Thimo Brundert ist ein Mann, der bereits auf den ersten Blick trotz der sehr belastenden Lebensumstände Zuversicht und gute Laune ausstrahlt. Er ist zusammen mit Ehefrau Heidi und den beiden Töchtern Johanna und Tessa im Oktober aus dem hohen Norden nach Tannheim gereist, um vier Wochen in der Nachsorgeklinik in Tannheim zu verbringen.

Tessa hat einen angeborenen Herzfehler

Anlass für die Reha ist Tessa, wie ihre Schwester ein aufgewecktes junges Mädchen. Die 10-Jährige hat einen schweren angeborenen Herzfehler, ein sogenanntes hypoplastisches Linksherz-Syndrom. Das bedeutet, dass Tessas Herz eine Fehlbildung hat und de facto nur eine Herzkammer zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass die Aorta, also die Hauptschlagader, einen Durchmesser von nur etwa drei Millimetern hat. "Eine Folge ist, dass die Sauerstoffsättigung des Blutes niedriger ist als bei anderen Menschen. Der Körper ist dann einfach nicht so leistungsfähig und man kommt schnell außer Atem", erklärt Thimo Brundert den medizinischen Befund. Denn Tessa konnte nur eine palliative Operation erhalten, weil der Herzfehler nicht korrigierbar ist. Ihre Belastbarkeit wird lebenslang nur maximal 60 bis 80 Prozent eines gesunden Menschen entsprechen.

Eltern tauschen sich über die sozialen Netzwerke aus

Von der Möglichkeit einer Reha in Tannheim hat Heidi Brundert über die sozialen Netzwerke erfahren. In einer Facebook-Gruppe, in der sich die Eltern von herzkranken Kindern austauschen, wurde die Nachsorgeklinik überschwänglich gelobt und weiterempfohlen. Tannheim, so die Erfahrung der bisherigen Reha-Familien, bietet ein einzigartiges Konzept. Von da an war klar, dass nur die Nachsorgeklinik im Schwarzwald für eine Reha infrage kommt. Die Familien empfinden die Klinik als Oase der Sicherheit und Entspannung, wo kontinuierlich eine fachärztliche und psychologische Betreuung vorhanden ist und die Familie im Mittelpunkt steht.

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Geschützter Raum für belastete Familien

So war die gemeinsame Zeit im geschützten Rahmen für alle Familienmitglieder äußerst förderlich. Denn ein guter Teil des Alltages dreht sich um Fahrten zu Untersuchungen zum Klinikum ins 35 Kilometer entfernte Kiel. Sich einfach mal fallen lassen, Kraft tanken, sportlich tätig sein und Zeit für die familiären Themen zu haben, standen neben psychologischen Gesprächen und Krankheitsverarbeitung sowie Angstabbau im Zentrum der Rehabilitation. Auch die heilpädagogische- und ergotherapeutische Betreuung von Tessa und Johanna halfen mit, die krankheitsbedingten Belastungssituationen des Alltages zu verarbeiten. Denn Tessas Lebenserwartung ist eingeschränkt und immer wieder sind schwerwiegende Komplikationen möglich. Dennoch versucht Tessa ein relativ normales Leben zu führen. „Es ist klar, dass sie keine Leistungssportlerin wird“, erklärt Papa Thimo Brundert mit Blick auf seine Tochter.

Zeit in Tannheim tut allen gut

Allen vieren ist anzusehen, wie gut ihnen die gemeinsame Zeit in der Nachsorgeklinik körperlich und seelisch tut. Und genau das soll die Rehabilitation in Tannheim bezwecken: Der Ansatz der Familienorientierten Nachsorge verfolgt einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz. Im Mittelpunkt steht einerseits der Patient, andererseits aber auch die gesamte Familie. Wird ein Familienmitglied krank, überschattet das den gesamten Alltag. Oft bleibt zu wenig Zeit für Geschwisterkinder, die Beziehung der Eltern leidet, es bleibt keine Zeit mehr für Freunde.

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Der Aufenthalt in Tannheim ist für Familie Brundert vor allem mit Schulungen, Gesprächen, Anwendungen, Bewegung und Sport verbunden, die ihnen helfen, Zuversicht und Kraft zu tanken. Neben den verschiedenen Therapien schätzen sie vor allem auch die Umgebung, den Schwarzwald und generell die Natur vor der Tür. Nur die Sache mit dem Gewicht verlieren sei nicht so einfach, sagt Thimo Brundert mit einem Lachen. "Dafür ist das Essen einfach viel zu gut."

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