Die zwölfte Staffel der ZDF-Erfolgsserie „Die Bergretter“ ist ungewöhnlich kurz – fünf neue Folgen laufen ab dem 12. November 2020 um 20.15 Uhr im ZDF und sind jeweils schon einen Tag vorher auch in der Mediathek verfügbar. Schauspielerin Luise Bähr, eine der Hauptdarstellerinnen, schwärmt trotz des coronabedingt verkürzten Drehs über die Arbeit „in der wunderschönen Natur mit den wundervollen Kollegen“.

Der Drehort in Ramsau am Dachstein in Österreich sei ein „Abenteuerspielplatz für Erwachsene, bei dem es jeden Tag etwas zu entdecken gibt“. Bährs größte Herausforderung war es dieses Mal, sich auf 2800 Metern Höhe bei minus 20 Grad von einem tief verschneiten Steilhang am Gletscher abzuseilen, wie sie erzählt. „Adrenalin pur“. Dann noch die Geburts-Szene in einer Gondel. „Und bei den Dreharbeiten in einer alten Kupferzeche durfte man keine Platzangst haben“, erinnert sich die 41-Jährige.

Man merkt schnell: Auch mit Folge 71 ändert sich am Konzept der Serie, in der bei waghalsigen Hubschrauber-Einsätzen Menschen aus höchster Not gerettet werden, nichts. Der Lockdown im Frühjahr hat den Drehplan aber durcheinandergebracht, es sind noch nicht alle Folgen abgedreht – sie sollen mit der nächsten Staffel gezeigt werden.

Bähr gehört seit Folge 34 zum Team, sie spielt die Rettungsärztin Katharina Strasser, „eine Frau mitten im Leben“, die weiß, was sie will. „Das passt zu mir“, lacht Bähr. Ihre Figur sei über die Jahre reifer geworden. „Durch die Überwindung von Schicksalsschlägen und den Verlust ihres ungeborenen Kindes hat sie zu ihrer Unbeschwertheit noch Tiefe und Stärke gewonnen.“

Sie ziehen an einem Strang: die Bergretter Markus Kofler (Sebastian Ströbel) und Katharina Strasser (Luise Bähr).
Sie ziehen an einem Strang: die Bergretter Markus Kofler (Sebastian Ströbel) und Katharina Strasser (Luise Bähr). | Bild: Stephanie Kulbach/ZDF

Wie ihre Figur liebt Bähr das Abenteuer. „Wenn es darum geht, einen Stunt selber zu machen, schreie ich als Erste ,Hier!‘“, lacht sie. Immer beim Dreh dabei sind echte Bergretter. „Wir arbeiten Hand in Hand“, sagt Bähr. „Und auch, wenn ich es liebe, Grenzen zu testen, ist es das wichtigste, seine eigenen zu kennen.“ Wissentlich würde sie sich nie in Lebensgefahr begeben. „Aber den einen oder anderen blauen Fleck bekommt man trotzdem“, lacht sie.

Die spannenden Action-Szenen sind laut Bähr eines der Erfolgsgeheimnisse der Serie. Dazu Landschaftsaufnahmen, Spannung, Drama – „und natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz“. Für die 41-Jährige ist es die perfekte Mischung für ein gelungenes Fernseherlebnis. „Das Leben ist ja auch nicht langweilig und hat immer wieder neue Geschichten zu erzählen.“ Das Interesse der Zuschauer – regelmäßig über fünf Millionen – spricht dafür, dass die Macher nach wie vor den richtigen Riecher haben.

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„Die Berge sind romantische Sehnsuchtsorte“, findet Bähr. Die zwischenmenschlichen Konflikte, die großen Dramen – all das spiegele „Teile unserer Realität wider“. So etwas liegt Bähr, die in den 2000er-Jahren durch ihre Rolle in der ZDF-Serie „Der Landarzt“ bekannt wurde. Das zeigt ein Blick auf die Liste ihrer Projekte: „Das Traumschiff“ und Rosamunde-Pilcher-Filme findet man dort unter anderem.

Die Berge sind es, die die 41-Jährige inzwischen als zweite Heimat bezeichnet. „Während der Dreharbeiten leben wir auf einem Bauernhof, meine Tochter besucht einen steirischen Kindergarten, und selbst in Berlin rutscht mir inzwischen manchmal ein ,Griaß di‘ über die Lippen“, erzählt sie. „Ich bin einfach Großstadtpflanze und Landei zugleich.“ Weder das eine noch das andere möchte sie missen.

Die Schauspieler Luise Bähr als Hanna Sommer und Simon Böer als Maximilian Castellhoff am Rande von Dreharbeiten für die ZDF-Telenovela „Hanna – Folge deinem Herzen“.
Die Schauspieler Luise Bähr als Hanna Sommer und Simon Böer als Maximilian Castellhoff am Rande von Dreharbeiten für die ZDF-Telenovela „Hanna – Folge deinem Herzen“. | Bild: Jens Kalaene/dpa

„Ohne die Berge würden mir die Natur und die Ruhe fehlen und ohne die Stadt das kulturelle Angebot und der Trubel. Berge und Natur sind für mich das perfekte Kontrastprogramm und Ausgleich zum trubeligen Stadtleben in Berlin.“ Besonders schön sei, dass ihre Tochter (fast 5), für deren Kuscheltiere die Heimwerkerin schon auch mal ein Holzgehege baut, mit all diesen Eindrücken aufwachsen darf. „Ich hätte es nicht besser treffen können“, sagt Bähr.

Nicht nur in der Steiermark fühlt sich Bähr wohl – auch im Schwarzwald. Ihr Partner, Kameramann Bernhard Jasper (47), stammt aus Waldshut-Tiengen. „Was für ein Glück, Verwandtschaft im Schwarzwald zu haben“, findet Bähr, die den Schluchsee zu ihren Lieblingsorten zählt. Besonders genießt sie die weihnachtlichen Ausritte auf den Westernpferden von Jaspers Bruder, Bergsteiger Robert Jasper. „Ein Traum.“