Mord verjährt nie, und in der Regel kann die Polizei Tötungsdelikte aufklären. Im Fall einer damals 57-jährigen Frau aus Bad Krozingen bei Freiburg trifft das einmal mehr zu. Der sogenannte Mordfall Pursche sorgte vor fast 16 Jahren für großes Aufsehen. Damals wurde die Mutter dreier Kinder, die als Objektleiterin im Reinigungsbereich der Kurklinik Bad Krozingen arbeitete, offenbar entführt und getötet. Die Polizei entdeckte ihre Leiche zwei Monate später in einem Waldstück bei Bad Krozingen.

Offenbar führte ein Tipp zum mutmaßlichen Täter

Während heute in vielen Fällen der genetische Fingerabdruck Tätern zum Verhängnis wird, war es hier offenbar ein heißer Tipp, der zur Aufklärung des Mordes geführt hat. Bei dem Täter handelt es sich nach Polizeiangaben um einen heute 54-jährigen Deutschen, der in der Nähe von Freiburg wohnen soll. Er hat die Tat den Angaben zufolge gestanden. Der bislang unbescholtene Handwerker sitzt seit zweieinhalb Monaten in Untersuchungshaft. Die Polizei erklärte nun die Ermittlungen für beendet, die Ermittlungsakten lägen inzwischen bei der Staatsanwaltschaft. Wohl noch in diesem Jahr werde beim Landgericht Freiburg Anklage erhoben. Laut einem Sprecher beim Landgericht könnte im kommenden Jahr der Prozess folgen.

Die Kriminalpolizei in Freiburg befasste sich intensiv mit dem rätselhaften Mordfall. Heidrun Pursche war am frühen Morgen des 17. Januar 2003 zur Klinik gefahren. Ein Zeuge will ihren Kleinwagen um 6 Uhr früh im Kurgebiet gesehen haben. Klinik-Mitarbeiterinnen hörten kurze Zeit später Reifen quietschen und vernahmen laute Hilfeschreie. Als sie vor den Eingang liefen, sahen sie noch, wie jemand etwas in das weiße Auto zog und davonfuhr. Sie fanden noch einen roten Schal und eine Brille.

Motiv nach wie vor unbekannt

Die Polizei führte vergeblich einen Massen-Gentest durch, bei dem 800 Männer Speichelproben abgaben. Denn der Täter hatte seine Fingerabdrücke an Gegenständen zurückgelassen. Erst die Ausstrahlung des Falles in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" einen Monat nach dem Fund der Leiche brachte neue Erkenntnisse – das allerdings erst viele Jahre später. Denn in dem Film wurde ein Bild gezeigt von einem Mann, der eine Stunde nach der Entführung am 17. Januar 2003 mit der Scheckkarte des Opfers mehrere hundert Euro in einer Bank in Bad Krozingen abhob. Das musste der Täter sein. Er trug eine farbige Umhängetasche, die im Umfeld des mutmaßlichen Täters auch identifiziert wurde. Im September 2018 meldete sich eine Person, um Gewissheit zu erlangen. Ein Speicheltest und ein Geständnis brachten diese dann. Täter und Opfer kannten sich laut Staatsanwaltschaft. Das Motiv ist aber nach wie vor unbekannt. 

Mit Material von dpa

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