Friedrichshafen – Der anstehende Wechsel der Outdoor-Messe von Friedrichshafen nach München sorgt in der Branche weiter für Diskussionen. Das wurde auf dem Branchengespräch der diesjährigen Outdoor in Friedrichshafen deutlich, bei der nicht nur die Wirtschaftsentwicklung, sondern – nach der Mitgliederentscheidung der European Outdoor Group (EOG) – auch der Wechsel des Standorts der Messe vom Bodensee nach München im kommenden Jahr im Mittelpunkt stand. Die Messe Friedrichshafen will dennoch 2019 eine eigene Outdoor-Messe anbieten. Es gebe nur einen Platz, an dem die Outdoor-Branche zusammenkomme, meinte dazu EOG-Präsident John Jansen. Anfang Februar hatten sich die EOG-Mitglieder, ein Zusammenschluss von 98 der großen Outdoor-Hersteller, in einer Abstimmung zwischen den Messestandorten Hamburg, Friedrichshafen und München mit 65 Prozent für den bayerischen Messestandort entschieden – von dem die Outdoor übrigens vor 25 Jahren nach Friedrichshafen gekommen war.

Einen kurzen Blick gab es bei der Gesprächsrunde auf die positive wirtschaftliche Entwicklung der Outdoor-Branche: Der Großhandel verzeichnete im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von 6,7 Prozent auf 5,86 Milliarden Euro, erläuterte Jansen. „Das heißt, die Branche ist in den vergangenen zwei Jahren um 600 Millionen Euro gewachsen“, so der EOG-Präsident. Der Umsatz im Einzelhandel liege geschätzt bei 12,3 Milliarden Euro.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung betonte Ryan Gellert, General Manager für Europa bei Patagonia Inc., dass sich die Outdoor-Branche von den Anfängen mit „Abenteurern, Kletterern und Verrückten“ in den 25 Jahren immer weiterentwickelt habe. Inzwischen gebe es weitere Themen, wie insbesondere Urban Outdoor – also Ausrüstung für sportliche Erlebnisse in der Stadt –, Camping oder Wochenendfreizeit von Familien. Trotz des wirtschaftlichen Erfolges betonte Jansen: „Die Outdoor-Branche muss sexier werden.“ Es müsse gelingen, nicht nur das klassische Publikum anzusprechen, sondern auch junge Menschen, die oft hinter Smartphones und Bildschirmen verharrten. Dabei sei es der Branche aber auch wichtig, ihr Image zu bewahren und mit gutem Beispiel bei der Nachhaltigkeit voranzugehen sowie der Natur etwas zurückzugeben.

Wie diese Ziele in München umgesetzt werden sollen, ist noch nicht bekannt. Die Messe Friedrichshafen wiederum hat ein fertiges Konzept für ihre Outdoor-Messe, wie Stefan Reisinger, Bereichsleiter Outdoor/Eurobike von der Messe Friedrichshafen, am Rande des Gesprächs sagte. Bekannt geben will sie es noch nicht. Auf der diesjährigen letzten Outdoor in Friedrichshafen würden allerdings schon Aussteller angesprochen.

„Es stimmt mich natürlich wehmütig“, sagte Antje von Dewitz, Geschäftsführerin vom Bergsportausrüster Vaude in Tettnang-Obereisenbach und Mitglied im Vorstand der EOG, zur Verlegung der Outdoor-Messe. „Das ist sozusagen unsere Heimatbasis, seit 25 Jahren sind wir hier.“ Doch die Hauptsache sei, dass die Outdoor-Industrie gemeinsam auftrete. „Deshalb steht für uns im Vordergrund, dass wir natürlich nach München mitgehen“, betonte von Dewitz.

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