Mehrere Millionen Menschen im Rhein-Neckar-Raum können künftig im Notfall von einer neuen Leistung der DRF Luftrettung profitieren. Der Helikopter Christoph 53 am Standort Mannheim nimmt jetzt vorsorglich bei jedem Einsatz Blutkonserven in einer speziellen Kühlbox mit.

Die Transfusion im Helikopter ist wichtig bei extremem Blutverlust, etwa bei Verletzungen infolge eines Verkehrsunfalls. In einer solchen Situation könne die Gabe von Blut und Blutprodukten lebensrettend sein, betonte die DRF Luftrettung am Mittwoch in Mannheim.

Thomas Sperber, Notfallsanitäter der DRF Luftrettung, nimmt am Flughafen an der Mannheimer Station der DRF Luftrettung eine Transportbox aus dem Rettungshubschrauber.
Thomas Sperber, Notfallsanitäter der DRF Luftrettung, nimmt am Flughafen an der Mannheimer Station der DRF Luftrettung eine Transportbox aus dem Rettungshubschrauber. | Bild: Uwe Anspach

Zuvor hatte die DRF Luftrettung nach eigenen Angaben nur in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) einen Hubschrauber entsprechend ausgestattet. Verwendet wird Blut der Blutgruppe Null, Rhesusfaktor negativ, das alle Menschen vertragen. Dafür gibt es einen bestimmten Spender-Pool. Das Blut wird morgens von einer nahen Blutbank geholt und abends dort wieder abgeliefert. Die Krankenkassen bezahlen die Versorgung von Patienten mit dem Blut.

Schwieriger Transport

Der Transport im vier Grad kühlen Container ist nicht simpel, müssen doch womöglich negative Folgen von Vibration und veränderten Druckverhältnissen ausgeschlossen werden. Um optimale Lager- und Transportbedingungen zu erreichen, sind laut DRF Luftrettung zahlreiche wissenschaftliche Tests vorgenommen worden. Die Besatzung der Mannheimer Station wurde für die erste stabilisierende Notfalltechnik geschult, die umliegenden Kliniken der Maximalversorgung sind informiert.

Die DRF Luftrettung hat vom City Airport Mannheim aus im ersten Halbjahr 614 Einsätze geflogen. (dpa)