Julian Ambrozy hatte es satt. Satt, stundenlang in der Warteschleife der Impfhotline zu hängen oder vergebens auf der Internetseite nach einem freien Impftermin für seinen Opa zu suchen.

Also half sich der 17-jährige Schüler kurzerhand selbst und schuf ein Programm, das ihn benachrichtigte, sobald ein Termin bei einem Impfzentrum in der Region frei war. „Das Programmieren hat so ungefähr 30 Stunden gedauert“, sagt Ambrozy. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Opa hat einen Termin bekommen und ist bereits zum ersten Mal geimpft.

Internetseite soll auch anderen helfen

Weil das Programm seinem Opa geholfen hatte, kam dem Jugendlichen aus Ostfildern die Idee, für das Programm eine Internetseite zu schaffen, mit deren Hilfe auch andere leichter an einen Impftermin in ihrer Nähe kommen. Anfangs war die Seite auf die Region um Stuttgart beschränkt, doch mit der Nachfrage wuchs auch die Seite.

Unter Impfterminübersicht.de sind inzwischen Termine in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Brandenburg zu finden. Gekoppelt ist die Homepage an die Internetseite der Impfterminvergabe. Damit die Seite nicht zu Impftourismus führt, kann man inzwischen sogar ein bevorzugtes Impfzentrum angeben. Wird dort ein Termin frei, wird man per Mail informiert. Inzwischen haben mehr als 2,7 Millionen Menschen die Seite besucht, über 450.000 haben nach Ambrozys Angaben darüber einen Impftermin bekommen.

Die Nachfrage wächst stetig

Das hat selbst Julian Ambrozy überrascht. Er sagt: „Anfangs dachte ich, da kommen vielleicht 200 Leute am Tag. Jetzt werden es mit jedem Tag mehr.“ 35.000 Besucher seien es am Tag des gemeinsamen Gesprächs gewesen. Vermittelt werden konnten an diesem Tag über die Seite sogar rund 40.000 Termine.

Dass so viele Impfterminsuchende seine Seite besuchen, stellt ihn allerdings vor eine Herausforderung. Denn je mehr Menschen die Seite nutzen, desto größer sind die Datenmengen. Das benötigt Platz und kostet Geld. Deswegen freut er sich auch immer, wenn Menschen, die mithilfe der Internetseite einen Impftermin bekommen haben, ihm etwas Geld spenden. „Ich bekomme immer wieder positive Rückmeldungen. Das macht mich schon stolz“, sagt der 17-Jährige.

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Noch geht Ambrozy zur Schule, in rund anderthalb Jahren steht für ihn das Abitur an. Dann will er auf jeden Fall etwas in der Informationstechnik machen, das mache ihm Spaß. Was genau, wisse er derzeit noch nicht. „Aber dafür habe ich ja auch noch Zeit“, sagt er.