Es ist angerichtet, die Schanze präpariert. Die Weltelite der Skispringer darf sich am Wochenende trotz der auch im Schwarzwald widrigen Schneeverhältnisse auf eine bestens präparierte Hochfirstschanze freuen. „Wir hatten ein perfektes Timing, momentan läuft alles super“, so Generalsekretär Joachim Häfker.

Schanzenchef Matthias Schlegel vor wenigen Tagen neben dem Pistenbully.
Schanzenchef Matthias Schlegel vor wenigen Tagen neben dem Pistenbully. | Bild: Hahne, Joachim

Unter der Regie von Schanzenchef Matthias Schlegel war für die 60 ehrenamtlichen Helfer in den letzten Tagen viel Handarbeit angesagt, um den vom Pistenbully aufgebrachten Schnee richtig zu verteilen. Selbst die Wärme am Dienstag und Mittwoch konnte der Sprunganlage nichts antun, „denn nachts war es ja wieder kalt“.

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16 Tage nach dem Neujahrsskispringen von Garmisch-Partenkirchen kehrt der Sprunglauf-Weltcup damit zurück nach Deutschland. Genauer gesagt in den Schwarzwald, nach Titisee-Neustadt. Für Stefan Horngacher ist es ein echtes Heimspiel. „Dieses Weltcupspringen ist schon etwas Besonderes“, gesteht der 50-jährige Bundestrainer. Fast unbemerkt von den anderen Zuschauern verfolgte er am Dienstagabend die Verbandsmeisterschaften im Skilanglaufsprint, am Start war auch Sohn Amadeus.

Stefan Horngacher, Skisprung-Bundestrainer, hebt die Fahne auf dem Trainerturm.
Stefan Horngacher, Skisprung-Bundestrainer, hebt die Fahne auf dem Trainerturm. | Bild: Hendrik Schmidt/dpa

„Ja, ich kann tatsächlich von meinem Wohnzimmer aus die Schanze sehen“, ergänzt der „Steff“, wie er von seinen Freunden und im Springerzirkus genannt wird. In Wörgl in Tirol geboren, ist der ausgewiesene Skisprungexperte der DSV-Adler längst Schwarzwälder. Verheiratet mit Ehefrau Nicole, lebt die sportbegeisterte Familie mit den Kindern Dana und Amadeus in der Wälderstadt. Vor seiner erfolgreichen Tätigkeit als Cheftrainer der polnischen Skispringer wirkte Stefan Horngacher bereits als verantwortlicher DSV-Stützpunkttrainer am Stützpunkt Hinterzarten.

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Nach der grandiosen Stimmung bei der Vierschanzentournee dürfen sich nun die Skisprungfans im Schwarzwald auf ein Spektakel freuen. Denn nach dem ersten Double seiner Karriere stellt der Deutsche Skiverband (DSV) mit Karl Geiger den Weltcup-Führenden. „Momentan ist der Karl sehr stabil, er hat im Sommer schon gezeigt, welches Potential in ihm steckt. In der Form kann er jedes Springen gewinnen, er kann auch auf der Großchance gut springen“, so die Einschätzung des deutschen Cheftrainers.

Karl Geiger aus Deutschland jubelt.
Karl Geiger aus Deutschland jubelt. | Bild: Espa Photo Agency/dpa
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Mit der Empfehlung seines erstens Double auf der WM-Schanze von Predazzo und dem „Gelben Trikot“ des Weltcup-Führenden reist der Allgäuer in den Schwarzwald. „Jetzt freue ich mich auf den Heim-Weltcup. Ich hoffe, dass wir da ganz viel Spaß haben werden und vor heimischen Publikum wieder ein paar gute Sprünge runterziehen können. Ich werde weiter angreifen“, so Geiger.

Miit den beiden Wahl-Schwarzwäldern Stephan Leyhe (SC Willingen) und Luca Roth (SV Meßstetten), die beide ihren Lebensmittelpunkt im benachbarten Hinterzarten haben, sind zwei Lokalmatadoren am Start. Gespannt sein darf man auch auf den Auftritt des starken Youngster Konstantin Schmid (WSV Oberaudorf). Darüber hinaus werden Pius Paschke (WSV Kiefersfelden) und Philipp Raimund (SC Oberstdorf) in der Wälderstadt am Start sein. Fehlen wird beim Weltcup in Neustadt weiterhin Markus Eisenbichler. Der dreifache Weltmeister von Seefeld braucht zwar nicht operiert werden, die Kapsel-Band-Verletzung an der Hand nach einem Glatteisunfall in seiner bayerischen Heimat muss aber weiter verheilen.

Die Hochfirstschanze schnell erklärt:

Die Schanze: Die Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt ist die größte Skisprung-Naturschanze Europas. Eröffnet wurde die Anlage am 15. Januar 1950, zunächst waren Sprünge bis zu 95 Metern möglich. Der aktuelle Schanzenrekordhalter ist der Slowene Domen Prevc mit 148 Meter, die er am 11. März 2016 im Schwarzwald stand. Das erste Weltcupspringen fand am 1. Dezember 2001 statt, es gewann der Pole Adam Malysz. 2017 siegte Richard Freitag vor Andreas Wellinger. 2018 verhinderte ein Wärmeeinbruch die Austragung.

Der Spungturm: 98,1 Meter lang, 35 Grad Neigung. Von welcher Startluke gesprungen wird, entscheiden die Jury je nach Wetter-, Wind- und Schneeverhältnissen. Die gesamte Anlage wird von mehreren Flutlichtscheinwerfern beleuchtet.

Der Kampfrichterturm: Fünf Kampfrichter beobachten von hier aus die Springer und vergeben ihre Haltungsnoten.

Der Pistenbully: Mit schwerem Gerät wurden in den vergangenen Tagen 3500 Kubikmeter Kunstschnee auf der kompletten Schanze verarbeitet, die seit November mit Schneilanzen produziert wurden.

Die Zuschauerränge: 25 000 Zuschauer können die Wettkämpfe auf der Hochfirstschanze verfolgen. Stand gestern gab es an der Tageskasse für alle Springen noch Karten, Tiscktes für den Freitag kosten regulär 12 Euro, für Samstag und Sonntag jeweils 31 Euro.

Der Zeitplan:
Freitag:
16.00 Uhr: Offizielles Training
18.00 Uhr: Qualifikation (Eurosport)

Samstag:
15.00 Uhr: Probedurchgang
16.00 Uhr: Einzel-Wettkampf
(ZDF und Eurosport)

Sonntag:
14.15 Uhr: Probedurchgang
15.15 Uhr: Einzel-Wettkampf
(ZDF und Eurosport)