Überschwemmungen gab es etwa am östlichen Bodensee im Bereich des Campingplatzes Kressbronn, der geräumt wurde. In Konstanz war die Lage am Freitag noch nicht angespannt. Auf eine Anfrage aus dem Gemeinderat teilte die Feuerwehr mit, man rechne kurzfristig nicht mit einem drohenden Hochwasser. Oberbürgermeister Uli Burchardt sagte nach Rückfrage bei den Einsatzkräften, dort herrsche die Einschätzung, es „müsse schon noch 14 Tage Dauerregen geben, bis die Lage kritisch wird.“ Die Konstanzer Feuerwehr habe Sandsäcke in der beim Pfingst-Hochwasser 1999 benötigten Anzahl vorrätig. Ein besonderes Augenmerk legt das Landratsamt auf zwei besonders gefährdete Straßenabschnitte: den Damm zur Insel Reichenau und die L 192 zwischen Moos und Radolfzell. Als Lehre aus dem Jahrhunderthochwasser wurde der Damm aufgeschüttet, so dass der Radweg eine ähnliche Naturgewalt überstehen sollte, sagte Stefan Basel vom Landratsamt Konstanz.

Wie ein Sprecher der Polizei Konstanz am Samstag mitteilte, seien Straßen bereits vorsorglich gesperrt, Warnschilder aufgestellt und der Verkehr umgeleitet worden. Auf dem Damm, der zur Insel Reichenau führt, sei nur noch ein Radweg befahrbar. Auch die Strecke zwischen Radolfzell und Moos sei gesperrt.

Auch in der Nacht zum Sonntag hat der Bodensee weiter an Wasser gewonnen. Der Pegel in Konstanz stand am Morgen bei 5,06 Meter.

Schilder weisen auf Hochwasser im Bodensee hin. Foto: Felix Kästle/Archiv
Schilder weisen auf Hochwasser im Bodensee hin. Foto: Felix Kästle/Archiv | Bild: Foto: dpa

Bis Montag erwartet die Vorhersagenzentrale, dass das Wasser im Bodensee wegen neuer Gewitter mit vereinzeltem Starkregen noch geringfügig weiter ansteigt. „Wir gehen von einem weiteren leichtem Anstieg bis 5,20 Meter aus“, sagte Friese. „Das ist keine Situation, die in Städten zu großen Schäden führt“, sagte Friese. Einzelne Uferbereiche könnten aber überschwemmen.

Wie im Kreis Konstanz so wurden auch im Bodenseekreis am Freitag mit Erreichen des Hochwasserpegels alle Seegemeinden informiert, damit sie sich vorbereiten, erklärte Robert Schwarz vom Bodenseekreis. Die Abläufe müssten frei sein, mögliche Gefahrstoffe aus Kellern und Tiefgaragen entfernt. Auch die Feuerwehren wurden in Einsatzbereitschaft versetzt.

Vorkehrungen trifft auch das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen gegen das drohende Hochwasser. Wenn das Wasser nur noch knapp unter den Holzplattformen der nachgebauten prähistorischen Pfahlbausiedlung liegt, besteht die Gefahr, dass Wellenschlag die Holzbohlen wegdrückt. Daher wurden bereits Eisenbahnschwellen zur Beschwerung auf das Holz gelegt. Die Museumsbesucher müssen bisher keine Einschränkungen hinnehmen.

Deutlich ruhiger geht der Puls hingegen derzeit bei Anliegern von Breg und Donau, seit das große Rückhaltebecken in Wolterdingen 2012 in Betrieb gegangen ist. Neben dem Millionenprojekt sorgen zahlreiche kleinere Maßnahmen inzwischen für mehr Sicherheit.
 

Überschwemmungen gibt es auch am Rhein. Bei Waldshut wurde eine Minigolfanlage überflutet, auch Teile des Rheinuferwegs in Bad Säckingen standen unter Wasser. Jürgen Glocker vom Landratsamt sagte, die erreichten 9,30 Meter seien kein außergewöhnlich hoher Pegelstand. Statistisch werde er alle zwei Jahre erreicht. Kritisch werde es erst ab zehn Metern. Zuletzt war das der Fall im Jahr 2013 mit 10,11 Meter. 1999 lag der Pegel bei 11,20 Meter.

Die Hochwasserstände und Vorhersagen werden von der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg laufend aktualisiert.
 

Auf dieser Karte kann man sehen, bis wohin das Wasser bei verschiedenen Hochwasser-Stärken reichen würde: