Die Fälle des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gehen nicht aus. Am Wochenende machten zwei neue die Runde – einer davon in der Erzdiözese Freiburg. Im Raum steht der „Vorwurf des sexuellen Übergriffs gegen eine volljährige schutzbedürftige Person im Ausland“. Er richtet sich gegen einen Ordensgeistlichen, also einen Pater, der aber für die Diözese im seelsorgerischen Einsatz war. Abgespielt haben soll sich der sexuelle Übergriff im Ausland.

„Verfahren stehen noch am Anfang“

Genauere Angaben macht die Diözese nicht. Als Gründe dafür gibt Pressesprecher Marc Mudrak den Persönlichkeits- und Datenschutz an. Alle näheren Angaben seien sonst auf die betroffene Person zurückzuführen. Es gilt die Unschuldsvermutung, solange nichts bewiesen ist. Die Staatsanwaltschaft im ausländischen Tatort-Land ist eingeschaltet, ebenso ermittelt die Kirche. „Beide Verfahren stehen noch am Anfang“, so Mudrak.

Opfer zeigte den Fall an

Der Sprecher betont allerdings, dass der Vorwurf sehr ernst genommen werde. Das zeige die schnelle Reaktion in Form der Freistellung des Ordensmanns. Was zwischen den Zeilen klar wird: Der Übergriff spielte sich zu einer Zeit ab, als der Pater bereits im Dienst des Bistums im Einsatz war – nicht etwa während eines früheren Einsatzes im Ausland. Aufmerksam gemacht wurde das Bistum auf den mutmaßlichen Übergriff durch das Opfer selbst, das den Fall zur Anzeige brachte.

Auch die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart plagt derzeit ein aktueller Missbrauchsvorwurf. Im Fall der Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pfarrer aus dem Dekanat Ostalb ist mehr bekannt als über den Freiburger Fall: Im Raum steht die sexuelle Belästigung von zwei Ministrantinnen im Alter von 16 und 21 Jahren. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen geht dem Anfangsverdacht nach.

Lange Umarmungen und Berührungen

Dem leitendem Pfarrer einer Seelsorgeeinheit werden den Angaben zufolge ungewollte lange Umarmungen, Berührungen und ungewollte Kontaktaufnahmen über Messenger-Dienste vorgeworfen. Bereits Anfang Juli hatte es laut Diözese einen ersten Hinweis auf eine ungewollte Umarmung gegeben. Der Pfarrer hat den Angaben zufolge daraufhin Verhaltensauflagen bekommen.

Offengelegt hatten die Vorwürfe Ministrantinnen und Ministranten aus den drei Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit. In einem Brief hatten sie sich an den Leiter für Pastorales Personal der Diözese gewandt.

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Der Beschuldigte darf keine priesterlichen und pastoralen Dienste übernehmen und keine Gottesdienste mehr feiern. Der Mann ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen ähnlichen Taten bislang nicht in Erscheinung getreten.