Na endlich. Nachdem die Europäische Zentralbank jahrelang Monat für Monat Milliarden in den Kauf von Staatsanleihen gesteckt und damit für eine enorme Geldschwemme gesorgt hat, gibt es jetzt einen Kurswechsel. Bis zum endgültigen Stopp des Kaufprogramms dauert es zwar noch über ein halbes Jahr, doch immerhin steht nun der Fahrplan fest.

Denn so richtig und wichtig es in der akuten Euro-Schuldenkrise auch gewesen sein mag, den wankenden Länder mit den Käufen unter die Arme zu greifen und damit auch die Finanzmärkte zu stabilisieren: Eine zu lang anhaltende Geldschwemme der Notenbank verleitet Schuldenstaaten dazu, ihre Sparbemühungen nicht mehr so ernst zu nehmen. Gerade mit Blick auf Italien wurde die jetzige Ankündigung allerhöchste Zeit, verspricht dort die neue Regierung doch immense Wohltaten, ohne zu sagen, wo das Geld dafür herkommen soll.

Trotz des absehbaren Ausstiegs aus dem Anleihenprogramm kann von Normalität in der Geldpolitik allerdings noch längst keine Rede sein – die Entscheidung ist nur ein erster Schritt. Notwendig wäre dafür eine Abkehr von der Nullzinspolitik. Doch bis der Leitzins wieder angehoben wird, dauert es noch. Auch das hat die EZB klargemacht – zum Leidwesen aller Sparer.