Gewürznelken helfen gegen Zahn- und Zahnfleischschmerzen

Stimmt. Gewürznelken lassen sich lutschen oder zwischen die Zähne stecken – und dämpfen so tatsächlich den Schmerz. Ihr Hauptwirkstoff ist Eugenol, das sowohl örtlich betäubende als auch antibakterielle Wirkungen hat. Es wirkt bereits innerhalb von zwei bis sieben Minuten und ist gut verträglich. 2006 veröffentlichten kuwaitische Zahnmediziner eine Studie, in der sie das Zahnfleisch von Patienten entweder mit Nelkenöl, dem Lokalanästhetikum Benzocain oder Vaseline (als Placebo) bestrichen. Danach pikste man es mit einer Nadel. Während Vaseline als Betäubungsmittel versagte, erwies sich das Nelkenöl als ebenso wirksam wie Benzocain.

Kuwaitische Zahnmediziner konnten in einer Studie bestätigen, dass das in Gewürznelken enthaltene Öl Zahnschmerzen lindern kann.
Kuwaitische Zahnmediziner konnten in einer Studie bestätigen, dass das in Gewürznelken enthaltene Öl Zahnschmerzen lindern kann.

Inhalationen befeuchten die Nasenschleimhäute und helfen bei Schnupfen

Stimmt nicht. Ein Forscherteam um Paul Little von der University of Southampton untersuchte, was besser gegen Erkältungen hilft: Das Inhalieren von Salzwasserdämpfen oder aber Nasenspülungen mit Salzwasser? Das Ergebnis: Während die Spülungen wenigstens geringfügig die Schleimhäute befeuchteten und den Schnupfen linderten, hatten die Inhalationen kaum eine Wirkung. Die Kopfschmerzen wurden zwar ein wenig besser, doch das könnte man auch durch den intensiven Plazeboeffekt erklären, der vom Inhalieren heißer Dämpfe ausgeht. Wobei das auch nicht ungefährlich ist: In der Fachliteratur existieren diverse Fallberichte von Verbrühungen durch den heißen Wasserdampf.

Honig hilft gegen Husten

Stimmt. In einer israelischen Studie an 200 Kleinkindern linderten Eukalyptus- und Zitronenblütenhonig die Frequenz und Stärke der Hustenattacken beim Schnupfen. Hauptverantwortlich dafür sind vermutlich die antibiotischen Inhaltsstoffe des Bienenprodukts, aber sein Zucker besänftigt auch die fürs Husten zuständigen Areale im Gehirn. Bei Buchweizenhonig kommen noch die entzündungshemmenden Gerbstoffe des Getreides hinzu. Er zeigte in einer amerikanischen Studie an 105 hustenden Kindern eine bessere Wirksamkeit als ein Standard-Hustensaft mit Dextromethorphan. Und Studienleiter Ian Paul von der Pennsylvania State University lobte: „Geschmack und Konsistenz des Honigs sind einfach kinderfreundlich.“ Die Dosierung: Vier Mal täglich einen Teelöffel.

Honig kann die Frequenz und Stärke von Hustenattacken lindern.
Honig kann die Frequenz und Stärke von Hustenattacken lindern.

Bei grippalem Infekt hilft es, viel zu trinken

Stimmt nicht. „Infektionen der Atemwege führen zur erhöhten Ausschüttung antidiuretischer Hormone, die das Wasser im Körper halten“, erklärt Michelle Guppy von der australischen University of Queensland. Der Körper selbst unternimmt also im Falle einer Erkältung schon genug, um sich sein Wasser zu sichern, man muss nicht noch weiter Flüssigkeit in ihn hineinzwingen. Guppy und ihre Mitarbeiter fanden vielmehr Hinweise darauf, dass die Vieltrinkerei zu Salzmangel führen und dadurch Schnupfen-Symptome wie Müdigkeit und Gliederschmerzen sogar verstärken kann.

Schnupfen nervt, wegzaubern lässt er sich aber leider nicht. Für Betroffene ist es wichtig, einen Gang runterzuschalten.
Eine zu starke Flüssigkeitszufuhr während einer Erkältung kann Schnupfen-Symptome sogar verstärken. | Bild: Christin Klose

Warme Wickel machen die Schnupfennase frei

Stimmt. Immunbiologen der Yale University in Connecticut ermittelten, dass Schnupfenviren sich deutlich schwächer vermehren, wenn es warm wird. Deswegen halten sie sich ja auch in den oberen Atemwegen auf, weil der Luftstrom dort für moderate 33 Grad-Temperaturen sorgt. Bestrahlt man nun die Stirnhöhlen mit Infrarotlicht und legt man einen warmen Wickel um den Hals, steigen die Temperaturen – und die Erreger haben schlechte Karten.

