Es waren dramatische Stunden, als die Bergwacht Schwarzwald am Sonntag um 15.45 Uhr alarmiert wurde. Eine 27-jährige Schneeschuhgängerin war an einem Wasserfall oberhalb des Feldsees im Schnee eingebrochen und in die Tiefe gestürzt. Die Frau konnte nach Mitteilung der Bergretter erst mehrere Stunden später durch einen Großeinsatz der Bergwacht, des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei geborgen und in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

In der Nacht erlag die Frau den Folgen ihrer schweren Verletzungen, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Ihr 28-jähriger Begleiter konnte zwar unverletzt gerettet werden, er stand aber nach Auskunft der Bergwacht unter Schock.

Die Frau brach auf einer Schneebrücke ein, unter der ein Bach lief

Angefangen hatte alles am Sonntag, als die beiden sich mit Schneeschuhen auf eine Wanderung über den Feldberg machten. Ob sie bewusst in das Gelände, in dem Lawinengefahr herrschte, gegangen waren oder sich womöglich im Nebel verirrt hatten, ist noch unklar. „Das Wetter war furchtbar, die Wolkendecke lag auf 1300 Metern“, so Bergwacht-Sprecherin Judith Joos gegenüber dem SÜDKURIER.

Auf Höhe des Wasserfalls am Seebach oberhalb des Feldsees muss die Frau dann auf dem Schnee eingebrochen und in die „tief darunter, unterhalb einer dicken Schneedecke liegenden Rinne des Bachablaufs gestürzt“ sein. Ihr Partner sei noch oben gewesen, aber die Frau konnte sich nicht selbst befreien. Hinzu kam, dass sich kurz darauf eine Lawine aus dem Felsen löste und weitere Schneemassen herunter kamen, wie die Bergwacht weiter mitteilt.

Blick auf Feldsee bei Sonnenaufgang.
Blick auf Feldsee bei Sonnenaufgang. | Bild: Hochschwarzwald Tourismus Gmbh

Eine der Ursachen für das Unglück seien die ungünstigen Witterungsverhältnisse gewesen, die dort schon seit einigen Tagen geherrscht hatten. So habe der Regen den Schnee schwer gemacht. An den steilen Hängen in diesem Gebiet herrsche Lawinengefahr, erklärte die Sprecherin weiter. Aus diesem Grund und weil die Gefahr weiterer Schneebrücken bestand, sei für die Bergretter ein Zugang zu dem Unglücksort nur von dem unterhalb gelegenen Feldsee her möglich gewesen.

Sehr aufwändige Bergung

Nach Angaben von Bergwacht-Landesleiter David Hierholzer, der den Einsatz der 36 Helfer am Sonntag geleitet hatte, dauerte allein der Weg vom Parkplatz bis zu der 27-jährigen Frau bis zu 40 Minuten. Sie wurde schließlich sechs Meter unterhalb der Schneedecke gefunden. „Wir mussten von der Seite einen Tunnel zur Patientin graben,“ so Hierholzer.

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Der Nebel und die einsetzende Dunkelheit hätten die Arbeiten weiter behindert. Kompliziert war die Bergung zudem, weil die Frau nach Angaben der Bergwacht über den Steilhang abgeseilt werden musste. Auf einem Schneefahrzeug wurde sie schließlich zum Rettungsdienst gebracht, der sie in ein Krankenhaus brachte.

Schneeschuhwandern liegt derzeit sehr im Trend, hier ein Bild aus dem Nordschwarzwald. Wer auf den Wegen bleibt, setzt sich meist keiner großen Gefahr aus, sagen Bergretter.
Schneeschuhwandern liegt derzeit sehr im Trend, hier ein Bild aus dem Nordschwarzwald. Wer auf den Wegen bleibt, setzt sich meist keiner großen Gefahr aus, sagen Bergretter. | Bild: Silas Stein/dpa

Die Polizei warnt davor, das Feldberggebiet zu unterschätzen und auf eigene Faust die markierten Wege zu verlassen. So mussten die Bergretter auch am Samstag ausrücken, um eine Jugendgruppe von 12- und 14-Jährigen zu suchen. Sie hatten sich bei ihrer Wanderung im Bereich der Menzenschwander Alm verlaufen. Sie konnten aber schließlich in der Dunkelheit nach Polizeiangaben von den Rettungskräften per Telefon nach Menzenschwand zurückgeführt werden.

Ein Ausnahmefall

Schneeschuhwandern ist am Feldberg ein beliebtes Hobby. Dass solche Ausflüge tödlich enden, sei aber laut Hierholzer ein sehr unglücklicher Ausnahmefall und bei dem Unglück vom Sonntag „eine sehr unglückliche Verkettung von Zuständen“.