Auf Facebook, Twitter und anderen vermeintlich seriösen Nachrichten-Seiten findet man sie überall. Die Nachrichten, die schockieren, verärgern, überraschen und uns in unseren Vorurteilen bestätigen. Aber oft handelt es sich dabei um sogenannte Fake News – absichtliche Falschnachrichten.

Manche werden produziert, um Geld zu verdienen. Je mehr Besucher auf einer Internetseite surfen, desto besser für die Betreiber. Denn je mehr Besucher eine Website vorweisen kann, desto teurer kann dort ein Werbeplatz verkauft werden.

Wieder andere wollen mit Fake News bewusst provozieren und die Meinung der Öffentlichkeit auf ihre Seite ziehen. Die Falschnachrichten werden dazu genutzt, um Stimmung zum Beispiel gegen Flüchtlinge zu machen oder um einen Wahlkandidaten im Wahlkampf zu unterstützen.

Diese Fake News gingen um die Welt:

Der Papst unterstützt Donald Trump im Wahlkampf? Alles erstunken und erlogen. Das stellt die Fake-News-Checker-Seite truthorfiction.com klar.
Der Papst unterstützt Donald Trump im Wahlkampf? Alles erstunken und erlogen. Das stellt die Fake-News-Checker-Seite truthorfiction.com klar. | Bild: Screenshot - truthorfiction.com
  • "Papst schockiert die Welt! Er unterstützt Präsidentschaftskandidat Donald Trump": Diese Meldung ging im Sommer 2016 viral durch alle sozialen Medien. Angeblich soll Papst Franziskus für den republikanischen US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sein. Allerdings: Das ist reine Erfindung! Der Papst hat niemals eine solche Erklärung abgegeben. Er hat sich nie für Donald Trump oder seine Gegenkandidatin Hillary Clinton ausgesprochen. Die Meldung stammt von der bekannten Fake-News-Website WTOE 5 New. Doch viele Menschen lesen nur die Überschrift, ohne zu überprüfen, ob die Quelle seriös ist. Das Ergebnis: Die Meldung hat eine große Wirkung und stärkt das Ansehen von Donald Trump.
  • Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer. Auch das ist eine glatte Lüge, die die österreichische Zeitung Wochenblick verbreitet hat.
    Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer. Auch das ist eine glatte Lüge, die die österreichische Zeitung Wochenblick verbreitet hat. | Bild: Screenshot - Wochenblick.at
  • „Merkel hofft auf 12 Millionen Einwanderer“: Im März 2017 veröffentlich die Seite Wochenblick.at diese Nachricht. Es dauert nicht lange und diese Falschmeldung wird zu einer der erfolgreichsten Fake News im Jahr 2017 – einem Wahljahr in Deutschland. Fakt ist aber: Angela Merkel hat diesen Satz nie gesagt. Diese Meldung hat keinen Wahrheitsgehalt. Die Webseite Wochenblick.at ist ein regionale Wochenzeitung, der ein enges Verhältnis zur FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs, eine rechtpopulistische Partei) vorgeworfen wird. Die Wochenzeitung ist schon einige Male wegen Fake News und Verleumdungen aufgefallen.
  • Schauspieler Morgen Freeman tot. Nein, er lebt noch. Das hat die US-Fake-News-Checker-Seite fourmoves.blog überprüft.
    Schauspieler Morgen Freeman tot. Nein, er lebt noch. Das hat die US-Fake-News-Checker-Seite fourmoves.blog überprüft. | Bild: Screenshot - fourmoves.blog
  • "Legendärer Morgan Freeman ist tot" – so titelte die amerikanische Webseite Actionnews3.com. Angeblich soll der US-Schauspieler im Alter von 80 Jahren in seinem Haus gestorben sein. Innerhalb von kürzester Zeit verbreitete sich die Nachrichten millionenfach auf Facebook. Allerdings ist der Schauspieler zu diesem Zeitpunkt quicklebendig. Doch warum veröffentlich eine Seite so eine leicht nachprüfbare Schocknachricht? Ganz einfach: Um Menschen auf ihre Seite zu ziehen. Das bringt bares Geld ein. Fakt ist: Morgan Freeman ist nicht tot. Er lebt. Die Webseite Actionnews3.com ist eine bekannte und sehr erfolgreiche Fake-News-Seite.
