So bekommen Unternehmen die Möglichkeit, mit ihren Kunden über den Kurzmitteilungsdienst Messenger zu chatten. Live-Videos können künftig auch direkt von vernetzten Kameras zum Beispiel auf Drohnen übertragen werden.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg demonstrierte in San Francisco, wie man in einem Dialog innerhalb des Messengers Blumen bestellen od-er Nachrichten abrufen kann. Wie erwartet startet das Online-Netzwerk dafür eine Plattform, über die Unternehmen eigene sogenannte Chatbots für den Kurzmitteilungsdienst aufsetzen können. So wird Software genannt, die sich mit Menschen unterhalten kann.

Messenger-Chef David Marcus spielte im Detail durch, wie man im Messenger zum Beispiel Schuhe kauft. Der Chatbot eines Online-Händlers fragte zunächst nach der Art des Schuhs, dann nach der Preisspanne und anschließend wurde eine Galerie von Modellen zur Auswahl angezeigt. Auch bezahlt wird, ohne den Messenger zu verlassen. „Sie werden mehr Geld ausgeben als Ihnen lieb ist“, scherzte Marcus.

"Sie werden mehr Geld ausgeben als Ihnen lieb ist."<br><br>

(<b>David Marcus</b>, Messenger-Chef, über die Wirkung von Chatbots)
"Sie werden mehr Geld ausgeben als Ihnen lieb ist."

(David Marcus, Messenger-Chef, über die Wirkung von Chatbots)

Seit über einem halben Jahr experimentiert Facebook mit dem persönlichen Assistenten „M“, einer Art Concierge im Messenger. Der Service soll alle möglichen Alltagsaufgaben erfüllen können, von der Restaurant-Reservierung bis zum Planen einer Reise. Dafür arbeiten neben der Software auch Menschen im Hintergrund. „Man beginnt damit, dass viele Sachen von Personen erledigt werden und nur wenige vom Computer – und übergibt Schritt um Schritt an die Maschine“, erklärt Messenger-Produktchef Stan Chudnovsky die Vorgehensweise. „Wenn Anfragen von der Maschine zufriedenstellend beantwortet werden können, übernimmt sie diese Aufgabe ab diesem Punkt.“

Die Idee ist, dass ein Dialog im Messenger eine App ersetzen kann. Bei der zunächst in der USA gestarteten Integration von Uber etwa bekommt der Nutzer im Messenger alle Funktionen der eigentlichen Uber-Anwendung geboten. Zugleich werden die Messaging-Dienste neue Benutzeroberflächen brauchen, wenn sie erst einmal für alle möglichen Alltagsaufgaben eingesetzt werden sollten. „Wir denken darüber nach, wie das Aussehen des Messengers das widerspiegeln könnte“, sagt Chudnovsky. Die typische Struktur der Apps mit einer Übersicht der Konversationen, die jüngsten oben, habe sich ja seit über einem Jahrzehnt so gut wie nicht verändert, gibt er zu bedenken. Denkbar sei zum Beispiel, die Dialoge ausgehend aus Ort, Zeit oder Gewohnheiten des Nutzers umzusortieren. „Und die Suchfunktion wird viel besser werden müssen.“ IT-Sicherheitsexperten sehen noch einmal ganz andere Probleme. Der neue Kanal mit direkter Interaktion zum Nutzer biete „großes Potenzial“ für Online-Kriminelle, sagt etwa Candid Wüest vom Sicherheitssoftware-Spezialisten Symantec.
 

Was plant Facebook mit den Chatbots? Messenger-Chef David Marcus gibt bei der Konferenz in San Francisco Einblicke: