1.
Der Klassiker: Fenster und Türen sichern

„Einbrecher versuchen immer zuerst etwas aufzuhebeln“, sagt Sicherheits-Experte Armin Droth von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Konstanz. Also muss man an dieser Stelle ansetzen und Fenster und Türen sichern. Viele Außentüren sind schon allein mit körperlicher Gewalt leicht zu überwinden. Wichtig: Die Tür beim Verlassen der eigenen vier Wände immer zweifach abschließen, Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen verstecken, bei Verlust des Schlüssels umgehend den Schließzylinder auswechseln. Leicht erreichbare Fenster-, Terrassen- und Balkontüren sind besonders gefährdet.

Einbrecher nehmen gern den einfachsten Weg und suchen zunächst nach einem gekippten Fenster. Damit ist es meist nur eine Sache von Sekunden, bis sie drin sind. Schließen Sie daher immer alle Fenster, bevor Sie das Haus verlassen, selbst für kurze Zeit. Doch selbst bei geschlossenem Fenster ist Vorsicht geboten, denn die üblichen Konstruktionen bieten keinen Schutz vor einem Einbruch. Wer neue Fenster oder Balkontüren einbauen lässt, sollte daher gleich auf erhöhte Sicherheitsstandards achten.

Knapp 47 Prozent aller Einbrüche im Kreis Konstanz bleiben lediglich ein Versuch, weil der Täter bereits am Reinkommen scheitert. Wer keine neuen Fenster oder Türen kaufen kann und will, kann auch nachrüsten. „Fast alle Modelle lassen sich mit Beschlägen und Riegeln einbruchssicher machen“, sagt Armin Droth. Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.

2.
Doppelt hält besser: Rollläden, Fenstergitter und Schachtgitter

Häufig können Rollläden durch einfaches Hochschieben relativ leicht überwunden werden. Empfehlenswert sind geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse 2. Wichtig: Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort Ihre Abwesenheit signalisieren. Verriegeln Sie die Roste auf den Kellerschächten durch einbruchsichere Vorkehrungen. Einbrecher kommen vor allem in Einfamilienhäuser gern durch die Kellerschächte. Entsprechende mechanische Vorrichtungen sind in Baumärkten, vor allem aber auch im Fachhandel zu haben.

3.
Die Garage nicht vergessen!

Einbrecher dringen in Garagen ein, um von dort über die Verbindungstür in das Wohnhaus einzubrechen, aber auch, um aus der Garage Gegenstände zu entwenden. Deshalb gilt es sowohl Garagentor als auch Verbindungstür stets abzuschließen. Bei einem Neubau sollten Sie prüfen, ob eine Tür zwischen Garage und Wohnhaus beziehungsweise Garten unbedingt benötigt wird. Außerdem sollten Sie sich fragen, ob Garagenfenster wirklich erforderlich sind. Durch den Einbau eines geprüften einbruchhemmenden Garagentores erhält man einen guten Einbruchschutz.

4.
Schreckmoment für die Täter: Die Alarmanlage

Eine Alarmanlage verhindert zwar keinen Einbruch, kann den Täter aber soweit stören, dass er mit leeren Händen flieht oder gar geschnappt wird. Wichtig hierbei ist, dass sie von einem Fachmann eingebaut wird. Es gibt die unterschiedlichsten Anlagen, deren Können und Qualität sich meist auch im Preis widerspiegelt. Dabei ist immer die Frage, wie umfangreich der Schutz sein soll. Wichtig: Fehlalarme sollten ausgeschlossen werden, damit eine Alarmanlage nicht ihre Wirkung verliert. Außerdem müssen oftmals auch Notfall-Einsätze bei Falschalarmen bezahlt werden.

5.
Achtung Gaunerzinken: Polizei verständigen

In Teilen Deutschlands sind sogenannte Gaunerzinken aufgetaucht. Zeichen, die darauf hinweisen sollen, was Einbrecher erwartet. Die Zeichensprache war ursprünglich vom fahrenden Volk entwickelt worden, durchaus zu legalen Zwecken. Etwa von Scherenschleifern, um Kollegen mitzuteilen, wo man faire Aufträge bekommt. Heute werden sie aber auch von Kriminellen dazu benutzt, Gaunerkollegen zu briefen: ob ein Hund wacht, ob die Bewohner schnell die Polizei holen. Wenn Gaunerzinken, die meist nicht größer als ein 20-Cent-Stück sind, auftauchen, wenn zuvor ein Fremder an der Tür war, sollte die Polizei verständigt werden.

6.
Anwesenheit vortäuschen und Einstiegshilfen beseitigen

Die meisten Einbrüche werden nachts im Schutze der Dunkelheit begangen. Daher ist besonders die kalte Jahreszeit ein Konjunkturprogramm für Einbrecher. Das heißt: Tagsüber keine Rollläden herunterlassen, um nicht den Eindruck eines verwaisten Hauses zu erwecken. Bei Dämmerung bereits den Tätern zeigen, dass jemand zu Hause ist. Etwa über Zeitschaltuhren, die das Licht oder auch Rollläden steuern.

Der Kreativität sind bei der Täuschung keine Grenzen gesetzt: Auch lebensgroße Puppen auf dem Sofa und Hundegebell vom Band soll schon Einbrecher von ihrer Tat abgehalten haben. Wie „einladend“ Ihr Grundstück für Einbrecher ist, können Sie außerdem durch bewusste Gestaltung beeinflussen. Bäume, Sträucher und Hecken bieten auch Einbrechern Schutz. Ein Zaun bildet eine erste Barriere. Auch Aufstiegshilfen wie Mülltonnen, Gartenmöbel, Leitern, Rankgerüste und hausnahe Bäume laden Einbrecher geradezu ein, sich Ihr Haus als Objekt auszusuchen. Daher sollten sie wenn möglich weggeschlossen beziehungsweise entfernt werden.

7.
Geld und Wertsachen beliebt: Das gehört alles in den Safe

Selbst vermeintlich verborgene Orte, die Bewohner für sicher halten, lassen sich von einem erfahrenen Einbrecher schnell ausfindig machen. Daher: Niemals sicher sein, dass die Juwelen im Tiefkühlfach oder der Schmuck im Plastiksack in einem Spülkasten einem Täter auch verborgen bleibt. Die Täter haben es auf alles abgesehen, was sich schnell versilbern lässt. Verwahren Sie möglichst nur das zu Hause, was Sie absehbar auch brauchen. Nutzen Sie sichere Safes – bei einer Bank oder zu Hause. Fotografieren Sie Ihre Goldkette und Opas silberne Uhr und fertigen Sie eine detaillierte Liste aller Wertgegenstände an, die es auch über das Internet bei Versicherungen gibt. Dadurch kann später eine Wiederbeschaffung erleichtert werden.

An welchen Punkten kommen Einbrecher besonders häufig ins Haus? Das zeigt unsere interaktive Grafik:

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