Es war ein langes Hin und Her – und am Ende hat sich die grün-schwarze Landesregierung doch dazu entschieden, bei Bedarf mehr Geld als ursprünglich geplant für den Baden-Württemberg-Pavillon bereitzustellen, mit dem sich der Südwesten bei der Weltausstellung Expo in Dubai von Oktober 2020 bis April 2021 präsentieren will.

Dort wird Baden-Württemberg – und das ist eine Besonderheit – als einzige Region neben 190 Nationen weltweit vertreten sein. „Ein Landespavillon der baden-württembergischen Wirtschaft auf der Expo ist ein Alleinstellungsmerkmal – und ein Aushängeschild für den Südwesten als starkes Industrieland“, erklärten die beiden Landtagsfraktionschefs von den Grünen und der CDU, Andreas Schwarz und Wolfgang Reinhart, in einer Pressemitteilung.

Ein futuristischer Bau zwischen Palmen: Der Pavillon soll Aushängeschild der Industrie im Südwesten sein.
Ein futuristischer Bau zwischen Palmen: Der Pavillon soll Aushängeschild der Industrie im Südwesten sein. | Bild: Baden-Württemberg Expo 2020 Dubai GmbH

Umgesetzt wird der futuristische Pavillon von der „Baden-Württemberg Expo 2020“, bestehend aus der Ingenieurkammer des Landes, der Freiburger Messe und dem Stuttgarter Fraunhofer Institut.

Doch um die Finanzierung des futuristischen Baden-Württemberg-Hauses abzusichern, bedurfte es erst einer nächtlichen Krisensitzung von Schwarz und Reinhart gemeinsam mit Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und dem Technologiebeauftragten des Landes, Wilhelm Bauer.

Es ging um die Frage, ob die bislang kalkulierten 13,3 Millionen Euro zusammenkommen. Sicher war bislang lediglich, dass das Land aus dem nächsten Doppeletat 2,8 Millionen Euro für die Ausstellung zur Verfügung stellt. Die Projektpartner versprachen 7,7 Millionen Euro durch Sponsorengelder beizusteuern.

Doch gerade bei den Sponsoren hatten die Grünen große Bedenken. Denn Daniel Sander, Hauptgeschäftsführer der Ingenieurkammer Baden-Württemberg, teilte mit, dass bislang nur Sponsorengelder in Höhe von einer Million Euro vertraglich fixiert seien. Beim Rest handele es sich um mündliche Zusagen. Man habe 27 Sponsoren, von denen 19 bislang aber nur im Gespräch ihre Bereitschaft erklärten, dass sie Geld zur Verfügung stellen würden.

Im Inneren des Gebäudes sind ein Vielzahl an Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Meetings.
Im Inneren des Gebäudes sind ein Vielzahl an Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Meetings. | Bild: Baden-Württemberg Expo 2020 Dubai GmbH

Die Grünen wurden daraufhin skeptisch, ob der von der Projektgesellschaft angegebene Betrag überhaupt zustande kommt. Dies wurde auch noch genährt mit der Tatsache, dass sich laut Sander Großunternehmen wie Bosch, Daimler und Porsche mit Blick auf eine sich abkühlende Konjunktur aus dem Sponsoringbereich zurückgezogen hätten.

Treffen die bisherigen Kalkulationen ein und es kommen tatsächlich 10,5 Millionen Euro zusammen, besteht noch immer ein Minus von knapp drei Millionen Euro. In dieser Höhe will die grün-schwarze Landesregierung nun eine sogenannte Fehlbetragsförderung übernehmen. Das heißt: Fließen die Sponsorengelder wie erwartet in Höhe von 7,7 Millionen Euro, wird das Land seinen Beitrag von 2,8 auf dann knapp sechs Millionen Euro erhöhen. Der Betrag reduziert sich nur, wenn sich doch noch mehr Sponsoren als erwartet beteiligen.

„Wir sind sehr zufrieden, das ist ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Sander. Alleine der Bau und der Betrieb des Baden-Württemberg-Hauses wird 6,5 Millionen Euro kosten. Er sei überzeugt, dass noch mehr Sponsoren gewonnen werden. „Es gibt ja auch eine Gegenleistung“, so Sander. So wird den Sponsoren ermöglicht, den Pavillon auch für eigene Veranstaltungen zu nutzen.