Der Markt für qualifizierte Arbeitskräfte wird – gerade bei uns in Süddeutschland – immer umkämpfter. Viele Fachkräfte der geburtenstarken Jahrgänge gehen in den kommenden Jahren in Rente, so dass die Unternehmen händeringend nach Auszubildenden und Uni-Absolventen fahnden. Bisweilen ist sogar von einem „Kampf um Talente“ die Rede. Besonders gesucht sind nach dem aktuellen Dekra Arbeitsmarkt-Report vor allem Elektroniker, Software-Entwickler und Krankenpfleger.

Eine Mitarbeiterin des Spieleherstellers Ravensburger trägt mehrere Spielepackungen.
Eine Mitarbeiterin des Spieleherstellers Ravensburger trägt mehrere Spielepackungen. | Bild: Felix Kästle

Auch viele Unternehmen aus unserer Region wollen kräftig einstellen. „Wir suchen derzeit vor allem kreative Köpfe für unsere Redaktionen. Auch in den Bereichen Vertrieb, Produktmanagement, Marketing, Personal und IT haben wir großen immer wieder Bedarf“, sagt Katja Ebert, Talent Managerin beim Spielehersteller Ravensburger. „Aber wir brauchen nicht nur Akademiker. Auch in der Produktion, und im Lager und im Ravensburger Spieleland suchen wir ständig neue Mitarbeiter und Aushilfen“, so Ebert weiter.

„Neben einem überdurchschnittlichen Gehalt muss man im Kampf um Talente diesen sinnstiftende Projekte mit flexiblen Arbeitszeitmodellen bieten“, sagt Alexa Heinrich, Personal-Projektmanagerin bei RRPS.
„Neben einem überdurchschnittlichen Gehalt muss man im Kampf um Talente diesen sinnstiftende Projekte mit flexiblen Arbeitszeitmodellen bieten“, sagt Alexa Heinrich, Personal-Projektmanagerin bei RRPS. | Bild: Robert Hack

Ähnlich ist die Situation beim Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems (RRPS) in Friedrichshafen. „Wir suchen vor allem Ingenieure und Auszubildende für die Fertigung. Aber auch als Geisteswissenschaftler hat man bei einem produzierendem Unternehmen wie RRPS eine Chance, wenn man methodische Kenntnisse mitbringt“, sagt Personal-Projektmanagerin Alexa Heinrich. Nicht immer finden die Unternehmen die Fachkräfte, die sie eigentlich bräuchten. „In Oberschwaben, wo derzeit Vollbeschäftigung herrscht, ist es schwer, gut qualifizierte Fachkräfte zu finden“, sagt Ebert.

Ein Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems an einem 16-Zylinder-Dieselmotor.
Ein Mitarbeiter von Rolls-Royce Power Systems an einem 16-Zylinder-Dieselmotor. | Bild: Felix Kästle

Um Fachkräfte anzulocken, setzen Unternehmen deshalb verstärkt auf weiche Faktoren und eine Wohlfühlatmosphäre. „Wir wollen die familiäre Atmosphäre in unserem Unternehmen fördern und bieten deshalb nach Feierabend unter anderem Spielabende, Sportkurse und After Work Parties an“, sagt Ebert. Das Gehalt sei nach wie vor wichtig, aber vor allem für junge Bewerber spiele auch die Sinnfrage eine große Rolle, so Ebert weiter. Ähnliche Erfahrungen hat Heinrich mit der nachrückenden Generation gemacht. „Neben einem überdurchschnittlichen Gehalt muss man im Kampf um Talente diesen sinnstiftende Projekte mit flexiblen Arbeitszeitmodellen bieten“, sagt sie.

Drei Tipps fürs Bewerbungsgespräch

  • Fragen stellen: Zur Vorbereitung eines Bewerbungsgesprächs sollte man so viele Informationen wie möglich über seinen potenziellen Arbeitgeber sammeln. Als Informationsquellen kommen vor allem die Unternehmenshomepage, Zeitungsartikel und der Wikipedia-Eintrag in Frage. Alle Informationen, die nicht öffentlich zugänglich sind, sollte man selbstbewusst beim Bewerbungsgespräch erfragen. „Im Bewerbungsgespräch sollte man viele Fragen stellen und versuchen, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen“, sagt Katja Ebert, Talent Managerin bei der Ravensburger AG.
  • Angemessene Kleidung tragen: Zerrissene Jeans, Minirock oder Sport-Trikots sind selbstverständlich beim Bewerbungsgespräch tabu. Aber es müssen auch nicht zwingend Anzug und Krawatte oder Kostüm sein. Dies sei nur noch in wenigen Branchen wie im Bankenwesen üblich, sagt Katja Ebert. Man solle sich einen Tick overdressed fühlen, gibt sie als Tipp mit.
  • Authentisch bleiben: Geschulte Personaler merken schnell, wenn Bewerber hochstapeln oder sich verstellen. „Im Bewerbungsgespräch sollte man authentisch bleiben“, gibt Alexa Heinrich, Personal-Projektmanagerin bei Rolls-Royce Power Systems, deshalb Bewerbern mit auf den Weg.