Vor fast zwei Jahren ist unsere Familie größer geworden: In Friedrichshafen haben wir zwei Meerschweinchen abgeholt, die nicht bei ihren früheren Besitzern bleiben konnten. Sie hatten die Namen Kuru und Lucy, aber das hat mir nicht so gut gefallen. Daher nannten wir sie Wuschel und Knuffel – weil Wuschel ein langes, weiches Fell hat, und weil Knuffel einfach knuffig ist. Komisch ist nur, dass wir jetzt immer „der Knuffel“ und „der Wuschel“ sagen, obwohl sie beides Mädchen sind.

Pauline Rau (10) mit Wuschel und Knuffel.
Pauline Rau (10) mit Wuschel und Knuffel. | Bild: Julius Rau

Normalerweise sind Wuschel und Knuffel zwei ruhige Mitbewohner. Aber einmal hat Wuschel meiner Freundin Helena einen Schrecken eingejagt. Das Meerschweinchen ist ihr tatsächlich unter das Oberteil gekrochen und am Ärmel wieder rausgekommen. Da mussten wir alle sehr lachen. Knuffel ist uns im Garten einmal ausgerissen, aber ich konnte ihn gut wieder einfangen. Da war ich sehr froh, weil es in Konstanz auch mitten in der Stadt Marder gibt, die für die Meeris echt gefährlich werden können. Raubvögel übrigens auch.

Ursprünglich kommen Meerschweinchen ja aus den Anden in Südamerika. Dort kann es nachts richtig kalt werden. Darum glauben wir, dass es gut ist, wenn unsere Meerschweinchen das ganze Jahr über draußen sind. Da ist es auch einfacher, ihnen viel Auslauf zu geben. Aber keine Angst: Die beiden haben einen ziemlich luxuriösen Stall. Dort wird es im Sommer nicht zu heiß und im Winter nicht zu kalt. Wenn ich morgens auf dem Weg zur Schule bei Wuschel und Knuffel vorbeischaue, quieken sie fröhlich. Wenn ich dann zurückkomme, auch.

So richtige Spielkameraden sind Wuschel und Knuffel nicht. Man kann sie schon mal auf den Schoß nehmen und streicheln, aber eigentlich interessieren sie sich vor allem für ihr Fressen. Trotzdem kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne unsere beiden Meerschweinchen wäre.