Nach islamfeindlichen Drohschreiben gegen Moscheen, Ankerzentren, Parteizentralen und Medien haben Ermittler bei einer Aktion in vier Bundesländern mehrere Gebäude durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen sieben Beschuldigte aus dem rechtsextremen Milieu in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Villinger Mosche involviert

Die Razzien sollen auch im Zusammenhang mit der Bombendrohung auf die Moschee in Villingen-Schwenningen stehen. Dort war am 23. Juli eine solche Mail eingegangen. Der Drohung nach sollte laut Polizei dort ein Sprengkörper explodieren. Bei der Durchsuchung der Moschee, die sich in der Nähe eines Gymnasiums befindet, keine verdächtigen Gegenstände gefunden.

An diese Moschee in Villingen-Schwenningen wurden Drohschreiben per Mail geschickt.
An diese Moschee in Villingen-Schwenningen wurden Drohschreiben per Mail geschickt. | Bild: Lea Spormann

Bei der bundesweiten Untersuchung seien sechs Personen vorläufig festgenommen worden, gab Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bekannt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seien sie wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Landkreis Sigmaringen im Fokus

In Baden-Württemberg fanden die Aktionen in zwei Objekten statt. „Eine Person im Landkreis Sigmaringen wurde untersucht“, sagte Ludwig Waldinger, Pressesprecher des Landeskriminalamts Bayern auf Nachfrage des SÜDKURIER.

Mann aus Bingen soll zu einer verbotenen rechtsextremistischen Organisation gehören

Unbestätigten Aussagen zufolge soll diese Person aus Bingen kommen und der verbotenen rechtsextremistischen Organisation „Blood and Honour„ (Blut und Ehre) angehören.

Am Einsatz beteiligt waren insgesamt rund 120 Beamte. Die Ermittler wurden von Spezialeinsatzkräften (SEK) und örtlicher Polizei unterstützt. Sichergestellt wurden Datenträger wie Computer, Smartphones und Festplatten.

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„Die Beschuldigten stehen schon seit einiger Zeit im Fokus polizeilicher Ermittlungen“, sagte Waldinger. Nähere Angaben zu den durchsuchten Objekten machten die Behörden nicht. Im Laufe des Vormittages waren die Aktionen beendet.

Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation „Combat 18“ gilt als bewaffneter Arm von „Blood and Honour“ und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv. „Combat“ steht im Englischen für Kampf. „18“ gilt als Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H – die Initialen von Adolf Hitler.

Bei einer Beschlagnahmung in Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2003 Waffen der Organisation „Combat 18“ sichergestellt.
Bei einer Beschlagnahmung in Schleswig-Holstein wurden im Jahr 2003 Waffen der Organisation „Combat 18“ sichergestellt. | Bild: Horst Pfeiffer

Die „Volksfront“ ist eine ursprünglich aus den USA stammende rechtsextreme Organisation. Offiziell hatte sie sich 2012 aufgelöst.