Manche Geschichten sind eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Diese etwa, die seit gestern im Internet für Furore sorgt: Es geht um das Spiel zwischen dem SV Mölschbach und der SG Hochspeyer in der Kreisliga B bei Kaiserslautern. 2:2 steht es in der Schlussphase, als der Ball bei einem Angriff der Heimmannschaft vermeintlich über die Torauslinie rollte, bevor er zurück in die Mitte gespielt wurde, sodass ein Mölschbacher Spieler zum Siegtreffer einschießen konnte. Kein Treffer also. Doch plötzlich aufgeregte Rufe, Verwirrung, ein auf das Feld eilender Zuschauer, der die Szene mit seinem Handy aufgenommen hatte. Der Schiedsrichter macht daraufhin das in der Bundesliga übliche Zeichen für den Videobeweis, schaut sich am Handy die Aktion an – und gibt den Treffer. Schön ausgedacht die Geschichte, oder? Kann doch nicht wahr sein! Oder doch? Wir wollen es genau wissen! Anruf bei Tobias Forster, 1. Vorsitzender des SV Mölschbach:

Tut, tut, tut...
Forster: „Forster“

„SÜDKURIER Sportredaktion. Hallo Herr Forster. Wir wollten nur mal fragen, ob diese umhergeisternde Internetposse um das Spiel vom Wochenende wahr oder nur gut erfunden ist.“
Forster: „Ach herrje, Sie sind jetzt schon der fünfte oder sechste, der anruft. Fehlt nur noch, dass sich das Aktuelle Sportstudio meldet. Ja, das stimmt schon, wenngleich einiges etwas übertrieben wird.“

„Was denn?“

Forster: „Natürlich wurde gefeixt, natürlich gab es Gesten, als der Schiedsrichter sich das Video ansah, das übrigens unser 2. Vorsitzender aufgenommen hatte. Aber mehrere Spieler des Gegners hatten da schon zugegeben, dass der Ball nicht draußen war.“

„Entsprechend waren also nicht die Handybilder ausschlaggebend. Dennoch will Hochspeyer angeblich Protest einlegen....“

Forster: „Ja, das habe ich auch gehört. Vielleicht gibt es dann ein Wiederholungsspiel.“

„Auf jeden Fall sorgt der Fall für Unterhaltung und wird in die Vereinsgeschichte eingehen.“

Forster: „Das auf alle Fälle.“