem Blick zeigt der Film den streng reglementierte Lebenswandel und macht gleichzeitig unmissverständlich dessen frauenfeindlichen Implikationen klar.

Wo zu sehen?

Auf Netflix (Ab 7,99 Euro im Monat).

The Hate U Give

Ein packendes Coming-of-Age-Drama um Polizeigewalt in den USA, das seine junge Heldin in einen forcierten Selbstfindungsprozess hinein treibt und die rassistischen Grenzziehungen präzise aufzeigt. Das stark pochende Herz des Filmes ist die herausragende Amandla Stenberg, die die widerstrebenden Gefühle ihrer Figur nuanciert und kraftvoll auf die Leinwand bringt. „The Hate U Give“ überzeugt durch seinen wachen Blick auf gesellschaftliche Spaltung, in deren Tiefen das Mädchen hineingezogen wird.

Wo zu sehen?

Als VoD bei Sky innerhalb der Flatrate und als Kaufvideo bei Amazon, iTunes, Maxdome u.a.

Stan & Olli

„Stan & Olli“ konzentriert sich auf die letzte Lebensphase der Leinwand-Stars, die noch einmal einen neuen Karriereanlauf nehmen. John C. Reilly und Steve Coogan sind hinreißend als gealtertes Komikerpaar Laurel und Hardy. Der Film lässt bekannte Sketche nicht nur in Bühnenpräsentationen, sondern auch ins private Miteinander der beiden einfließen. Eine angenehm sanfte Komödie über die Vergänglichkeit des Ruhms und den unzerstörbaren Wert gewachsener Freundschaften.

Wo zu sehen?

Heute Abend 21:15 Uhr auf Sky Cinema

Tipps für Samstag, den 28. März:

Die Simpsons

Sie sind gelb, zweidimensional und als satirisches Cartoon-Zerrbild der USA und ihrer dysfunktionalen Durchschnittsfamilien seit 1989 ein globales TV- und Popkulturphänomen. Auch im deutschen Fernsehen sind seitdem zwar alle Staffeln der „Simpsons“ gelaufen. Jetzt allerdings gibt es auf Disney+ geballt alle fast 700 Folgen der am längsten laufenden Zeichentrickserie der Welt: zum Nachholen neuerer Episoden oder zum erneuten Kaputtlachen über die zeitlos genial komischen Eskapaden.     

Wo zu sehen?

Auf dem Streamingkanal Disney+ (Ab 6,99 Euro pro Monat).

The Valhalla Murders

Ein Ermittlerduo aus zwei Ländern und die Jagd nach einem Serienkiller: Die Thrillerserie „Die Brücke“ und der Ableger „Der Pass“ haben es vorgemacht. Jetzt ist in „The Valhalla Murders“ ein isländisch-norwegisches Duett einem Mörder auf den Fersen, dessen Spuren in die düstere Vergangenheit eines Kinderheims führen. Was hinter dem zentralen Geheimnis steckt, wird zwar (etwas zu) schnell klar – nicht aber, in welche Kreise diese Missbrauchs-Geschichte zieht, die so gut gespielt wie atmosphärisch inszeniert ist.

Wo zu sehen?

Auf Netflix (Ab 7,99 Euro im Monat).

Zoomania

Wer sagt, dass man als niedliche Kaninchenfrau keine gute Polizistin sein kann? Der Animationsfilm „Zoomania“ erzählt von der unbeirrten Judy Hopps, die einer Fleischfresser-Verschwörung auf die Spur kommt. Im Laufe der Ermittlungen im Tier-Kosmos wird munter mit Genre-Elementen jongliert, während der Film detailverliebt animiert zwischen Buddy-Movie, Fabel, Krimi und reichlich rasanten Actioneinlagen hin- und herhoppelt.

Wo zu sehen?

Heute Abend um 20.15 Uhr auf Sat.1.

Tipps für Freitag, den 27. März:

Im Angesicht des Verbrechens

Jahre bevor der Serien-Boom auch Deutschland fest im Griff hatte, war dieser Zehnteiler von Dominik Graf die Ausnahme von der Regel: eine seriell erzählte Krimigeschichte aus der Berliner Unterwelt, ebenso spannend wie komplex und fernab von „Tatort“-Seichtigkeit. Für alle Nicht-Schläfer gibt’s in der Nacht zum Samstag die ersten fünf Folgen am Stück, kommende Woche dann den Rest dieses hochkarätig besetzten Meisterwerks.

Wo zu sehen?

In der Nacht auf Samstag ab 0.30 Uhr auf dem ARD-Spartenkanal ONE.

