Stille am 11.11. in der Region. Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass der traditionelle Beginn der Fastnacht ungewohnt ruhig verläuft. Den Narren bleibt auch gar nichts anderes übrig: Ganz Deutschland befindet sich seit Anfang November im „Lockdown Light“, etliche Narrenveranstaltungen wurden schon im Vorfeld abgesagt. Wie gehen die Hästräger mit dieser Situation um?

Markdorf

Zwar hatte man sich bei der Historischen Narrenzunft Markdorf noch im Oktober auf die Martinisitzung gefreut, doch dann kam der November. „Der Lockdown hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und daher hatten wir uns entschieden, die Sitzung ersatzlos abzusagen“, erklärt Zunftmeisterin Birgit Beck.

Schweren Herzens bringt Robert „Flepp“ Müller, Zunftmeister der Bärenzunft an der Zunftstube ein Schild an, das deutlich macht, dass die Zunfstube an Martini geschlossen bleibt.
Schweren Herzens bringt Robert „Flepp“ Müller, Zunftmeister der Bärenzunft an der Zunftstube ein Schild an, das deutlich macht, dass die Zunfstube an Martini geschlossen bleibt. | Bild: Jan Manuel Heß

Doch wie verbringt die Zunftmeisterin den Tag, an dem sie doch extra Urlaub eingereicht hatte? „Ganz sicher werde ich meine Narrenkappe aus dem Schrank holen und in Gedanken bei unserer Fasnet sein. Ob ich mit einem Glas Sekt oder etwas anderem anstoße, weiß ich noch nicht.“

Weniger wehmütig ist man in Ahausen. Der Moschtobst-Zunftmeister Michael Poisel stellt klar: „In Anbetracht dessen, dass der 11.11. kein Feiertag im alemannischen Kulturraum ist, juckt uns das wesentlich weniger, als die rheinischen Jecken.“

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Friedrichshafen

„Das ist eine ganz komische Situation. Es wird etwas fehlen, die Fasnet gibt es einfach nicht, da ist eine Leere“, sagt Karl Haller, Präsident des Vereins zur Pflege des Volkstums in Friedrichshafen. Die Zeit soll aber nicht ungenutzt bleiben: Neue Konzepte für das Fastnachtsprogramm müssen erarbeitet werden und die ein oder andere Renovierungsarbeit steht auch noch an. Was die anderen Vereine in und um Friedrichshafen über den 11.11. im Lockdown denken, können Sie hier nachlesen:

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Die Tettnanger Narren feiern den Fasnetsauftakt seit rund 70 Jahren mit einem gemeinsamen Curry-Essen, dem traditionellen Indischen Grabmahl. Das gab es in diesem Jahr „to go“. 111 Portionen gingen heute raus.

Michael Abele, Zunftrat der Narrenzunft Tettnang, überreicht Zunftmitglied Eva Hohenester während der Corona-Pandemie am närrischen Drive-in ein „Indisches Grabmahl“ in einem Karton. Das „Indische Grabmahl“ ist ein Curry-Gericht, das bei den Tettnanger Narren seit 70 Jahren Tradition ist.
Michael Abele, Zunftrat der Narrenzunft Tettnang, überreicht Zunftmitglied Eva Hohenester während der Corona-Pandemie am närrischen Drive-in ein „Indisches Grabmahl“ in einem Karton. Das „Indische Grabmahl“ ist ein Curry-Gericht, das bei den Tettnanger Narren seit 70 Jahren Tradition ist. | Bild: Felix Kästle, dpa

Raum Stockach

Die nächste Fasnacht wird anders als alles Gewohnte – denn auch für die Narren steht der Schutz vor der Corona-Pandemie im Vordergrund. Rainer Hespeler, Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, sieht allerdings keinen Anlass für Trauer. Man werde die vielleicht kreativste Fasnacht seit Jahren erleben, so seine Einschätzung. Wie sich die Narren im Raum Stockach vorbereiten, was sie planen – und was sie abgesagt haben:

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Konstanz

Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt der am Fasnachtsdienstag in den Pulverturm eingekerkerte Freie Blätz in seinem Verlies, und die Gemeinschaft Konstanzer Fanfarenzüge (GKF) gibt kein Platzkonzert auf der Marktstätte. „Der 11.11. ist der einzige Termin der GKF, bei dem die Fanfarenzüge der Konstanzer Blätzlebuebe-Zunft, Kamelia Paradies, Frichtle, Niederburg samt Jugendgruppe und Büeble-Musik gemeinsam auftreten“, sagt Tony Sferragatta von der GKF.

Auch Seegeist Kunibert wird abends nicht aus den Fluten des Sees steigen. „Ohne Kunibert gibt es eigentlich keine Fasnacht“, sagt Seegeister-Präsidentin Claudia Dannecker.

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Radolfzell

Die Narren von der Höri blicken schon auf das kommende Jahr. Die Fasnacht soll kleiner und feiner werden – und vor allem im Freien stattfinden. Wie sie sich das genau vorstellen, steht hier:

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Villingen-Schwenningen

Zu Beginn der Fastnacht passiert in der Villinger Innenstadt etwas ganz Besonderes. Zwei junge Künstler haben als Fastnachtsgruß ein großes Graffiti mit Motiven der Villinger Fastnacht entworfen. Erste Bilder gibt es hier:

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Bonndorf

Missmut und Müßiggang liegen den Bonndorfer Narren fern. Bereits im Sommer reiften im Narrenrat erste Gedanken, die närrische Einstimmung auf die kommende Fastnacht digital auf den Weg zu bringen. „Gar nichts machen war überhaupt keine Option“, sagt einer der kreativen Strippenzieher dazu. „Wir wollten ein Zeichen setzen, dass der Verein trotz Corona etwas machen kann.“ Heraus kam ein digitales Programm, das seit 11.11 Uhr verfügbar ist:

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