  • Renate Künast will mordenden Flüchtling helfen? Das hat die Grünen Politikerin nie gesagt. Die widerspricht dem Zitat auf ihrer Facebook-Seite.
    Renate Künast will mordenden Flüchtling helfen? Das hat die Grünen Politikerin nie gesagt. Die widerspricht dem Zitat auf ihrer Facebook-Seite. | Bild: Screenshot: Renate Künast- Facebook
  • "Renate Künast: Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss im aber im Moment trotzdem helfen" – das soll angeblich ein Zitat der Grünen-Politikerin sein. Den Angaben zufolge soll sie sich dabei auf einen Flüchtling beziehen, der im Oktober 2016 eine junge Joggerin am Dreisamufer in Freiburg vergewaltigt und ermordet haben soll. Die Quelle erstaunlich seriös: die Süddeutsche Zeitung. Aber auch das ein Fake. Dieser Mord wurde dazu genutzt, um der Politikerin ein falsches Zitat in den Mund zu legen. Die Politikerin wehrt sich auf ihrer Facebook-Seite wie folgt dagegen: "Dieses Zitat ist frei erfunden. Ich habe eine solche Äußerung nicht getätigt. Wer eine derartige Lüge erstellt und verbreitet, ist unverschämt. So werden also Fake News produziert und anschließend von vielen Menschen ungeprüft geteilt." Auch die Süddeutsche Zeitung distanziert sich. Ein solches Zitat sei ihnen nicht bekannt. Ursprung dieses falschen Zitates scheint ein bekannter Schweizer Rechtsextremer zu sein. Hier kommen Sie zu Mimikama - Wie die Fake-News-Checker von Mimikama das falsche Zitat von Renate Künast überprüfen.
  • "Gratis Sex für Asylanten – Landratsamt zahlt!": Dieses Statement aus dem Jahr 2017 empört sehr viele Menschen. Es verbreitet sich rasant schnell in sozialen Netzwerken wie Twitter. Aber auch diese Nachricht ist komplett frei erfunden. Ursprünglich stammt diese Fake News von der Webseite der-volksbeobachter.de. Dabei handelte es sich um ein Experiment von Wissenschaftlern, die gezielt Falschmeldungen veröffentlich haben. Mit dem Experiment wollten sie untersuchen, wie sich Fake News verbreiten. Ihr Fazit: Mit wenig Aufwand lässt sich eine große Reichweite erzielen.
  • Ein 13-jähriges deutsch-russisches Mädchen wurde in Deutschland vergewaltigt und die Behörden gehen der Tat nicht nach? Auch das ist eine Lüge, die vor allem durch russische Medien verbreitet wurden.
    Ein 13-jähriges deutsch-russisches Mädchen wurde in Deutschland vergewaltigt und die Behörden gehen der Tat nicht nach? Auch das ist eine Lüge, die vor allem durch russische Medien verbreitet wurden. | Bild: Screenshot - sputnik
  • "Minderjährige vergewaltigt, Polizei tatenlos" – 2016 wird bekannt, dass in Berlin-Marzahn ein 13-jähriges deutsch-russisches Mädchen von Migranten vergewaltigt wird. Der Fall wird als Fall Lisa bekannt. Aber es stellt sich aber heraus, dass es nie eine Vergewaltigung gab. In Wahrheit hat das Mädchen die Nacht bei einem Freund die Nacht verbracht – das rekonstruiert die Polizei durch Mobilfunkdaten. Aufgrund von Schulproblemen habe sie sich laut Staatsanwaltschaft nicht nach Hause getraut. Über den Fall berichteten auch russische Staatsmedien, die behaupteten, dass angeblich Flüchtlinge Täter der mutmaßlichen Verschleppung seien und die deutschen Ermittlungsbehörden die Tat nicht verfolgten. Tatsache ist: Der Fall Lisa ist so nie passiert – hat aber in den deutsch-russischen Beziehungen viel Schaden angerichtet.