Making the Cut

Heidi Klum sucht fortan nicht mehr nur Topmodels, sondern auch Modedesigner. Früher tat sie das im US-TV in der Sendung „Project Runway“, nun hat sie gemeinsam mit Designprofessor Tim Gunn ihre eigene Streaming-Show. Elf internationale und durchaus schon etablierte Designer*innen konkurrieren um eine Million Dollar, bewertet von Fashion-Hochkarätern wie Naomi Campbell. Ein erfreulich hochwertiges, wenig reißerisches Format, in dem es um Talent und Sachverstand geht.

Wo zu sehen?

Ab heute bei Amazon Prime, jeden Freitag zwei neue Folgen.

Muppet Movie

Zum Start des neuen Streamingdienstes gibt’s nicht nur jede Menge Zeichentrick, „Star Wars“ und Marvel-Helden, sondern auch ein Wiedersehen mit Kermit, Miss Piggy und Co. Sechs Kinofilme der wilden Puppen sind verfügbar, darunter dieser Oscar-nominierte Klassiker aus dem Jahr 1979 mit Gaststars wie Steve Martin, Bob Hope und Orson Welles. Ein großer, durchaus nostalgischer Spaß, längst nicht nur für Kinder.

Wo zu sehen?

Auf dem Streamingkanal Disney+ (ab 6,99 Euro im Monat)

Tipps für Donnerstag, den 26. März:

The Mandalorian

Das war ziemlich clever von Disney: Am Sonntag gab’s als Köder die erste Folge des „Star Wars“-Ablegers bei ProSieben, aber für die Fortsetzungen muss man den Streaming-Dienst abonnieren. Der halbstündige Vorgeschmack machte jedenfalls Lust auf mehr: Mit vielen Referenzen zum klassischen Italo-Western erzählt die Serie die Geschichte eines wortkargen galaktischen Kopfgeldjägers. Stargast ist Regisseur Werner Herzog als düsterer Auftraggeber.

Wo zu sehen?

Auf dem neuen Streaming-Kanal Disney+ (6,99 Euro pro Monat).

Spides 

Dank des Serien-Booms gibt es wieder Genre-Fernsehen aus Deutschland: In „Spides“ lässt Rainer Matsutani Aliens auf Berlin los. Heldin der Science-Fiction-Serie ist eine Studentin, die mit Gedächtnisverlust aus dem Koma erwacht und schockiert feststellt, dass sie eine mörderische Doppelgängerin hat. Die Besetzung ist international, die effektvollen Bilder lassen die acht Folgen wie eine Mischung aus deutschem und amerikanischem Fernsehen wirken.

Wo zu sehen?

Auf dem Pay-TV-Kanal SyFy (unter anderem über Sky zu empfangen oder streamen).

Familie ist kein Wunschkonzert

Die Tragikomödie ist dem doofen Titel zum Trotz ein toll gespielter kurzweiliger Film über eine junge Frau, die für klare Verhältnisse sorgen will: Philomena (Gro Swantje Kohlhof) hat sich in ihrer Familie immer wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt. Ein Test bringt Gewissheit: Sie ist nicht die Tochter ihres Vaters. Gemeinsam mit ihren Schwestern macht sie sich auf den Weg quer durch Deutschland, um ihre Eltern zur Rede zu stellen.

Wo zu sehen?

Heute Abend um 22 Uhr auf NDR.

Tipps für Mittwoch, den 25. März:

Gran Torino

Ein beruhigendes Kontinuum der Filmgeschichte ist Clint Eastwood. Mit unschlagbarer Selbstironie inszeniert er sich in seiner Regiearbeit „Gran Torino“ als unausstehlichen Kriegsveteranen und Rassisten, dessen langsamer Annäherungsprozess zum südostasiatischen Nachbarsjungen sehr unterhaltsam und ohne angestrengte Läuterungsszenarien daherkommt. 

Wo zu sehen?

Heute um 20.15 Uhr auf Kabel 1.

Mord mit Aussicht

Wenn die Nerven im Home-Office blank liegen, sich alles im Kopf dreht, weil jeder Corona-Tag etwas Neues bringt, dass man sich gestern noch nicht vorstellen konnte – da ist es mehr als legitim sich abends vor dem Fernseher entspannen und mit Vertrautem umgeben zu wollen. Es gibt Filme und Serien, die eine unmittelbar seelentröstende Wirkung entfalten, auch oder gerade, wenn man sie zum wiederholten Mal anschaut. Dazu gehört auf jeden Fall die gute, alte ARD-Serie „Mord mit Aussicht“, in dem die Überschaubarkeit in der Eifeler Polizeistation Hengasch zum lustvollen Erzählprinzip erhoben wird. Zu den mit feiner Ironie gezeichneten Charakteren gesellt sich ein tiefenentspannter Humor und eine Lust an provinziellen Absurditäten. Kann man sich immer wieder ansehen. 

Wo zu sehen?

Bei Netflix (ab 7,99 € im Monat für das gesamte Angebot).


