Ein Klebeaktivist der sogenannten Letzten Generation ist vor dem Amtsgericht in Freiburg zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je zehn Euro, insgesamt 400 Euro, verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 29-Jährigen vorgeworfen, bei einer Straßenblockade Anfang Februar dieses Jahres auf der B31 in Freiburg Autofahrer blockiert und damit genötigt zu haben.

Der Aktivist räumte die Vorwürfe ein, betonte aber, dass er sich auch künftig auf Straßen kleben würde, zumal bisherige Aktionen nicht zu einem Wandel in Politik und Gesellschaft geführt hätten.

Richterin versteht das Ziel

Dass die Verhandlung am Dienstag nun in einer Verurteilung endete, begründete die Richterin damit, dass der angeklagte Student, der früher in der Fridays-for-Future Bewegung in Konstanz aktiv war, mit seinem Protest das sozial Adäquate überschritten habe – auch wenn sie sein Ziel, vor den Folgen eines Klimawandels zu warnen, nachvollziehen könne. Dennoch stelle die Blockade einen Eingriff in das Rechtsgut der Autofahrer dar.

Der Aktivist selbst nahm das Urteil gefasst hin. Er habe mit einer Verurteilung gerechnet, wie er dem SÜDKURIER sagte, auch wenn er sich einen Freispruch gewünscht hätte. Aber: „Ich werde es wieder tun.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Erst einen Tag zuvor war am Amtsgericht in Freiburg ein weiterer Klimaaktivist der Letzten Generation in demselben Fall und zwei weiteren freigesprochen worden. In Freiburg haben bislang drei Prozesse um die Letzte Generation stattgefunden.

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