Heiße Milch hilft beim Einschlafen

Stimmt nicht. Babys schlafen bekanntlich besser, wenn man ihnen vorher Milch zu trinken gibt. Doch das liegt daran, dass sie dann keinen Hunger mehr haben und somit ein wichtiger Störfaktor für ihren Schlummer fehlt. Aber bei Erwachsenen stößt Milch als Einschlafhilfe an ihre Grenzen. Denn sie enthält zwar die Aminosäure Tryptophan, die der Körper zur Produktion Schlaf fördernder Hormone heranziehen könnte. Doch für einen praktischen Effekt müsste man sie im Tausender-Milligramm-Bereich dosieren und dementsprechend fünf Liter Milch trinken – und das würde wohl eher schlaflos als müde machen.

Das Konterbier hilft gegen den Kater

Stimmt, auch wenn es auf Dauer ungesund ist. Denn hauptverantwortlich für die typischen Beschwerden des Katers – Brummschädel, Übelkeit und Benommenheit – ist der hauptsächlich aus Methanol bestehende Fuselalkohol. Man findet ihn vor allem in Rotwein, Obstschnaps und Weizenbier, und der Körper braucht für ihn die gleichen Verdauungsenzyme wie für Alkohol. Der letztgenannte wird jedoch bevorzugt verarbeitet, was konkret bedeutet: Wenn wir am Morgen nach der Party einen Wodka oder ein Pilsener – sie enthalten Alkohol, aber kaum Fuselalkohol – trinken, blockieren wir den Verdauungsweg für den federführenden Katerverantwortlichen. Allerdings bedeutet das letzten Endes auch, dass wir dem Zechgelage noch eine weitere Alkoholdröhnung hinterherschicken. Für Leber und Hirn ist das ein heftiger Stress.

Ein Schnaps hilft der Verdauung

Stimmt nicht. Laut einer Studie des Universitätshospitals Zürich führt diese Strategie vielmehr dazu, dass ein opulentes Mahl ungefähr anderthalb Mal so lange braucht, bis es vom Magen in den Darm gelangt ist. Als Ursache für diese Verzögerung vermutet Studienleiter Mark Fox: „Der Schnaps entspannt offenbar intensiv die Muskeln der Magenwände und hemmt dadurch die Pumpbewegungen, die den Mageninhalt vorwärts bewegen.“ Die Entspannung führe zwar zu einem wohligen Wärmegefühl, so der Schweizer Mediziner: „Doch diesem Effekt steht eine deutlich verzögerte Magenentleerung entgegen.“

Leinsamen senken den Cholesterinspiegel

Stimmt. Aber wohl nur bei Männern. Bei denen senkt, laut einer Studie der US-amerikanischen Iowa State University, der Verzehr von täglich drei Teelöffeln Leinsamen den Cholesterinspiegel um über zehn Prozent. Dieser Effekt beruht jedoch auf seinen Lignanen, die große Ähnlichkeit mit weiblichen Hormon Östrogen haben. Davon haben Frauen in der Regel ja schon genug, und daher bringt bei ihnen die Zufuhr pflanzlicher Östrogene keine zusätzliche Wirkung mehr. Tröstlich für sie: Erhöhte Cholesterinwerte kommen bei ihnen seltener vor als bei Männern.

Leinsamen helfen, um den Cholesterinspiegel zu senken – allerdings nur bei Männern.
Leinsamen helfen, um den Cholesterinspiegel zu senken – allerdings nur bei Männern. | Bild: Madeleine Steinbach

Cola und Salzstangen helfen gegen Durchfall

Stimmt nicht. Cola und Salzstangen enthalten zwar Zucker und Mineralien, die dem Körper durch den Durchfall verloren gehen, aber damit ist ihr positiver Effekt auch schon erschöpft. Denn Cola enthält viel Koffein, das die Darmtätigkeit anregt und dadurch den Durchfall verstärken kann. Und ihr hoher Zuckergehalt mobilisiert die Wasserausscheidung über die Niere, wodurch man noch mehr Flüssigkeit und Mineralien verliert. In einer Studie der Universität Ioannina (Griechenland) offenbarte sich Cola in einer Dosierung von zwei bis drei Litern geradezu als Kaliumräuber.