Ein anonymer Anrufer machte die Vorarlberger Polizei in der Nacht auf vergangenen Samstag auf eine illegale Corona-Party in einem Lokal in Hohenems im Bezirk Dornbirn aufmerksam. Noch bevor zwei Polizeistreifen der Inspektionen Hohenems und Lustenau gegen 22.50 Uhr das Lokal betraten, gelang fünf bis zehn Partygästen die Flucht durch den Hintereingang. Im eher „düsteren Lokal“ befanden sich laut Polizei weitere 45 Feiernde, davon „34 deutsche Staatsbürger, die meisten aus dem Raum Ravensburg und Weingarten“, wie Robert Vonach von der Landespolizeidirektion Vorarlberg dem SÜDKURIER bestätigt.

Die Party-Touristen, die laut Polizei größtenteils im Alter zwischen 17 und 25 Jahren waren, erwartet nun eine Menge Post aus Österreich. „Niemand hatte einen negativen Antigentest oder eine Reiseregistrierung für Österreich bei sich – die haben zum Teil gar nicht gewusst, was das ist. Die FFP2-Maskenpflicht hat auch jeder missachtet und in Vorarlberg hat es noch eine Ausgangssperre nach 22 Uhr gegeben – das war alles später“, sagt Vonach.

200 Anzeigen erstattet

Die Lokalbetreiberin hatte den anwesenden Feiernden gegen Bezahlung diverse Alkoholika ausgeschenkt und der Sicherheitsabstand wurde nicht eingehalten. Alle illegalen Partygäste und die Betreiberin mussten sich einer Personenkontrolle unterziehen.

Insgesamt hat die Vorarlberger Polizei rund 200 verwaltungsrechtliche Anzeigen nach dem österreichischen Covid-19-Maßnahmengesetz, den Einreisebestimmungen sowie der Gewerbeordnung an die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn übermittelt.

Illegales Glücksspiel ausgehoben

Fast zeitgleich und nur wenige Kilometer weiter konnte die Vorarlberger Polizei in der Nacht auf Samstag ein illegales Glückspiel in Dornbirn ausgehoben. Trotz bestehender Ausgangsbeschränkungen hielten sich gegen 22 Uhr rund 80 Personen auf dem ehemaligen Firmengelände auf. Deutsche Staatsbürger waren nicht darunter, allerdings einige Schweizer, wie Polizeisprecher Robert Vonach dem SÜDKURIER sagte.

In einem separaten Raum konnte eine Person beim Spielen auf frischer Tat ertappt werden. Daraufhin folgte die behördliche Schließung des Areals nach dem Glücksspielgesetz. Außerdem konnte die Polizei geringe Mengen an Cannabis-Kraut und Kokain sicherstellten. Rund 76 Anzeigen wurden erstattet.