Hände weg von Mississippi (Kinderfilm)

Detlev Buck hat hier Cornelia Funkes Kinderbuch derart liebe- und humorvoll verfilmt, dass das familiäre Sehvergnügen auch noch weiter wächst, wenn alle auf dem Sofa die Dialoge mitsprechen können. Goldene Kornfeldern, saftige Wiesen, verwilderte Vorgärten und ein weiter blauer Himmel bilden die idyllische Idealkulisse für das sommerliche Kinderabenteuer und die schön schrägen Figuren aus dem Buck’schen Humoruniversum.

Wo zu sehen?

Bei Amazon (ab 2,99 Euro zum online ansehen), Rakuten und Google Play.

Tipps für Dienstag, den 24. März:

Tiger King – Murder, Mayhem and Madness  („Großkatzen und ihre Raubtiere“)

Dass Joe Exotic, der exzentrische Betreiber eines riesigen Tiger-Zoos in Oklahoma, den Mord an einer Tier-Aktivistin in Auftrag gegeben haben soll, ist nur die Ausgangssituation. In sieben Teilen nimmt die äußerst unterhaltsame True-Crime-Dokuserie „Tiger King“ vielmehr den bizarren Kosmos obsessiver US-Großkatzenzüchter auseinander. Dubios mafiöse Geschäftspraktiken treten ebenso zu Tage wie sektenartige Lebensverhältnisse und die Ausbeutung wilder Tiere und Menschen – und man schaut fassungslos fasziniert dabei zu.

Wo zu sehen?

Bei Netflix (ab 7,99 € im Monat für das gesamte Angebot).

Succession 

Rupert Murdoch und die Familie des Medienunternehmers sollen loses Vorbild sein für „Succession“. Aber auch ohne Parallelen zur Wirklichkeit begeistert das Satire-Drama um den monströs rücksichtslosen Roy-Clan: Der schmerzhafte Humor hat extremen Säuregehalt, die Dialoge sind gallig und das Ensemble ist durchweg genial, das gnadenlos um die Nachfolge des Medien-Patriarchen machtrangelt. Ausführende Produzenten: Will Ferrell und „Vice“-Regisseur Adam McKay.

Wo zu sehen?

Auf Sky (Über monatlich kündbares Streaming -Abo "Sky Ticket" oder 12-Monats-Paket mit Receiver "Sky Q").

Kiss Kiss Bang Bang 

Val Kilmer und Robert Downey Jr. in Hochform! Der eine ist Detektiv, der andere ein Dieb mit Schauspielambitionen, zusammen werden sie durch die Ermittlungen in einem Mordfall geschickt – und durch eine Mischung aus Action-Komödie, Film-Noir-Krimi und beschleunigtem Buddy-Movie, die mit herrlich angespitzten Dialogen und satirischen Hollywood-Anspielungen dauerfeuert.

Wo zu sehen?

Heute, 20.15 Uhr auf Kabel 1.

Tipps für Montag, den 23. März:

Years and Years

Von heute bis ins Jahr 2034 begleitet die britische Miniserie vier erwachsene Geschwister und ihre Angehörigen in einer bemerkenswert zeitgemäßen Mischung aus apokalyptischer Dystopie und rührender Seifenoper. In der Themensetzung von Sexrobotern und Fleischersatz bis Flüchtlingskrise und Bankenkollaps selten subtil, aber ungemein kurzweilig und mit Emma Thompson als populistischer Polit-Quereinsteigerin.

Wo zu sehen?

Bei StarzPlay (als App oder Channel bei Amazon Prime/AppleTV u.a., 4,99€ im Monat).
 

Die Wahrheit

Eine junge Frau steht vor Gericht, weil sie ihren Liebhaber erschossen hat. Doch reicht als Motiv tatsächlich der „unmoralische Lebenswandel“, den die Staatsanwaltschaft zu erkennen meint? Henri-Georges Clouzot zeigte mit dieser Oscar-nominierten Mischung aus Justizkrimi und Moraldrama, dass Brigitte Bardot auch als ernsthafte Schauspielerin überzeugen kann. Auch nach 60 Jahren noch sehenswert!

Wo zu sehen?

Heute, 21.55 auf Arte.


Freud

Wer in dieser Serie des Österreichers Marvin Kren nach historischen Fakten zu Siegmund Freud und seiner Psychoanalyse sucht, wird nur bedingt fündig. Gruselige Mystery-Spannung mit reichlich Sex und Gewalt gibt‘s dafür umso mehr, als der junge Arzt erst einen Mörder sucht und bald in eine große Verschwörung verwickelt wird. Mit opulent ausgestatteten Bildern und dem sehenswerten Newcomer Robert Finster in der Hauptrolle.

Wo zu sehen?

Ab heute bei Netflix (ab 7,99 € im Monat für das gesamte Angebot).